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Berufsmeisterschaften: Zentralschweizer Talente blühen auf

An den Swiss Skills in Bern zeigten die besten jungen Berufsleute ihre Fähigkeiten in 135 verschiedenen Lehrberufen. Auch Zentralschweizer massen sich in kniffligen Aufgaben.
Andreas Bättig
Grossanlass: Blick in eine der Hallen auf dem Gelände der Bern Expo in Bern. Dort fanden die Swiss Skills 2018 statt. (Bild: Pius Amrein, Bern, 15. September 2018)

Grossanlass: Blick in eine der Hallen auf dem Gelände der Bern Expo in Bern. Dort fanden die Swiss Skills 2018 statt. (Bild: Pius Amrein, Bern, 15. September 2018)

Wer als Autofahrer schon mal seitwärts in einen engen Parkplatz einparkieren musste, der dürfte beim Anblick der Fähigkeiten von Landwirt Simon Helfenstein ziemlich beeindruckt gewesen sein. Mit viel Feingefühl manövrierte der 18-jährige Gunz- wiler einen Traktor durch einen Parcours, der so eng gesteckt war, dass es bei jedem Wendemanöver um Zentimeter ging. Als ob das nicht schon schwer genug wäre, musste er vorne mit einem sogenannten Frontlader eine Euro-Palette aufladen, auf der sechs Wasserbehälter standen. Ziel war es, möglichst wenig Wasser zu verschütten. Helfenstein gelang das beeindruckend gut. «Ich bin mit meiner Leistung zufrieden», sagte er, nachdem er den Traktor verlassen hatte.

Simon Helfenstein gehörte am Samstag zu den Besten der rund 900 Berufsleuten, die sich an den Swiss Skills in Bern während fünf Tagen massen. «Ich finde es schön, dass man sich mit seinen Berufskollegen vergleichen kann», sagte er. «An solchen Anlässen können wir zudem die Landwirtschaft der Bevölkerung näherbringen. Es ist wichtig, dass wir ein gutes Image haben.»

Inspiration dank Instagram

Nicht weniger schwierig als jene von Simon Helfenstein war eine der Aufgaben, die Chantale Ambühl aus Schötz zu meistern hatte. Die Coiffeuse musste an einem blonden Modellkopf ihre Fähigkeiten beim Flechten von Haaren zeigen. Vor den Augen von Dutzenden Zuschauern keine leichte Angelegenheit. «Man muss die Zuschauer ausblenden. Schliesslich muss man extrem präzise arbeiten und schauen, dass die Proportionen stimmen», sagte die 23-Jährige. Das Flechten gehöre nicht zu ihrer Lieblingsdisziplin. Eher das Gestalten einer frei wählbaren Frisur, die laut Wettbewerbsvorgaben futuristisch sein soll. «Hier werde ich mich voll ausleben können», sagte Ambühl. Ihre Stärke sei nämlich die Kreativität. Inspirationen dafür hole sie sich in sozialen Medien wie Facebook oder Instagram. «Hier an den Swiss Skills wollen sie keine 0815-Haarschnitte. Ideen sind das A und O.»

An Kreativität hat es den jungen Berufsleuten in Bern definitiv nicht gemangelt. Wer durch die Hallen schlenderte, war beeindruckt von der Arbeit, die hier gezeigt wurde. Vor über 120 000 Besucherinnen und Besuchern an den fünf Tagen zauberten junge Köchinnen und Köche in Showküchen schmackhaft aussehendes Essen auf die Teller, die Boden- und Parkettleger zeigten, wie akkurat sie mit Holz arbeiten können, die Hufschmiede, dass ihr Handwerk längst nicht zu den alten Eisen gehört. Dabei konnte nicht nur zugeschaut, sondern bei vielen Ständen gleich selber Hand angelegt werden.

Genau das macht laut Reto Wyss, Luzerner Bildungs- und Kulturdirektor und Präsident der Stiftung Swiss Skills, den Anlass so besonders. «Hier erleben Jugendliche Berufe emotional», sagte er. «So können sie sich und auch ihre Eltern viel besser ein Bild machen, ob der Beruf für sie in Frage kommt.» Wyss zeigte sich beeindruckt über die Fähigkeiten, die die jungen Berufsleute in Bern zeigten. «Dass sie sich trotz der Unruhe, die in den Hallen herrscht, so gut konzentrieren und sich nicht ablenken lassen, ist schon faszinierend.»

An der Weltmeisterschaft World Skills in Abu Dhabi 2017 konnten die Schweizer 20 Medaillen gewinnen, davon 11 Goldmedaillen. Damit belegte die Schweiz in der Nationenwertung den zweiten Platz hinter China. Das ist laut Wyss kein Zufall. «Die Zusammenarbeit der öffentlichen Hand, den Firmen und den Berufsverbänden ist in der Schweiz einzigartig», erklärt Wyss den Erfolg. Auch die Durchlässigkeit sei aussergewöhnlich in der Schweiz. «Man kann sich von der Anlehre bis zum Professor hocharbeiten. Das gibt es anderenorts kaum in dieser Art.»

Nun geht es laut Wyss darum, dass sich die Swiss Skills weiter etablieren: «Es darf nicht sein, dass wir bis zu den nächsten Berufsmeisterschaften wieder in Vergessenheit geraten.» Alle vier Jahre die Berufsbildung in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, reiche nicht.

Swiss Skills 2018: Die schiere Grösse des Events ist Beeindruckend: Hier ein Eindruck von der Halle in denen die Köche zum Wettkampf antraten. (Bilder: Pius Amrein, Bern, 15. September 2018)

Einmal den Boden verlegen bitte.
Volle Konzentration - trotz Promi-Besuch: Roman Käslin, Elektroinstallateur EFZ, aus Nottwil bei seiner Prüfung. Beobachtet wird er vom Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss.
Immer noch voll konzentriert: Elektroinstallateur Roman Käslin.
Die Swiss Skills erlauben den Besuchern einen direkten Einblick in die verschiedenen Berufe.
Kochen auf Kommando: Auch das gehört zur Berufsmeisterschaft.
Simon Helfenstein, Landwirt EFZ, aus Gunzwil bewist sein Können hinter dem Lenkrad eines Traktors.
Jeder Handgriff muss sitzen.
Höchstleistung unter den Augen der Experteen und Besucher.
Macht die Haare schön: Coiffeuse Chantale Ambühl aus Schötz beim Haareflechten.
Kunst am Kunsthaar.
Das Gleis wurde gleich in die Halle verlegt.
Verdichtetes Bauen im Gastro-Sektor: Jungköche bei der Arbeit.
13 Bilder

Swiss Skills

Hinweis
Alle Ranglisten der Berufsmeisterschaften finden Sie hier.

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