ZENTRALSCHWEIZ: Neu gibts eine Hotline gegen Häusliche Gewalt

Die sechs Zentralschweizer Kantone gehen im Bereich der Häuslichen Gewalt verstärkt gemeinsam vor und schaffen ein kantonsübergreifendes, koordi­niertes Präventions- und Beratungs­angebot.

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Nachgestellte Szene häuslicher Gewalt. (Bild Esther Michel/Neue LZ)

Nachgestellte Szene häuslicher Gewalt. (Bild Esther Michel/Neue LZ)

Wie die Zentralschweizer Regierungs­konferenz in einer Medienmitteilung schreibt, konnte am Donnerstag eine gemeinsame Leistungsvereinbarung der sechs Zentralschweizer Kantone mit der Fachstelle gegen Männergewalt (Träger: Verein Mannebüro, Luzern ) über die Beratung von gewaltausübenden Personen im Bereich der Häuslichen Gewalt unterzeichnet werden.

Das ist einerseits ein Erfolg der Zusammenarbeit, andererseits steht für die Bevölkerung in der ganzen Zentralschweiz ein einheitliches, die Anonymität gewährendes Leistungsangebot zur Verfügung, unabhängig vom Wohnort.

Häusliche Gewalt keine Privatsache
Häusliche Gewalt, also jene Form der physischen, psychischen oder sexuellen Gewalt, welche sich innerhalb eines familiären, ehelichen oder eheähnlichen Verhältnisses abspielt, wird schon seit einigen Jahren nicht mehr als Privatsache angesehen.

Neue Konzepte zur Bekämpfung der häuslichen Gewalt sind: Ausbau der Opferberatung, Einführung der Wegweisung der gewaltausübenden Person aus der gemeinsamen Wohnung, Koordination der Tätigkeiten aller gewaltinvolvierten Stellen.

Wegweisung allein genügt nicht
Die Erfahrungen mit der Wegweisung haben jedoch gezeigt, dass damit zwar einiges bewirkt werden kann, das Problem aber in vielen Fällen nicht gelöst ist, weil sich die Gewaltausübung in aller Regel wiederholt und keine wirkliche Besserung der häuslichen Situation eintritt; weder für die Opfer noch für die Täter, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Und da wird mit dem gemeinsamen Beratungsangebot der sechs Zentralschweizer Kantone angesetzt. Der Bevölkerung der Zentralschweiz steht ab 1. Juli 2009 eine Hotline zur Verfügung:

Gewalt-Hotline: 078 744 88 88 (www.maennergewalt.ch )

Männer und männliche Jugendliche, welche Gewalt androhen oder Gewalt ausüben, können sich an sieben Tagen in der Woche von 07 bis 22 Uhr an die Gewaltberater wenden. Diese versuchen, mittels Krisenintervention die Gewaltausübung zu verhindern und die Klienten für eine Einzelberatung zu motivieren. Gegenüber dem Umfeld der gewaltausübenden Personen nehmen sie eine Triagefunktion wahr.

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