35'000 Plätze stehen in der Stadt Zug zur Verfügung

Der Stadtrat beantwortet Fragen im Zusammenhang mit Schutzunterkünften. Er schreibt auch, was man im Notfall packen sollte.

Andrea Muff
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Schutzplätze gibt es auch in Zivilschutzanlagen.

Schutzplätze gibt es auch in Zivilschutzanlagen.

Bild: Gina Böhme

Wo sind eigentlich die Schutzunterkünfte für die Stadtzuger Bevölkerung? Dies wollte der CVP-Gemeinderat Richard Rüegg vom Stadtrat wissen. Deshalb reichte er am 7. Mai eine entsprechende Interpellation ein. Nun hat die Exekutive geantwortet.

Die Schutzbauten sind im Bundesgesetz geregelt. Dort heisst es, dass es «im Grundsatz für jeden Einwohner und jede Einwohnerin in zeitgerecht erreichbarer Nähe des Wohnortes ein Schutzplatz bereitzustellen» sei. Gemäss der Verordnung über den Zivilschutz sorgen die Kantone für die Umsetzung. Somit ist das Amt für Zivilschutz und Militär des Kantons Zug für den Vollzug des Zivilschutzes im Kanton zuständig, heisst es in der Antwort des Stadtrates.

Interessierte können sich an kantonale Stelle wenden

Die Zivilschutzverwaltung führt die Zuweisungsplanung (Zupla). Gemäss dieser Planung wird die ständige Wohnbevölkerung den Schutzräumen zugewiesen. «Die Ergebnisse der Zupla werden der Bevölkerung auf Anordnung des Bundes bekanntgegeben, wenn die sicherheitspolitische Lage es erfordert», ist der Antwort zu entnehmen.

Im Grundsatz gelte, dass wer über einen vollwertigen Schutzraum im Wohnhaus verfüge, sei diesem zugewiesen. Für Personen, die über keinen Schutzraum im Wohnhaus verfügen, könne die Zuweisung bei jeder Überarbeitung der Zupla ändern. Laut dem Stadtrat können sich Interessenten über ihre Schutzplatzzuweisung bei der Zivilschutzverwaltung des Kantons Zug erkundigen.

Weiter wollte Richard Rüegg wissen, ob genügend solche Plätze in der Stadt vorhanden seien. Die Exekutive bestätigt das und gibt an, dass für die ständige Wohnbevölkerung rund 35'000 vollwertige Schutzplätze zur Verfügung stehen.

Notgepäck für zwei bis drei Tage

Bei einem Ereignis wird die Bevölkerung mittels Sirenenalarm, Radiodurchsagen, über die städtische Website und Alertsuisse alarmiert. Vor kurzem hat die Stadt Zug die Informationsbroschüre «Ihre Anlaufstelle im Ereignisfall» an alle Haushalte der Stadt Zug verteilt. Die Notfalltreffpunkte sind für den Fall, dass die Kommunikationskanäle ausfallen, dienen als Unterstützung von organisatorischen Massnahmen und leisten der betroffenen Bevölkerung Hilfestellung. Ausserdem kommen die Notfalltreffpunkte im Fall einer Evakuierung als Sammelpunkte zum Einsatz.

Zu den Schutzräumen verweist der Stadtrat darauf, dass diese eine Vorlaufzeit benötigen: «Die Schutzräume sind nicht darauf ausgelegt, dass sie unmittelbar und sofort nach einem plötzlichen Ereignis – wie beispielsweise Naturkatastrophen – bezogen werden können. «Unmittelbar» bedeute in diesem Zusammenhang, dass die Bereitschaft innerhalb von fünf Tagen gewährleistet sein müsse.

Für den Bezug von Schutzräumen gelten übrigens die gleichen Vorbereitung wie bei einer Evakuation: Notgepäck für zwei bis drei Tage inklusive persönliche Dokumente, Geld, Medikamente, Verpflegung und Getränke. Die Wohnung sollte für eine längere Abwesenheit vorbereitet und das Futter für Haustieren bereitgestellt werden.

Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden.

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