Zentralschweizer Prominente zeigen Herz

Am Dienstagabend wurde die LZ-Weihnachtsaktion offiziell gestartet. Zur Eröffnung erschien viel Prominenz - und es wurde betont, wie wichtig Solidarität ist.

Drucken
Teilen
Auch für sie ist Helfen eine Herzensangelegenheit (von links): Klaus Fellmann, Präsident des Beirates der LZ-Weihnachtsaktion; Leo Müller, Kantonsratspräsident Luzern, und Ruedi Meier, Luzerner Stadtrat. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)

Auch für sie ist Helfen eine Herzensangelegenheit (von links): Klaus Fellmann, Präsident des Beirates der LZ-Weihnachtsaktion; Leo Müller, Kantonsratspräsident Luzern, und Ruedi Meier, Luzerner Stadtrat. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)

Die Gemeinschaft habe dafür zu sorgen, dass auch die Menschen am Rand zur Gesellschaft dazugehören. Dies sagte der Luzerner Stadtrat Ruedi Meiergestern Abend anlässlich des Startanlasses zur LZ-Weihnachtsaktion im Medienhaus der LZ-Medien in Luzern. «Dieses ‹am Rande stehen Müssen› ist typischer Ausdruck der Form von Armut in unserer sogenannt entwickelten Welt», so Sozialdirektor Meier. Es gehe nicht um Mangel an Essen, Kleidung und Unterkunft, sondern um die Isolation, um den sozialen Ausschluss von Betroffenen.

Genau in dieser Situation helfe die LZ-Weihnachtsaktion, sagte Stiftungsratspräsident Erwin Bachmann, der für die grossartige Solidarität dankte. Letztes Jahr wurden über 2100 Gesuche behandelt und 2,6 Millionen Franken gesammelt (siehe Box). Bachmann zeichnete einen Mann mit viel Herz aus: Anton Oehenhat in seiner jahrelangen Tätigkeit beim Solidaritätsfonds Luzerner Bergbevölkerung über eine Million Franken aus der Weihnachtsaktion verteilt. Sichtlich gerührt nahm Oehen das grosse Lebkuchenherz entgegen.

Soziale Projekte statt Boni

Die Zentralschweizer Prominenz zeigte gestern Abend viel Herz für die Spendensammlung. Doch welches sind ihre anderen Herzensangelegenheiten? Die Obwaldner Regierungsrätin Esther Gasser Pfulghat ein Herz für die Freiwilligenarbeit. «Unser Land lebt davon, dass viele Leute im Hintergrund ohne Entgelt Freiwilligenarbeit leisten.» Bruno Schmidvon der CSS-Versicherung zeigt Herz für «all jene, denen es nicht so gut geht. Ihnen kann ich ein Stück von meinem Luxus weitergeben.»

Und auch das Herz von Migros-Geschäftsleiter Ernst Weberschlägt in erster Linie für jene seiner Mitarbeiter, die beispielsweise unerwartet krank werden. «Dank unserer Fürsorgestiftung bin ich sicher näher bei unseren Mitarbeitern, denen es schlecht geht.» Die sozialen Aspekte seien bei der Migros sehr wichtig. «Unser Gewinn geht in soziale Projekte, nicht in Boni.»

Für benachteiligte Kinder

Aus egoistischer Sicht sei für sie ihre Familie eine Herzensangelegenheit, sagt Vreni Wicky, die Kantonsratspräsidentin von Zug. Ihr Herz schlägt aber auch generell für die Zuger. «Vor allem, wenn Kinder benachteiligt sind, geht mir das extrem ans Herz.» Umso lieber unterstütze sie die LZ-Weihnachtsaktion. «Sie ist für jene Menschen da, die durch die sozialen Maschen fallen. Und ich weiss: Meine Spende geht an jemanden, der es wirklich nötig hat.»

Seit einigen Jahren grosszügige Spenderin der LZ-Weihnachtsaktion ist die reiche Luzerner Vorortsgemeinde Meggen. Gemeindepräsident Andreas Heerund Sozialvorsteherin Mirjam Müllerwaren von einem Fallbeispiel tief beeindruckt, das ein Beirat der LZ-Weihnachtsaktion aus einer anderen reichen Zentralschweizer Gemeinde erzählte.

Für wen – oder besser: für was – ihr Herz schlägt, ist bei der Luzerner alt NationalrätinJudith Stammschon beim ersten Gesprächsfetzen klar: die Politik. «Das Wohl unseres Landes liegt mir am Herzen», sagt Stamm und ergänzt: «Momentan muss ich jeden Tag über die Bundesratswahlen sprechen, am liebsten möchte ich weiter intervenieren.»

Christian Bertschi