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ZENTRALSCHWEIZ: Sturmtief «Zubin» sorgte für stundenlange Stromausfälle

Die Schweiz hat eine stürmische Nacht hinter sich. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern fegte Sturmtief «Zubin» über das Land. Die Zentralschweiz ist nach derzeitigem Wissensstand von grösseren Schäden verschont geblieben.
Regenwolken über dem Zugersee (Bild: Daniel Hegglin)

Regenwolken über dem Zugersee (Bild: Daniel Hegglin)

Im Kanton Luzern hat der Sturm am Donnerstagmorgen für mehrere Stromunterbrüche im Versorgungsgebiet der Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) gesorgt. Betroffen waren ländliche Gebiete mit Freileitungen in den Regionen Wolhusen und Entlebuch.

3200 Luzerner Haushalte ohne Strom

Die heftigen Windböen haben mehrere Freileitungen beschädigt, wie Mediensprecherin Yvonne Ruckli auf Anfrage erklärte. Ab 7.15 Uhr seien wegen des Sturms an verschiedenen Orten freihängende Stromleitungen aneinander geraten, was zu mehreren Kurzschlüssen geführt habe. Bei rund 3'200 Kunden in Teilen der Gemeinden Wolhusen, Werthenstein, Entlebuch, Doppleschwand, Hasleund Romoosfiel daraufhin während rund zwei Stunden der Strom aus.

Der Pikettdienst habe mit Hochdruck an den Reparaturen der beschädigten Freileitungen gearbeitet. Gegen 9.15 Uhr seien die Stromausfälle dann grossmehrheitlich behoben gewesen. Nur vereinzelt waren Kunden in Gemeindeteilen von Wolhusen und Werthenstein am Mittag noch von Netzstörungen betroffen. Kurz nach 13.30 Uhr funktionierte die Stromversorgung laut den CKW wieder einwandfrei. Über das Ausmass der Sachschäden konnte die CKW vorerst keine Angaben machen.

Notstromversorgung im Spital Wolhusen

Vom Stromausfall betroffen war auch das Luzerner Kantonsspital am Standort Wolhusen. Der Unterbruch dauerte von 07.15 Uhr bis 08.35 Uhr, wie Mediensprecherin Simona Benovici auf Anfrage bestätigte. Zwei Notstromdieselmotoren hätten aber – wie in einem solchen Fall vorgesehen – die Stromversorgung der überlebensnotwendigen Bereiche wie Operationssälen und Intensivpflegestationen übernommen. Die Sicherheit der Patienten sei daher zu jeder Zeit gewährleistet gewesen.

Auch im Rest des Kantons haben die Sturmwinde keine grossen Schäden verursacht. Gemäss der Luzerner Polizei sind zwischen 3 und 8 Uhr lediglich sieben Meldungen eingegangen wegen umgekippten Baustellenabschrankungen und einem umgestürzten Container. In Kriens musste ein Baugerüst auf seine Stabilität hin überprüft werden. In Emmen wurde ein Funkmast der Swisscom beschädigt.

Stromunterbrüche auch in Zug

In Zug hat das Sturmtief am frühen Donnerstagmorgen ebenfalls zu Problemen in der Stromversorgung geführt. Zwischen 3.40 Uhr und 4.53 Uhr ist der Strom in Teilen von Zug-Oberwil ausgefallen, wie die Wasserwerke Zug WWZ auf ihrer Website mitteilten. Betroffen waren rund 1'300 Kunden in den Gebiete Hänibüel, Liebfrauenhof, Tschuepisweid, Bützenweg, Gimmenen und Franziskusheim, wie Robert Watts, Mediensprecher der Wasserwerke Zug bestätigte. Grund war ein Kurzschluss auf einer Freileitung, der durch die Stürme der vergangenen Nacht ausgelöst wurde.

In Unterägeri ist laut Angaben der Zuger Polizei ein Baum umgestürzt. Verletzte oder Sachschäden gab es dabei keine. Auch in den Kantonen Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden ist der Sturm laut Polizeiangaben ohne grössere Schäden vorübergegangen.

Ausfälle und Verspätungen bei der Zentralbahn

Der Wind brachte allerdings den Fahrplan der Zentralbahn durcheinander. Ein Baugerüst bei der Firma Nahrin AG nördlich des Bahnhofs Sarnen Nord kippte in der Nacht auf Donnerstag auf die Gleise der Zentralbahn und beschädigte die Fahrleitung und eine Blinklichtanlage beim nahen Bahnübergang. Zwischen Sarnen und Kägiswil musste der Strom der Fahrleitung abgestellt werden, damit sie repariert werden konnte. Dies hatte Zugsausfälle und Verspätungen zur Folge. Gegen 10 Uhr normalisierte sich der Zugsverkehr wieder, wie die Zentralbahn auf Anfrage mitteilte.

Auch die Titlisbahnen waren vom Wind betroffen. So blieben die Gletscherpisten den ganzen Tag geschlossen. «Der Ice-Flyer und der Gletscher-Skilift fuhren nicht. Von Trübsee bis Stand mussten wir die Gäste mit der Pendelbahn anstelle des Titlis-Xpress befördern», wie Mediensprecher Peter Reinle auf Anfrage sagte. Ein solches Ereignis komme mehrmals im Winter vor.

Frau in Basel von Baum erschlagen

In der Nordwestschweiz hat der heftige Sturm am frühen Donnerstagmorgen gar ein Todesopfer gefordert. In Riehen bei Basel ist eine Frau von einem umstürzenden Baum erschlagen worden. Die 61-Jährige übernachtete zusammen mit ihrem Ehemann in einer Jurte, wie die Basler Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Mann habe sich nach einiger Zeit mit leichten Verletzungen aus der zerstörten Behausung befreien und nach Hilfe rufen können.

Im Kanton Baselland gab es Medienberichten zufolge wegen des Sturms 25 Schadensmeldungen. In den meisten Fällen handelte es sich um umgestürzte Bäume oder umgekippte Bauabschrankungen. In der Nähe von Basel fiel am Mittwochabend ein entwurzelter Baum auf ein fahrendes Auto. Verletzt wurde niemand.

Die Bahnstrecke zwischen Basel und Rheinfelden war am Donnerstagmorgen zeitweise nur beschränkt befahrbar, weil ein entwurzelter Baum die Geleise blockierte. Verspätungen waren die Folge.

Sturmwarnungen für Flughäfen und Seen

Auf dem Bodensee war der Fährbetrieb gestört. Die Schiffsverbindung zwischen Romanshorn und Friedrichshafen musste ihren Betrieb wegen der starken Winde vorübergehend einstellen.

Vom Sturm betroffen war auch der Flugverkehr. Am Flughafen Zürich kam es am Donnerstagmorgen zu Verspätungen. Wie die Fluggesellschaft Swiss mitteilte, konnten wegen der starken Winde mehrere Maschinen nicht enteist werden, weil der Wind die Enteisungsflüssigkeit wegblies. Deshalb wurden die Starts kurzzeitig unterbrochen. Davon betroffen waren laut der Swiss 20 Flüge, die zwischen sieben und acht Uhr hätten abheben sollen. Nach rund einer halben Stunde normalisierte sich der Flugbetrieb wieder.

Das Wetter bleibt stürmisch

Tief «Zubin» bleibt im Alpenraum weiterhin sehr aktiv, wie der private Wetterdienst MeteoNews am Donnerstagabend mitteilte. Nachdem am Donnerstagmorgen bereits eine erste Kaltfront die Schweiz überquert hat, folgt in der Nacht auf Freitag bereits die nächste. Mit sich bringt sie stürmische Verhältnisse: Auch in der Region Zentralschweiz müsse man nochmals mit Windgeschwindigkeiten zwischen 60 und 90 Kilometern pro Stunde rechnen, so die Wettervorhersage. Zum Teil seien auch Böen mit bis zu 100 Stundenkilometern möglich. Lose Gegenstände sollten befestigt und Weihnachtsbeleuchtungen sturmfest gemacht werden.

Nebst stürmischen Winden erwarten die Meteorologen auch teils intensive Niederschläge. Die Schneefallgrenze soll über Nacht von 700 auf 400 Meter sinken.

dvm/map

In Meggen, Merlischachen und Küssnacht kam es heute Samstag zu einem Stromausfall (Symbolbild). (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

In Meggen, Merlischachen und Küssnacht kam es heute Samstag zu einem Stromausfall (Symbolbild). (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

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