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1. AUGUST: Stadt Zug engagiert aussergewöhnliche Festrednerin für 1.-August-Feier

Mit der 19-jährigen Mara Labud präsentiert die Stadt am morgigen Nationalfeiertag eine aussergewöhnlich junge Festrednerin – und eine Deutsche noch dazu.
Wolfgang Meyer
Mara Labud ist nicht auf den Mund gefallen. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 27. Juli 2017))

Mara Labud ist nicht auf den Mund gefallen. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 27. Juli 2017))

Wolfgang Meyer

redaktion@zugerzeitung.ch

Bei der Vorstellung, vor 2000 Menschen eine Rede zu halten, bricht so manchem der kalte Schweiss aus den Poren. Die 19-jährige Mara Labud ist wenige Tage vor ihrem bisher grössten Auftritt an der Zuger 1.-August-Feier aber allem Anschein nach noch ziemlich gelassen.» Mein grosser Vorteil ist, dass man mir kaum ansieht, wenn ich innerlich am Sterben bin», scherzt sie.

Reden vor Publikum ist sie sich gewohnt. Am bundesweiten Debattierwettbewerb belegte sie dieses Jahr den zweiten Platz. Vom Publikum wurde sie sogar zur besten Rednerin der Schweiz gekürt. Ihre Leidenschaft für die Debatte wurzelt aber nicht nur im Adrenalinkick, der sie überkommt, wenn sie ihre schärfsten Argumente an jenen eines gewieften Gegenübers misst. Mara Labud streitet nicht nur um des Streitens willen. Sie streitet für Freiheit, Gleichheit und Offenheit. Ihr jugendliches Feuer ist dabei längst nicht ihre stärkste Waffe. «Eines meiner grossen Anliegen ist die politische Beteiligung meiner Generation.» Labud versteht nicht, wie junge Schweizer Bürger ihre Stimme achtlos wegwerfen. «Wir sind diejenigen, die am längsten mit den Entscheidungen leben müssen, die heute gefällt werden.» Eine durchschnittliche Stimmbeteiligung von unter 50 Prozent lässt Labud nur verständnislos den Kopf schütteln.

Ein Kulturschock in Oberägeri

Vielleicht gerade auch deshalb, weil sie selber nicht abstimmen darf: Labuds Familie ist vor sieben Jahren von Quickborn, einer Vorstadt Hamburgs, nach Oberägeri gezogen. Ein ziemlicher Kulturschock für die damals 12-Jährige – «besonders bezüglich Offenheit», sagt Labud ernst. Zurzeit befindet sie sich im Einbürgerungsprozess. «So viel es meiner Meinung nach an der politischen Stimmung in diesem Land zu verbessern gibt, so sehr liegt mir unsere Schweiz auch am Herzen.»

In der Zeit bis zum eigenen Stimmausweis bleibt sie deshalb nicht untätig. Zusammen mit Benjamin Hermann hat sie die Jugendgruppe «Prisma» ins Leben gerufen, die eine Möglichkeit zum Treffen und Austauschen für Jugendliche mit unterschiedlicher sexueller Orientierung bietet.

Und auch ohne Stimmcouvert im Briefkasten verfolgt sie die politischen Geschehnisse in der Schweiz aufmerksam mit. «Am schlimmsten war für mich die Durchsetzungs-Initiative. Hätte das Schweizer Stimmvolk auch noch den Schritt in diese gefährliche Richtung getan, hätte ich meine Zukunftspläne überdenken müssen. In einer Gesellschaft mit faktischem Zwei-Klassen-Recht und den Folgen, die sich im Zusammenleben daraus ergeben, möchte ich nicht leben.»

Die Stadt will Denkanstösse

Dass ihre Worte am 1. August nicht nur auf gleichgesinnte Ohren stossen werden, nimmt sie als willkommene Gelegenheit. «Ist mein Publikum jenes, das meine Meinung bereits teilt, oder jenes, bei dem ich vielleicht noch den einen oder anderen Denkanstoss geben kann?», fragt Labud rhetorisch.

Um Denkanstösse ging es auch Regula Kaiser vom Stadtmarketing der Stadt Zug, als sie Labud das Rednerpult am 1. August anbot. «Wir wollen junge Menschen dazu anregen, mitzumachen, sich einzubringen in die Politik, selber zu denken. In Mara Labud haben wir eine schlagfertige und charismatische Botschafterin für dieses Anliegen gefunden.»

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