5G-Antennen im Kanton Zug werden Realität

Eine technologische Aufrüstung ist nötig, um das superschnelle Internet verfügbar zu machen. Laut den grossen Telefonkommunikationsunternehmen werden in Zug neue Antennen gebaut und bestehende aufgerüstet.

Vanessa Varisco
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Sie ist vielerorts Thema der Stunde: die 5G-Technologie, welche in einigen Städten der Schweiz inzwischen aufgeschaltet wurde. Und auch im Kanton Zug soll das superschnelle Internet künftig verfügbar sein, wie Esther Hüsler vom Mediendienst der Swisscom auf Anfrage erklärt: «Swisscom plant bis Ende Jahr 5G in der ganzen Schweiz auszurollen, auch im Kanton Zug.»

Auch bei Sunrise ist die 5G-Technologie ein Thema. Wirbt die Firma doch aktuell auf Plakaten, die im Kanton Zug stehen, für das erste 5G-fähige Handy. Sunrise versorgt zurzeit 152 Städte und Orte mit 5G – Zug gehört noch nicht dazu, so Kommunikationsverantwortliche Séverine de Rougemont. Darüber, ob im Kanton Zug Antennen geplant werden, hält sich die Telefongesellschaft noch bedeckt. Sie will aber den Ausbau in der Schweiz vorantreiben.

Damit eine Ortschaft als abgedeckt gilt, würden jeweils mindestens 80 Prozent der Bevölkerung mit 5G versorgt. Abhängig ist die Abdeckung von verschiedenen Faktoren wie Standort und Topografie. «Es kann also sein, dass eine Antenne mehrere Orte abdeckt oder ein Ort mehrere Antennen braucht», erläutert de Rougemont weiter. Eine flächendeckende, rasche Einführung von 5G ist entsprechend ohne Anpassungen nicht möglich. «Weil es nicht realistisch ist, in nützlicher Zeit überhaupt so viele neue Antennenstandorte zu finden», resümiert de Rougemont.

Die Planung ist laufend und wo immer möglich sollen bestehende Standorte aufgerüstet werden. «Dies ist allerdings nicht überall realisierbar, da die gemäss der Verordnung über nicht ionisierende Strahlung (NISV) erlaubte Höchstleistung vor allem in den Städten erreicht ist», gibt Esther Hüsler zu bedenken.

15 000 neue Antennen wären nötig

De Rougemont von Sunrise beziffert die Auslastung der Städte:

«Weit über 90 Prozent der Antennenstandorte sind bezüglich des Grenzwertes ausgelastet und 5G kann auf bestehenden Anlagen nur noch in Ausnahmefällen eingeführt werden.»

Was den Verdacht erhärtet, dass für die Einführung der 5G-Technologie neue Antennen gebaut werden müssen. In ländlichen Gebieten, führt de Rougemont weiter aus, bestünden allerdings mehr Reserven auf bestehenden Anlagen. «Für die flächendeckende 5G-Versorgung der Schweiz ist – sehr konservativ berechnet – von 15 000 neuen Antennen auszugehen, welche die drei Betreiber bauen müssen, wenn die Grenzwerte nicht angepasst werden», rechnet die Kommunikationsverantwortliche von Sunrise vor.

Die Verordnung über den Schutz vor nicht ionisierender Strahlung soll vor schädlicher oder lästiger nichtionisierender Strahlung schützen, indem ein maximaler Frequenzbereich für eine Antenne festgelegt wird. Bei Antennen für Mobilfunk betragen die Grenzwerte für Anlagen, die entweder im Frequenzbereich um 900 Megahertz oder tiefer senden bei 4 Volt pro Meter und für Anlagen, die im Bereich von 1800 Megahertz oder höheren Frequenzbereichen senden, liegt der Grenzwert bei 6 Volt pro Meter. Für Anlagen, die beides tun, liegt der Wert bei 5 Volt pro Meter.

Bei Salt steht die Einführung der Technologie in der zweiten Hälfte dieses Jahres auf der Agenda. Für genauere Angaben wie zukünftige Antennenstandorte und deren Anzahl sei es noch zu früh, so die Kommunikationsbeauftragten von Salt.

Generell könnten neue Antennen nach dem Launch mit 5G-Technologie gebaut oder bestehende Antennen aufgerüstet werden. Doch immerhin so viel verraten sie: «Wir planen zudem neue Antennenstandorte sowie die Aufrüstung bestehender Standorte in Zug.» Über die nächsten Jahre werde kontinuierlich in das Mobilfunknetz investiert, sowohl in den Ausbau der 5G-Technologie als auch in die Aufwertung der 3G- und 4G-Netze.