ZENTRALSCHWEIZ: Wintereinbruch legt Schwerverkehr lahm

Der Einbruch des Winters hat am Mon­tag­morgen die Nord-Süd-Achsen der Schweiz für den Schwerverkehr praktisch blockiert.

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Die A2 bei Göschenen vor dem Gotthard-Tunnel am Montag um 12:44 Uhr. (Bild a2-gottardo.ch)

Die A2 bei Göschenen vor dem Gotthard-Tunnel am Montag um 12:44 Uhr. (Bild a2-gottardo.ch)

Lastwagen und Lastenzüge konnten zeitweise weder Gotthard- und Simplon- noch die San-Bernardino-Route befahren. Die Tunnelverbindung durch den Grossen St. Bernhard war offen.

Starke Schneefälle, zum Teil bis in die Niederungen, führten verbreitet zu teils prekären Strassenverhältnissen. So war die Autobahn A2 vor dem Gotthard-Strassentunnel für den Schwerverkehr gesperrt. Laut Auskunft von Mario Frei von der Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) in Emmen hatten sich zeitweise mehrere Lastwagen quer gestellt. Auf der Gotthard-Südseite war die A2 zwischen Quinto und Airolo wegen Schneeräumungsarbeiten gesperrt.

Um 16.12 Uhr schreibt Zisch-Leser K. Truttmann zudem per Handy an die Redaktion: «Bei Erstfeld geht gar nichts mehr, vermutlich ist die A2 sogar geschlossen.»

Ergiebige Schneefälle bis Montagnachmittag
In den Warteräumen beidseits des Gotthards standen Hunderte von Lastwagen - rund 200 in Erstfeld im Urnerland, etwa gleich viele in Giornico im Tessin, wie Frei sagte. Am Vormittag begann wenigstens der Personenverkehr wieder zu rollen.

Der Wetterdienst MeteoSchweiz hatte eine Unwetterwarnung herausgegeben, wonach auf der Alpensüdseite und in den nördlich des Alpenhauptkammes angrenzenden Regionen noch bis zum Montagnachmittag mit ergiebigen Schneefällen gerechnet werden muss.

Bis 50 Zentimeter Neuschnee in den Alpen
Bis am Vormittag hatte es vom Maggiatal über die Leventina und San Bernardino bis zum Maloja und das Oberengadin in höheren Lagen bereits 30 bis 50 Zentimeter Schnee gegeben, wie der MeteoSchweiz-Meteorologe Christophe Voisard auf Anfrage sagte. Von Zermatt über das Goms bis zur Gotthardregion waren es 20 bis 30 Zentimeter. Die intensiven Schneefälle sollten nach Voisards Einschätzung in der Nacht zum (morgigen) Dienstag etwa ab Mitternacht abflauen.

Der Meteorologe führte die starken Schneefälle auf eine Kaltfront zurück, die sich über dem Alpenraum festgesetzt hatte. «Sie macht praktisch keinen Wank», sagte er. Die Schneefallgrenze sank weit hinunter. Am Sitz von MeteoSchweiz am Zürichberg fiel Schneeregen, auf dem Flughafen Bern-Belpmoos schneite es. Voisard veranschlagte die Schneefallgrenze westlich von Zürich auf 400 bis 500 Meter, östlich davon auf 700 bis 800 Meter über Meer.

ap/ana