Zentralschweizer Tourismusgebiete unter Schock

Das Volk sagt überraschend Ja zur Weber-Initiative gegen Zweitwohnungen. In der Zentralschweiz sind die Tourismus­verantwortlichen konsterniert.

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Der Bau von Ferienwohnungen - hier in Engelberg - wird eingeschränkt. (Bild: EQ)

Der Bau von Ferienwohnungen - hier in Engelberg - wird eingeschränkt. (Bild: EQ)

28'445 Stimmen gaben den Ausschlag: Mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 50,6 Prozent hat der Souverän am Sonntag die Initiative von Franz ­Weber überraschend angenommen. Die Zentralschweiz stimmte praktisch geschlossen gegen die Beschränkung des Ferienwohnungsbaus.

Nur in der Agglomeration Luzern und in einzelnen Gemeinden gab es ein Ja. In den betroffenen Tourismusorten war die Ablehnung zum Teil massiv – 84,1 Prozent in Flühli-­Sörenberg oder 70,2 Prozent in Andermatt.

«Das ist eine Katastrophe für uns»

Besonders enttäuscht war man gestern in Flühli-Sörenberg. «Das ist eine ­Katastrophe für uns», so Tourismus­direktorin Carolina Rüegg auf Anfrage. Das sei ein verheerendes Signal. Sie befürchtet nun den wirtschaftlichen Stillstand in ihrer Region. «Wir werden darunter noch sehr leiden.» Ähnlich tönt es in Andermatt. «Wir stehen unter Schock», sagt die Geschäftsführerin von Andermatt-Urserntal Tourismus, Bernadette Christen. Nun sei die Verunsicherung gross. Vor allem zu definieren und zu kontrollieren, ­welche Wohnungen von der Initiative betroffen seien, werde eine grosse ­Herausforderung sein.

Engelberg erwartet Preisschub

Ebenfalls mit Schwierigkeiten rechnet Frédéric Füssenich, Direktor von Engelberg-Titlis Tourismus. In Engelberg war die Ablehnung gestern mit 55,8 Prozent weniger deutlich als in Flühli oder in Andermatt. Die Vorlage biete «viel Futter für Juristen», sagt er. Ausserdem rechnet er damit, «dass die Immobilienpreise kurzfristig steigen werden».

Füssenich gibt sich aber auch selbstkritisch: «Wir haben das Problem vielleicht zu lange verschlafen.» Und im Abstimmungskampf sei man zu wenig aktiv gewesen.

red

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