ZENTRALSCHWEIZ: Mehr Fälle in stationären Erziehungseinrichtungen

Kinder und Jugendliche haben immer mehr Probleme, die stationär behandelt werden müssen. So haben sowohl die Zahl der Dossiers im Kindesschutz als auch die Platzierungen in stationären Erziehungseinrichtungen zugenommen. Jetzt reagieren die Kantone.

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Eine Untersuchung der Zentralschweizer Kantone zu Platzierungen von Jugendlichen in stationären Erziehungseinrichtungen hat ergeben, dass die Fallzahlen für die stationäre Behandlung von Kindern und Jugendlichen stark ansteigen. So waren im Jahr 2012 insgesamt 419 Jugendliche aus der Zentralschweiz in einer stationären Erziehungseinrichtung. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 85 zusätzliche Platzierungen. Ein Grund für den Anstieg könnte sein, dass die Hemmschwelle, eine Gefährdungsmeldung zu machen, gesunken ist. Dies teilt die Zentralschweizer Gesundheits- und Sozialdirektor/innenkonferenz (ZGSDK) am Freitag mit.

Durch die steigenden Fallzahlen müssen die Behörden viel mehr Gefährdungsmeldungen abklären als ursprünglich angenommen. Um diese bewältigen zu können, wird laut Mitteilung in verschiedenen Kantonen der Zentralschweiz eine Stellenaufstockung erwogen, geplant oder bereits umgesetzt.

Jugendliche bleiben weniger lang

Neben den steigenden Fallzahlen zeigt sich auch ein Trend zu kürzeren Aufenthaltszeiten. So bleibt ein Jugendlicher im Durchschnitt 197 Tage in einer stationären Erziehungseinrichtung. Trotzdem waren die Zentralschweizer Einrichtungen in den Kantonen Luzern, Obwalden und Schwyz mit durchschnittlich 89 Prozent im letzten Jahr sehr gut ausgelastet.

Ob die Zunahme der Platzierungen ein einmaliger Effekt ist oder einen längerfristigen Trend darstellt, kann laut der ZGSDK zur Zeit nicht beurteilt werden. Die Konferenz beauftragte darum die kantonalen Sozialämter, die Entwicklung weiter zu verfolgen,  zu analysieren und wenn nötig den Handlungsbedarf aufzuzeigen.

 

pd/nop