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4500 Unterschriften sind bis jetzt für das Camping in Zug zusammen

Geht es nach dem Kanton und der Korporation Zug, verschwindet der Campingplatz beim Brüggli in rund drei Jahren. Dagegen wehrt sich eine Gruppe mit einer Petition. Die Zahl der Unterschriften zeigt: Der Widerstand ist gross.
Livio Brandenberg
Auf dem Areal mit Seeanstoss beim Brüggli in Zug sollen ab 2022 keine Wohnwagen und Zelte mehr stehen. (Bild: Daniel Frischherz (16. August 2018))

Auf dem Areal mit Seeanstoss beim Brüggli in Zug sollen ab 2022 keine Wohnwagen und Zelte mehr stehen. (Bild: Daniel Frischherz (16. August 2018))

Es gilt als beschlossene Sache: Der TCS-Campingplatz beim Brüggli in Zug soll bis 2022 geschlossen werden. So steht es im Richtplan respektive im darin enthaltenen Projekt Lorzenebene, den der Kantonsrat verabschiedet hat. Dort steht auch, was mit dem Areal nach 2020 geschehen soll: «Die Stadt Zug wertet mit dem Kanton und der Korporation Zug das Gebiet Brüggli für die Erholung auf. Der freiwerdende Platz ist für Sportler, Badende und Erholungsuchende aufzuwerten.»

Die Korporation Zug ist die Landeigentümerin. Sie will den Pachtvertrag nicht verlängern. Es bestünde kein Recht für Auswärtige, in Zug am See campieren zu dürfen und auch keine Pflicht, im Brüggli einen Campingplatz anbieten zu müssen, sagte Korporationspräsident Urban Keiser Ende August zu unserer Zeitung.

Gegen die geplante Schliessung regt sich allerdings seit einigen Monaten Widerstand: Unter der Führung des ehemaligen, langjährigen Campingwarts Mark Ullmer werden Unterschriften für den Fortbestand eines Campingplatzes an dieser Stelle und in der heutigen Form gesammelt.

Übergabe spätestens Anfang November

Die Petition «Ja zum Campingplatz Zugersee» haben Ullmer und seine Mitstreiter in schriftlicher Form wie auch online «aufgelegt». Wie eine Nachfrage zeigt, bewegt die geplante Schliessung: «Insgesamt sind bis jetzt zirka 4500 Unterschriften zusammengekommen. Rund 2100 schriftliche, knapp 2400 online», sagt Ullmer. Die genauen Zahlen seien derzeit noch schwierig abzuschätzen, da die Listen auch in einigen Restaurants in der Region aufliegen würden und noch eingesammelt werden müssten. «Es ist jedoch bereits jetzt eine gute Zahl. Das sind mehr Unterschriften, als wir erwartet haben.»

Wann die Unterschriftensammlung beendet wird, kann Ullmer ebenfalls noch nicht im Detail sagen: Man sammle jetzt noch ein wenig weiter. «Am Samstag kommen die involvierten Personen zusammen, dann beschliessen wir, wann und in welchem Rahmen respektive mit welchen Leuten wir die Petition dem Kantonsrat übergeben werden. Dies dürfte Mitte Oktober sein, spätestens Anfang November.»

«Man hört oft, man sei nicht neidisch auf die paar Dauermieter – für die Leute steht dieser Punkt nicht im Zentrum.»

Sobald das Datum definiert sei, werde man alle Zettel einsammeln und die Online-Petition vom Netz nehmen. «Dann tragen wir alle Unterschriften zusammen, und dann werden auch die konkreten Zahlen bekannt sein.»

Die bereits jetzt bekannte Zahl der Unterschriften lässt auf ein reges Interesse in der Zuger Bevölkerung schliessen. Von den Leuten, vor allem auch rund um den Campingplatz höre er viel Positives: «Das Camping bringe Leben an den Ort, vor allem in der Nachsaison. Und man hört oft, man sei nicht neidisch auf die paar Dauermieter – für die Leute steht dieser Punkt nicht im Zentrum. Grundsätzlich kann man sagen: Viele fänden es schade, wenn das Brüggli nicht so bleiben würde, wie es heute ist.»

Auch «Korporatiönler» haben unterschrieben

Doch wie sieht es bei der Politik aus? Kann der Petent die Stimmung im Zuger Politbetrieb bezüglich der geplanten Schliessung des Campings einschätzen? «Es haben einige Kantons-, Gemeinde- und auch mindestens ein Regierungsratskandidat unterschrieben», sagt Ullmer. Und sogar Korporationsbürger hätten ihren Namen unter das Anliegen gesetzt: «Auch Korporatiönler verstehen es nicht und haben unterschrieben.»

Vor rund einem Monat sind ausserdem zwei Zuger Gemeinderäte aktiv geworden. Die beiden GLP-Mitglieder David Meyer und Stefan Huber haben eine Interpellation in Sachen Brüggli eingereicht. Darin wollen sie vom Stadtrat wissen, ob dieser es begrüsse, «wenn im Brüggli weiterhin ein Campingplatz bestehen bleibt, entweder in seiner heutigen oder aber in reduzierter Form mit wechselnden Stellplätzen?»

Weiter fragen Meyer und Huber, ob die Stadtregierung «gewillt sei, bei der Korporation als Landeigentümerin vorstellig zu werden, um Verhandlungen zu führen, damit künftig weiterhin ein Campingplatz im Brüggli bestehen bleibt».

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