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16 Zuger Vereine messen sich in verrücktem Videowettbewerb – wer ist Ihr Favorit?

Die Brauerei Baar will ein jüngeres Publikum ansprechen und hat zu einer besonderen Aktion aufgerufen.

Raphael Biermayr
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Stilechter Trinker: ein Mitglied des Tauchclubs Zug.

Stilechter Trinker: ein Mitglied des Tauchclubs Zug. 

Bild: Brauerei Baar

«Das Blaue Kreuz haben wir natürlich nicht angeschrieben», sagt Martin Uster und lacht. Der Geschäftsführer der Brauerei Baar hat kürzlich eine ausgefallene Werbekampagne für das Bügel-Spez-Bier lanciert: Zuger Vereine lassen die Bügelflasche ploppen und halten das auf Video fest. Wer für seinen Beitrag auf der Facebook-Seite der Brauerei die meisten Likes erhält, gewinnt eine Führung durch den Traditionsbetrieb.

Uster habe auf der Suche nach potenziellen Teilnehmern sämtliche Zuger Gemeindewebsites nach den Vereinen durchforstet und rund 600 Briefe verschickt. Dies unter der Nichtberücksichtigung ungeeigneter Gruppierungen, wie beispielsweise eingangs erwähnter Organisation für Alkohol- und Suchtfragen oder solcher, die auf Kinder ausgerichtet sind. Die Zahl der Rückmeldungen wirkt bescheiden: 20 Klubs meldeten sich an (und erhielten einen Kasten Bier gesponsert), 16 schickten bis zur Abgabefrist einen Beitrag ein. Doch Uster sagt: «Ich war ehrlich überrascht, dass es so viele waren, ich rechnete mit zwei, drei Rückmeldungen, weil der Aufwand doch enorm ist.»

Das Zielpublikum soll jünger werden

Dieser Wettbewerb ist Teil einer Strategie, um die Reichweite der Brauerei Baar in den sozialen Medien zu erhöhen. Dabei setzt Martin Uster auf die Unterstützung einer Chamer Marketingfirma. «Wir wollen mehr Jüngere erreichen», sagt er. Spürt der Platzhirsch in diesem Kundensegment etwa die Konkurrenz der zahlreichen Craft-Beer-Kleinbrauereien, die in den letzten Jahren im Kanton Zug entstanden sind? «Nein. Und ein solches Image ist auch nicht unser Ziel.»

Ein Indiz für diese Behauptung ist die Tatsache, dass Uster mit Hilfe der Vereine ausgerechnet das Bügel-Spez-Bier bewerben lässt: ein traditionelles Bier in einer massiven Halbliterflasche, das nicht sonderlich hip wirkt – ein klassisches Schwingfest- oder Turnfestbier eben. «Das Bügel-Spez ist zwar gegen den allgemeinen Trend, die Absatzzahlen steigen aber stetig», sagt Uster.

Neben der Tatsache, dass nur gerade ein Verein aus der Brauereigemeinde Baar vertreten ist, ist die Bandbreite der Teilnehmer am Videowettbewerb bemerkenswert. Turner, Sänger, Trychler, Reiter, Festivalorganisatoren, Fussballer, Musiker, Fasnächtler, Alphornbläser, Biker und sogar Taucher beteiligen sich. Entsprechend vielfältig präsentieren sich die Videobeiträge. Die meistvertretene Rahmenhandlung: Jemand öffnet eine Bierflasche, woraufhin alle, die das Ploppen hören, alles stehen und liegen lassen, um auch ein Bier abzukriegen.

Mehr Bemühungen erhalten mehr Likes

Am aufwendigsten hat das die Männerriege des STV Menzingen – er ist als einziger Verein zweimal vertreten – inszeniert. So verlässt beispielsweise ein Mitglied sogar während des Fahrens sein Landwirtschaftsfahrzeug, um nicht leer auszugehen. Auch die Dorfspatzen Oberägeri sind kreativ: Deren Instrumente verwandeln sich in Bierflaschen, auf denen sie schliesslich scheinbar ein Ständchen spielen. Auf Schlichtheit setzen hingegen die Ägeri Bärgtrychler. Sie zeigen mässig spektakulär, wie sie nach ihrer Generalversammlung anstossen.

Für sie dürfte es angesichts der zahlreichen witzigen Clips schwer werden, bis zum Zählschluss am 31. Dezember  weit nach vorn zu kommen. Dürsten müssen einige ihrer Mitglieder gleichwohl nicht. Martin Uster kündigt an, von jedem Verein eine Delegation einzuladen, die einen kleinen Preis erhalten und natürlich zum Apéro eingeladen werde.