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ZENTRALSCHWEIZ: So stark steigen die Krankenkassenprämien 2017

Die Krankenkassenprämien steigen nächstes Jahr im Schnitt um 4,5 Prozent an. Stärker als im Schnitt steigen die Prämien in Obwalden und Schwyz – trotzdem bleiben die Krankenkassen in unserer Region relativ günstig.
Die Krankenkassenprämien steigen im nächsten Jahr um 4,5 Prozent. (Symbolbild Keystone)

Die Krankenkassenprämien steigen im nächsten Jahr um 4,5 Prozent. (Symbolbild Keystone)

Die Krankenkassenprämien für Erwachsene steigen im nächsten Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent. Am grössten ist der Anstieg mit 6,6 Prozent bei den Kinderprämien.

Anstieg der Prämien in der Zentralschweiz

Erwachsene

Franchise 300 Franken, mit Unfall, Erwachsene ab 26 Jahren

Kanton Veränderung % Veränderung CHF Prämie 2017
Luzern + 3,8 Prozent + 15 402 Franken
Zug + 3,9 Prozent + 14 376 Franken
Nidwalden + 4,0 Prozent + 14 360 Franken
Uri + 4,3 Prozent + 15 369 Franken
Obwalden + 4,9 Prozent + 17 376 Franken
Schwyz + 4,9 Prozent + 18 395 Franken

Junge Erwachsene

Franchise 300 Franken, mit Unfall, 19-25 Jahre

Kanton Veränderung % Veränderung CHF Prämie 2017
Luzern + 4,4 Prozent + 16 371 Franken
Zug + 4,4 Prozent + 15 346 Franken
Nidwalden + 4,8 Prozent + 15 333 Franken
Uri + 5,6 Prozent + 18 341 Franken
Obwalden + 5,6 Prozent + 19 351 Franken
Schwyz + 5,0 Prozent + 17 362 Franken

Kinder

Franchise 300 Franken, mit Unfall, 0-18 Jahre

Kanton Veränderung % Veränderung CHF Prämie 2017
Luzern + 6,0 Prozent + 5 92 Franken
Zug + 5,7 Prozent + 5 89 Franken
Nidwalden + 5,4 Prozent + 5 84 Franken
Uri + 5,1 Prozent + 4 86 Franken
Obwalden + 5,8 Prozent + 5 88 Franken
Schwyz + 7,0 Prozent + 6 93 Franken

Die höchste Durchschnittsprämie für Erwachsene ab 26 Jahren muss in der Zentralschweiz auch im nächsten Jahr im Kanton Luzern bezahlt werden. Die 402 Franken pro Monat bei einer Franchise von 300 Franken liegen aber unter dem Schweizer Schnitt von 447 Franken. Gesundheitsdirektor Guido Graf betont, dass nebst den Massnahmen von Bund und Kantonen alle Akteure gefordert seien, um das Kostenwachstum zu senken. So liege es auch insbesondere in der Verantwortung der Krankenversicherer, die Rechnungen zukünftig noch gründlicher zu prüfen. «Denn es reicht nicht, nur zu behaupten, dass viele Leistungen günstiger erbracht werden könnten oder gar nicht notwendig sind. Sondern es gilt auch, dies klar zu belegen und die Rechnungen dementsprechend zu beanstanden.»

In den anderen fünf Zentralschweizer Kantonen liegen die Durchschnittsprämien unter 400 Franken. Am günstigsten ist die obligatorische Krankenversicherung in Nidwaldenmit knapp 361 Franken, in Zugsind es 376 Franken. Für den Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister ist das Prämienniveau ein entscheidender Faktor der Standortattraktivität. «Bis weit in den Mittelstand hinein ist die Krankenkassenrechnung für eine Familie höher als die Steuerrechnung. Deshalb muss der Kanton Zug auch bei den Prämien einen klaren Vorteil bieten», ist Pfister überzeugt. Je nach Versicherer und Modell bestehen teils massive Differenzen bei den Prämien. Bei der regulären Grundversicherung beispielsweise verlange der teuerste Anbieter im Kanton Zug für die genau gleiche Leistung 50 Prozent mehr als der günstigste Anbieter.

Im Schweizer Schnitt verteuert sich die Prämie auf das nächste Jahr um 4,5 Prozent. Über dem Schnitt liegen mit einer Teuerung von 4,9 Prozent Schwyz(neu 395 Franken) und Obwalden(neu 376 Franken). Die Versicherten in diesen Kantonen müssen im Schnitt 17 bis 18 Franken mehr pro Monat Prämie zahlen.

Den schwächsten Aufschlag hat der teuerste Kanton der Zentralschweiz, Luzern, mit 3,8 Prozent. Geldmässig schlägt dies monatlich mit rund 15 Franken zu Buche. In einem ähnlichen Ausmass müssen im Schnitt auch die erwachsenen Versicherten in den Kantonen Uri, Nidwaldenund Zugtiefer ins die Taschen greifen.

Prämien für die Grundversicherung 2017

Die drei günstigsten Kassen mit Standardmodell (Erwachsene, Franchise 300, mit Unfalldeckung) in den Zentralschweizer Kantonen:

Luzern

Rang 1: KK Luzerner Hinterland
Rang 2: Avenir
Rang 3: Agrisano

Zug

Rang 1: Assura
Rang 2: ÖKK
Rang 3: Agrisano

Nidwalden

Rang 1: Agrisano
Rang 2: KPT / CPT
Rang 3: Concordia

Obwalden

Rang 1: Assura
Rang 2: Mutuel Assurance
Rang 3: Concordia

Schwyz

Rang 1: Agrisano
Rang 2: KK Einsiedeln
Rang 3: Aquilana

Uri

Rang 1: Agrisano
Rang 2: Avenir
Rang 3: KPT / CPT

In das Ranking flossen alle Prämien ein, die für mindestens 100 Versicherte zutreffen.

Quelle: comparis.ch

Höchste Prämie für junge Erwachsene in Luzern

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Durchschnittsprämie für junge Erwachsene. Luzern hat auch hier die höchste Prämie, nämlich 371 Franken, aber (zusammen mit Zug) einen verhältnismässig moderaten Aufschlag von 4,4 Prozent. Zum Vergleich: Die Schweizer Durchschnittsprämie verteuerte sich um 5,4 Prozent auf 414 Franken.

Die günstigste Prämie in der Zentralschweiz hat auch in dieser Kategorie Nidwaldenmit 333 Franken (plus 4,8 Prozent). Überdurchschnittliche Aufschläge gibt es erneut in Obwaldensowie im Kanton Uri mit je 5,6 Prozent auf 351 Franken respektive 341 Franken.

Happige Aufschläge gibt es bei den Prämien für Kinder und Jugendliche bis 18. Im Schweizer Schnitt verteuern sich diese um 6,6 Prozent auf 105 Franken. Eine überdurchschnittliche Teuerung gibt es in der Zentralschweiz einzig im Kanton Schwyz mit 7,0 Prozent. Die geringste Teuerung weist Uri aus mit 5,1 Prozent.

Schwyzhat zudem mit 93 Franken die teuerste Kinderprämie der Zentralschweiz (vor Luzernmit 92 Franken). Die billigsten Prämien wurden erneut für Nidwalden(84 Franken) sowie für Uri(86 Franken) errechnet.

Verfeinerter Risikoausgleich

Einen Einfluss auf die nächstjährigen Prämienanstiege hat auch der sogenannte verfeinerte Risikoausgleich. Kassen mit vielen gesunden Versicherten müssen ab 2017 mehr Geld in den Ausgleich einzahlen, ihre Prämien dürften stärker ansteigen. Krankenkassen mit Versicherten, die viele medizinische Leistungen benötigen, erhalten mehr Geld aus dem Ausgleichstopf. Diese Kassen dürften die Prämien moderater nach oben anpassen.

Die Krankenkassen müssen ihre Versicherten bis Ende Oktober über die Prämien für das kommende Jahr informieren. Ein Wechsel der Krankenkasse oder des Versicherungsmodells ist dann bis Ende November möglich (siehe Box).

570'000 Versicherte müssen Kasse wechseln

Wenn die Krankenkassen ihre jährlichen Prämienerhöhungen bekannt geben, fassen viele einen Kassenwechsel ins Auge. Doch dieses Jahr haben 570'000 Versicherte gar keine andere Wahl. Grund ist eine Fusionswelle im Krankenversicherungsbereich, wie der Vergleichsdienst comparis in einer Mitteilung schreibt. Gewisse Kassen werden im kommenden Jahr ganz einfach nicht mehr existieren. So integriert die Helsana per Ende 2016 Avanex, die Helsana-Tochter Progrès integriert die andere Helsana-Tochter Sansan, die ÖKK integriert die KMU und Sanitas ihre Tochter Wincare.

Betroffene Versicherte erhalten ein Wechselangebot zur Helsana, ÖKK respektive Sanitas. Comparis rät allerdings dazu, das Angebot der neuen Kasse mit Konkurrenzofferten zu vergleichen. Die Prämien der von der Fusionswelle betroffenen Versicherten könnten in vielen Fällen überdurchschnittlich steigen, warnt der Vergleichsdienst. Doch auch für alle anderen Versicherten lohnt sich ein Vergleich der Versicherungsprämien und allenfalls ein Kassenwechsel.

So wechseln Sie Ihre Krankenkasse

Wer die Krankenkasse oder das Versicherungsmodell wechseln will, hat mit der Kündigung bis Ende November Zeit. Bis dann muss das Schreiben beim Versicherer eintreffen. Bis Ende Dezember muss der Nachweis für die neue Grundversicherung der alten Kasse zugestellt werden.

Das Bundesamt für Gesundheit bietet für Vergleiche seine Prämienübersicht an und gibt Hinweise etwa zu Kündigungsfristen, Sparmöglichkeiten, HMO-Standorten oder Hausarztnetzen.

Das Bundesamt hat einen Prämienrechner aufgeschaltet. Auf seiner Webseite www.priminfo.ch lassen sich die Prämien oder Versicherungsangebote vergleichen und kostenlos Offerten online bestellen. Schon lange in Sachen Krankenkassen aktiv sind die beiden Vergleichsdienste comparis.ch und bonus.ch. Alle Prämiendaten können überdies vom Portal www.opendata.swiss heruntergeladen werden.

Wer sich lieber auf Papier informiert, kann beim Bundesamt für Gesundheit bis Ende Jahr die Dokumentation Prämienberatung bestellen. Das BAG hat eine Hotline eingerichtet, an die sich die Versicherten mit ihren Fragen wenden können. (058 464 88 01)

rem/sda

Lesen Sie mehr:<br /> am 27. September in der LZ.

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