25 bewegende Jahre für Zug 94

1994 fusionierten der FC Zug und der SC Zug: der neue Verein hiess Zug 94. Am Samstag feierten die Zuger das Jubiläum mit einem Testspiel-Besuch des FC Luzern.

Michael Wyss
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Einer der Höhepunkte in der Geschichte von Zug 94 mit Boris Jevremovic (links): Die Cuppartie 2005 gegen die Grasshoppers mit Veroljub Salatic (rechts). (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Zug, 18. September 2005))

Einer der Höhepunkte in der Geschichte von Zug 94 mit Boris Jevremovic (links): Die Cuppartie 2005 gegen die Grasshoppers mit Veroljub Salatic (rechts). (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Zug, 18. September 2005))

«Schön ist, dass der FC Luzern unserer Geburtstags-Einladung folgte und wir die Profis bei uns während 90 Minuten bestaunen konnten», freute sich Zug-94-Präsident Beat Knoblauch (52). Der FCL unter seinem Trainer Thomas Häberli (45) testete gegen den österreichischen Bundesligisten Altach. Die Partie endete vor lediglich 305 Zuschauern 0:0.

«Schade, dass nicht mehr Fans gekommen sind. Doch die Hitze von 33 Grad lädt halt doch eher in die Badi ein als ins Fussballstadion», sah Zug-94-Sportchef Dusan Ilic (35) den Grund für die spärliche Kulisse im Stadion Herti-Allmend. Stadion-Speaker Pascal Ribary hatte die Lösung: «Ganz einfach, wenn der FCL heute gegen unseren Erstligisten Zug 94 gespielt hätte, wären vermutlich 1000 Fans gekommen», so der 56-Jährige mit einem Schmunzeln.

Zurück zum Jubilar: Zug 94 wurde 1994 aus den beiden Vereinen FC Zug und SC Zug gegründet. Heute ist Zug 94 der grösste Fussballverein im Kanton Zug. Knoblauch: «Ganz stolz bin ich auf unseren Nachwuchs. Wir spielen mit den A- und B-Junioren in der höchsten Liga, der Coca Cola Junior League. Vorletzte Woche feierten wir mit den A-Junioren in Kriens den Cupsieg des Innerschweizerischen Fussballverbands. Das zeigt mir, dass wir mit unseren Ausbildnern im Nachwuchs auf dem richtigen Weg sind.»

Das Team Zugerland (eine erfolgreiche Leistungsabteilung aller Zuger Fussballvereine), seit 2008 in die Vereinsstrukturen von Zug 94 integriert gewesen, wird seit gestern wieder extern vom Zuger Fussballverband geführt. Hauptsitz des Team Zugerlands bleibt aber Zug 94.

Schönste Momente

Auch der frühere Zug-94-Spieler Dragoljub Salatic (37) kann sich an die Anfangszeit erinnern: «Ich erlebte die Fusion hautnah mit. Der SC Zug war mein Stammverein. Ich durchlief anschliessend die ganze Nachwuchsabteilung und spielte während zehn Jahren in der ersten Mannschaft von Zug 94.» Es sei rückblickend eine schöne Zeit gewesen, wie der heutige 2.-Liga-inter-Trainer des FC Ägeri bestätigt: «Im Nachwuchs- wie im Aktivbereich feierten wir schöne Erfolge. Auch das Cupspiel 2005 gegen den Grasshoppers Club Zürich, wo mein Bruder Vero spielte, bleibt unvergesslich. Damals kamen bei unserer 2:6-Niederlage 3400 Fans ins Stadion Herti-Allmend.» Ein fader Beigeschmack blieb aber dennoch, wie Salatic betont: «Ich wurde bei meinem letzten Spiel für Zug 94 nicht verabschiedet. Das war schon frustrierend für mich nach so langer Zeit.»

Aufstiegsspiele und Cuppartien

Höher als in der 1. Liga spielte Zug 94 in seiner Vereinsgeschichte nie. Verkraftet werden musste zwischenzeitlich sogar ein Abstieg in die 2. Liga interregional. «Die Infrastruktur lässt Fussball auf höherem Niveau zu. Das haben wir gesehen, als Cham bei uns vor etwas mehr als 10 Jahren eine Saison in der Challenge League spielte oder 2016 beim Cupspiel gegen Basel mit 4500 Besuchern. Das Stadion Herti-Allmend wäre sicher ein gutes Stadion für die Challenge League», ist Ilic überzeugt. «Es wäre schön, wenn wir eines Tages in der Promotion League oder der zweithöchsten Liga spielen könnten. Zug verdient einfach mehr als 1.-Liga-Fussball», so der Sportchef weiter. Mehrmals klopfte Zug 94 in der jüngsten Vergangenheit in der Aufstiegsrunde an die Tür der höheren Liga an. Doch die Promotion wollte nicht gelingen.

Momentan backt Zug 94 so oder so kleinere Brötchen und muss sich in den nächsten Jahren zuerst in der 1. Liga etablieren, bevor der nächste Schritt gemacht werden kann. Knoblauch sagt: «Es ist Jahr für Jahr mit grossen personellen und finanziellen Anstrengungen verbunden. Dass wir uns in dieser Liga halten können, ist keine Selbstverständlichkeit mehr.»

Zug 94 ist übrigens noch auf der Suche nach einem neuen Präsidenten. Knoblauch tritt nach 15 1/2 Jahren Vorstandsarbeit, davon 7 1/2 Jahre als Präsident, von seinem Posten zurück. Ein Nachfolger ist bis heute nicht gefunden. Ende Oktober findet die Generalversammlung statt. Ilic sagt: «Es wäre schön und wichtig, wenn das Schiff einen neuen Kapitän hätte. Zug 94 ist eine interessante Adresse im Schweizer Fussball. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass sich hier etwas bewegen lässt. Es braucht einfach eine breite Unterstützung.»

Dass Zug interessant ist und Ilics Worte nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigt der Blick auf die Liste einiger ehemaliger Spieler und Trainer, die in Zug in den Achtziger- und Neunzigerjahren wirkten: Johan Neeskens (FC Zug), Lars Lunde (FC Zug), Rolf Fringer (SC Zug), Patrick Schnarwiler (FC Zug), Marco Grassi (SC Zug), Jan Berger (FC Zug) und Ottmar Hitzfeld (SC Zug).