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ZUG: «Pedalodiebstähle haben sich in den letzten Jahren gehäuft»

In Luzern werden Pedaloboote gestohlen. In Zug auch. Das ärgert den Zuger Bootsverleiher Marcello Schöpflin – auch wenn er selber lieber Motorboot fährt.
Aleksandra Mladenovic
«Ich hatte immer schon eine grosse Affinität zum Wasser»: Marcello Schöpflin, Bootsvermieter am Zuger Landsgemeindeplatz. (Bild Manuela Jans)

«Ich hatte immer schon eine grosse Affinität zum Wasser»: Marcello Schöpflin, Bootsvermieter am Zuger Landsgemeindeplatz. (Bild Manuela Jans)

Marcello Schöpflin (53) vermietet am Zugersee 19 Pedaloboote, acht unterschiedliche Motorboote sowie sechs Stand-Up-Paddles. Mit Pedalodiebstählen wie jenen in Luzern vom vergan­genen Wochenende (Ausgabe von Dienstag) hat auch der Pächter von Marcello’s Bootsvermietung am Landsgemeindeplatz in Zug seine Erfahrungen gemacht.

Marcello Schöpflin, in Luzern wurden am letzten Wochenende vier Pedalos losgeschnitten, wohl für einen nächtlichen Ausflug. Sie scheinen ein begehrtes Gut zu hüten.

Marcello Schöpflin: Nun, bei der Beschaffung kostet solch ein Pedalo je nach Hersteller immerhin 4000 bis 4500 Franken – nicht gerade wenig für einen nächtlichen Ausflug.

Wurde denn bei Ihnen auch schon geklaut?

Schöpflin: Ja klar, jedes Jahr kommen zirka drei Pedalos weg. Manchmal auch Motorboote. Leider. Meistens finden wir sie aber wieder. Aus dem See herausgenommen wurde bisher noch keines. Dennoch mussten wir in den letzten zwei Monaten drei Strafanzeigen machen wegen Vandalismus, Sachbeschädigung und Diebstahl. Die Fälle haben sich in den letzten acht Jahren, seit ich die Bootsvermietung pachte, gehäuft.

Wissen Sie, weshalb die Boote geklaut werden?

Schöpflin: Nun, daran, dass die Diebe keinen Bootsführerschein haben, kann es nicht liegen. Weder für die Pedalos noch für unsere Motorboote braucht man einen Führerschein.

Schützen Sie sich irgendwie gegen Diebstahl?

Schöpflin: Natürlich – die Boote sind mit einer Edelstahlkette abgesichert. Aber auch die kriegt man kaputt, wenn man will. Allerdings sind wir an einer exponierten Lage. Doch es mangelt nachts an Polizeipräsenz.

Wenn die Boote nachts geklaut werden – ist das nicht eine Marktlücke?

Schöpflin: Auf keinen Fall. Bis vor drei Jahren haben wir am Seefest und am 1. August Boote auch nachts vermietet. Das hat aber immer häufiger zu Problemen geführt, weil sich die Leute nicht zusammennehmen – vor allem bezüglich des Alkoholkonsums. Das wiederum birgt Sicherheitsrisiken, die wir nicht verantworten wollen. Zudem wird die Gesetzgebung ja immer rigoroser.

Diesen Sommer haben Sie wohl auch schon ohne die Langfinger alle Hände voll zu tun ...

Schöpflin: Ja, momentan definitiv. Wir kommen an den Anschlag. Aber das ist gut – es war ja lange genug schlechtes Wetter. Am Zuger Sportfestival Boardstock vom letzten Wochenende haben wir einen Riesenanlass veranstaltet, etwa mit Workshops für Stand-up-Paddeln und sogar Yoga auf diesen Brettern. Da gab es auch viele Besucher.

Mussten Sie den Leuten da auch das Pedalofahren beibringen?

Schöpflin: (lacht) Nein, ich glaube, die Fähigkeit des Pedalofahrens ist den Leuten angeboren. Vor allem den Jungen.

Ihnen auch?

Schöpflin: Nun ...

Fahren Sie etwa nicht Pedalo?

Schöpflin: Eher nicht, wenn ich nicht unbedingt muss.

Sind Sie etwa wasserscheu?

Schöpflin: Im Gegenteil. Ich hatte immer schon eine grosse Affinität zum Wasser – von Kindesbeinen an. Ich hatte vor acht Jahren etwa auch ein Schiff auf dem Zürichsee. Dann habe ich mir eine Arbeit gesucht, bei der ich den Sommer hier und den Winter im Süden verbringen – fünf Monate lang in Brasilien entspannen kann. Die Bootsvermietung war da perfekt. Und hier fahre ich dann eher selber Motorboote – die sind halt schon bequemer und angenehmer.

Mieten Sie sich dann in Brasilien manchmal ein Pedaloboot?

Schöpflin: Wenn schon, dann ein grosses Motorboot.

Auch wenn am Ende der fünf Monate das Geld knapper wird?

Schöpflin: (lacht) Einen derartigen Engpass hatte ich also noch nie.

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