50 Jahre Frauenstimmrecht
Eine Feier für die politische Stimme der Zugerinnen

Es ist der offizielle Festakt des Jubiläumsjahres: Im Theater Casino Zug spielt am Sonntag die Gleichstellung von Mann und Frau die Hauptrolle.

Zoe Gwerder
Merken
Drucken
Teilen

Am Sonntag vor genau 50 Jahren, am 6. Juni 1971, durften im Kanton Zug – und in der Schweiz – die Frauen erstmals an einer eidgenössischen Abstimmung teilnehmen.

«Wir wollen uns Zeit nehmen und uns an diesen demokratischen Meilenstein erinnern.»

Dies sagt Tabea Zimmermann Gibson. Die ALG-Politikerin und Präsidentin des Zuger Stadtparlaments engagiert sich beim Verein «50 Jahre Frauenstimm- und Wahlrecht». Dieser hatte sich vor einem Jahr gebildet, um die Festivitäten zum Frauenstimmrecht im Kanton Zug zu koordinieren. Inzwischen sind mehrere Aktivitäten über das ganze Jahr hinweg geplant. «Dieser Sonntag, 6. Juni, ist der offizielle Festakt des Jubiläumsjahres», erklärt Zimmermann. Dieser sei ursprünglich auf den Tag der Annahme des Frauenstimmrechts am 7. Februar geplant gewesen, wurde wegen der Pandemie allerdings auf den Tag der ersten eidgenössischen Abstimmung der Frauen verlegt.

Immerhin können nun 100 Personen am Festakt im altehrwürdigen Saal des Theater Casino Zug vor Ort teilnehmen. Mit Schutzkonzept. Das bedeutet unter anderem mit Masken, Abstand und ohne Pause, wie Zimmermann erklärt. Neben der musikalischen Umrahmung durch Laura Livers, wird Tabea Zimmermann als Moderatorin mit dem Zuger Landammann Martin Pfister sowie der ersten und noch aktuellen Zuger Nationalrätin Manuela Weichelt-Picard sprechen. «Die ehemalige Regierungsrätin wird hierbei aus dem Nähkästchen plaudern und erzählen, wie es derzeit mit der Gleichstellung in Bern läuft.»

Drei Generationen diskutieren die Gleichstellung

Einer der Höhepunkte des Anlasses wird das Generationengespräch darstellen. Die gestandene Zuger Politikerin Monika Mathers (73), IG-Galvanik-Geschäftsführerin Eila Bredehöft (40) und die Jus-Studentin Rhea Hoorn (20) diskutieren über den aktuellen Stand der Gleichstellung. Bredehöft, die in einer Videoaktion der Frauenzentrale erzählt, wie sie in ihrem Alltag erlebt, dass noch immer viel weniger Frauen auf der Bühne stehen und sie oft von männlichen Politikern, aber auch von Polizisten als Frau weniger ernst genommen wird. Und Rhea Hoorn, die sich in ihrer Videobotschaft mehr Solidarität zwischen den Frauen wünscht, sowie ein Bewusstsein jedes Einzelnen, dass es derzeit mit der Gleichstellung noch nicht so gut läuft.

Dieses Generationengespräch wird auch für jene, die keinen der verfügbaren Plätze ergattern können, zu sehen sein. Denn dieses wird gemäss Zimmermann gefilmt und auch später online zu sehen sein. Zusätzlich schaltet der Verein auf seiner Seite am Sonntag mehrere Videos auf, in denen verschiedene Politikerinnen und Politiker Fragen zum aktuellen Stand der Gleichstellung diskutieren.

Mehrere Anlässe über das ganze Jubiläumsjahr verteilt

Hingegen nur am Anlass im Casino Theater kann am Sonntag den beiden Künstlern Maria Greco und Rémy Frick gelauscht werden. Sie zeigen ein Müsterchen ihres für den Herbst angesagten Programms «Tour de Zug – abwäsche oder abstimme» – eine szenische Lesung aus Artikeln und Leserbriefen von damals, rund um die Einführung des Frauenstimmrechts. Die ganze Lesung zeigen die beiden im Rahmen des Jubiläumsjahres ab November in verschiedenen Bibliotheken. Bereits im Sommer und Frühherbst werden zudem weitere Veranstaltungen stattfinden – mit einem Abschlussanlass im Februar 2022.

Übrigens: An der ersten Abstimmung der Frauen ging es an der Urne um eine Finanzvorlage sowie um die Einführung eines Umweltartikels. Der Umweltartikel war mit fast 93 Prozent angenommen worden, die Finanzvorlage mit rund 73 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug im Kanton Zug rund 51 Prozent. Gemäss der Historikerin Iris Blum lag der Anteil bei den Frauen nur wenige Prozentpunkte tiefer als bei den Männern.

Hinweis: Jubiläumsveranstaltung, 6. Juni, von 15 bis 17 Uhr, Theater Casino Zug