ZENTRALSCHWEIZ: Nur für schöne Landschaft gibts Geld

Ordnung auf dem Hof, Erhalten von Alleen und Holzbrünneli: Zentralschweizer Bauern sollen künftig zur Landschaftspflege verpflichtet werden. Sonst gibts Abzug bei den Subventionen.

Luzia Mattmann
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Josef Murer, Präsident des Zentralschweizer Bauernbundes, beim Bäumeschneiden auf seinem Hof in Baar. Die Baumpflege soll ein Kriterium für den Bezug von «Landschaftsqualitätsbeiträgen» sein. (Bild Corinne Glanzmann)

Josef Murer, Präsident des Zentralschweizer Bauernbundes, beim Bäumeschneiden auf seinem Hof in Baar. Die Baumpflege soll ein Kriterium für den Bezug von «Landschaftsqualitätsbeiträgen» sein. (Bild Corinne Glanzmann)

Ordnung muss sein – auch auf Bauernhöfen. Das finden zumindest die Landwirtschaftsämter der Zentralschweizer Kantone. Sie wollen die Bauern mit verbindlichen Kriterien dazu bringen, dass die Qualität nicht nur bei den landwirtschaftlichen Produkten stimmt, sondern auch bei der Landschafts-Ästhetik. Nachdem bereits erste Ideen wie das ordentliche Stapeln von Siloballen für heftige Reaktionen gesorgt haben, zeigen die Zentralschweizer Behörden jetzt in einer detaillierten Liste, was sie sich unter Landschaftspflege genau vorstellen. Um die so genannten Landschaftsqualitätsbeiträge des Bundes zu erhalten, müssen Bauern zwingend folgende drei Bedingungen erfüllen:

 

  • Ordnung auf dem Betrieb.
  • Ordentlich gestapelte Siloballen.
  • Beratung und Weiterbildung in Sachen Landschaftsqualität.

 

Zudem müssen die Bauern mindestens drei weitere Kriterien aus dem Behörden-Katalog erfüllen, um den Minimalbetrag der Landschaftsqualitätsbeiträge zu erhalten. So sollen beispielsweise Wege oder Trockensteinmauern unterhalten oder Hochstammbäume gepflegt oder neu gepflanzt werden.

2000 Franken pro Jahr

Ein durchschnittlicher Luzerner Landwirtschaftsbetrieb von 16 Hektaren kann mit Landschaftsqualitätsbeiträgen jährlich rund 2000 Franken an Direktzahlungen erhalten.

Will man eine Rückkehr zu Gotthelfs Zeiten? «Nein, überhaupt nicht», sagt Christoph Böbner, Leiter der Luzerner Dienststelle Landwirtschaft und Wald. «Aber in gewissen Gegenden der Zentralschweiz zeichnen diese Elemente die Landschaft aus und sie haben einen touristischen Wert.»