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ZENTRALSCHWEIZ: Widerstand ist angesagt – und nicht immer zwecklos

Die Post will in den nächsten vier Jahren bis zu 600 klassische Postfilialen schliessen. Dagegen könnte es jedoch grossen Widerstand aus der Bevölkerung geben.
Vielerorts sind bereits Postagenturen in Dorfläden integriert, wie hier im Willi-Beck in Hellbühl. (Archivbild Philipp Schmidli)

Vielerorts sind bereits Postagenturen in Dorfläden integriert, wie hier im Willi-Beck in Hellbühl. (Archivbild Philipp Schmidli)

Die neusten Umstrukturierungspläne der Post hören sich wie ein Déjà-vu an. Denn gleich tönte es vor mehr als zehn Jahren, als die Post einen grossen Abbau ankündete. Es wurden darauf innert weniger Jahre schweizweit 1800 Poststellen gestrichen. In vielen Städten und Gemeinden passierte dies nicht ohne Proteste und Lobbyaktionen. Der Widerstand blieb manchenorts nicht ohne Erfolg, wie das Beispiel aus der Luzerner Altstadt zeigt.

Beim Poststellenabbau von 2003 wurden in der Stadt Luzern (rechtes Seeufer) zwei von 14 Filialen ersatzlos geschlossen: in den Quartieren Maihof und Wesemlin. Auf der Kippe stand auch die Poststelle Löwengraben. «Die Post entschied sich, die Filiale für Brief- und Paketservice beizubehalten, nicht mehr möglich waren Geldgeschäfte», erinnert sich Albert Schwarzenbach, der sich als Quartiervertreter für die Beibehaltung der Post einsetzte.

«Wir haben das Maximum herausgeholt», ist Schwarzenbach überzeugt. Die Gefahr, dass die redimensionierte Poststelle in den nächsten Jahren doch noch geschlossen wird, sei aber gross geblieben. «Die Post Löwengraben hat ohne Geldgeschäfte nämlich Kundenfrequenz eingebüsst.» 2011 wollte die Post die Filiale schliesslich endgültig schliessen. Der Einsatz von Quartiervertretern und der Politik konnte dies aber verhindern. Albert Schwarzenbach reichte ein Postulat im Grossen Stadtrat zur Rettung der Poststelle in der Altstadt ein. Dank der Gegenwehr lenkte die Post ein. Heute findet man die Postagentur in der ­Bäckerei Merz in der Eisengasse. «Eine gute Lösung», bilanziert Schwarzenbach. «Durch die Shop-in-Shop-Lösung sind die Öffnungszeiten sogar länger.»

Der Obwaldner CSP-Nationalrat Karl Vogler erwartet auch auf die aktuellen Abbaupläne der Post starken Widerstand «aus der Bevölkerung, aber auch von Seiten der Politik». Karl Vogler: «Die Post muss sich ihres Service-public-Auftrags bewusst sein. Gerade in Berg- und Randregionen ist die Poststelle enorm wichtig für die Einwohner.» Der Nationalrat rechnet mit politischen Vorstössen, um die sozialen Folgen des Poststellen­abbaus abzuschwächen. Er überlegt sich selber, hier aktiv zu werden. (eme.)

Bild: Grafik LZ

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