3,4 Millionen für Zuger Jahrhundertprojekt

Die Projektierung des Zuger Stadttunnels kann starten. Das Kantonsparlament hat dafür am Donnerstag einstimmig einen Kredit von 3,4 Millionen Franken gesprochen. Das letzte Wort zum Tunnel hat das Volk.

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Ein Stadttunnel würde den Verkehr in Zug (im Bild die Neugasse) entlasten. (Archivbild Stefan Kaiser/Neue ZZ).

Ein Stadttunnel würde den Verkehr in Zug (im Bild die Neugasse) entlasten. (Archivbild Stefan Kaiser/Neue ZZ).

So sieht die Bestvariante des Zuger Stadttunnels aus. (Bild: Neue ZZ)

So sieht die Bestvariante des Zuger Stadttunnels aus. (Bild: Neue ZZ)

Vorderhand ging es im Kantonsrat einzig um die Projektierung des Tunnels. Weitere Kreditvorlagen für das 500-Millionen-Franken Projekt werden später folgen. Trotz Einigkeit bei der Abstimmung gab die Vorlage zu reden. Kritik äusserte vor allem die Fraktion der Alternativen-die Grünen (AGF): Die Partei unterstütze das Projekt zwar, aber nicht um jeden Preis, betonte eine Sprecherin. Die AGF forderte, erstens müsse die Innenstadt mit dem neuen Stadttunnel verkehrsfrei und Zug zur Velostadt werden. Zweitens sei mehr Transparenz bei der Finanzierung des Megaprojekts nötig.

Laut Baudirektor Heinz Tännler (SVP) ist der Stadttunnel nicht nur eine Umfahrung, sondern auch eine Erschliessungsstrasse. Gewisse Strassenzüge würden jedoch durchaus geschlossen und Plätze aufgewertet. Zu den Kosten räumte Tännler ein, die Strassenrechnung sinke zwar kurzfristig ins Minus. Der Kanton verfüge jedoch über ausreichend Liquidität, um das Projekt zu verkraften.

Grösstes Zuger Bauprojekt

Der Stadttunnel ist für den Kanton Zug ein Jahrhundertprojekt. Es ist das grösste Bauprojekt in seiner Geschichte. Der Tunnel soll das Zentrum von Zug vom Verkehr entlasten.

Die Planung gibt seit Jahrzehnten zu reden. Aus 24 Varianten hatte sich schliesslich die Variante U65 herauskristallisiert: Ein unterirdischer Kreisel verbindet die vier Tunnelarme miteinander. Diese münden in die Arther-, Ägeri-, Gotthard- und Industrie- beziehungsweise Gubelstrasse. Von der Gotthardstrasse her kann nur in den Tunnel eingefahren werden, die Ausfahrt erfolgt auf die Industriestrasse. Vorteil des unterirdischen Kreisels sei, dass auf grossflächige oberirdische Knotenbauwerke verzichtet werden könne, so Baudirektor Tännler.

Die heute gesprochenen 3,4 Millionen werden für die Projektierung eingesetzt. Die Regierung will Ende Jahr das generelle Projekt dem Kantonsrat vorlegen. Nächstes Jahr äussert sich das Stimmvolk definitiv zum Stadttunnel. Sagt es Ja, wird gemäss Planung im Jahr 2025 mit dem Bau begonnen.

sda