Leserbrief

5G: Gemeinden oder der Kanton sollen ein Mobilfunkkonzept erstellen

«900-mal Nein zur 5G-Antenne», Ausgabe vom 15. Mai

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Im Bericht vom 15. Mai sind einige aus meiner Sicht falsche Schlussfolgerungen enthalten. Wenn ich zu Hause am Handy, Laptop und internetfähigem Fernseher sitze, brauche ich keine leistungsfähigen Mobilfunkanlagen wie 5G, sondern ein leistungsfähiges Glasfasernetz. Will ich in der Wohnung mobil sein, reicht ein WLAN, das meine Wohnung bestrahlt, und ich brauche keine 5G-Technologie, die auch meine Nachbarn bestrahlt. Die Interpretation entspricht dem Credo der Mobilfunkanbieter, die eine Rechtfertigung für ihren steten Ausbau der Infrastruktur suchen.

Im Weiteren steht im Artikel, dass den Gemeinden die Hände gebunden sind. Das stimmt nicht, da sie ja auch für die Bewilligung zuständig sind. Genauso wie man einen Zonenplan für die Höhe der Gebäude erstellen kann, so kann man das auch mit dem Mobilfunk. Es wäre wichtig, dass die Gemeinden ein Mobilfunkkonzept erstellen würden und in die Bauordnung der Gemeinde einen entsprechenden Artikel. Dass dies möglich ist, zeigen Bauordnungen verschiedener Gemeinden wie etwa Kriens. Die meisten Gemeinden scheuen die Auseinandersetzung mit den mächtigen Mobilfunk-Firmen. Aber das Bundesgericht hat einige wegweisende Urteile gefällt, die zeigen, dass die Gemeinden für die Umsetzung der NISV zuständig und auch berechtigt sind, Vorgaben zu machen.

Es wäre an der Zeit, dass die Gemeinden oder sogar der Kanton ein Mobilfunkkonzept erstellen würde. Auch eine angemessene Publikation der Baugesuche ist zu fordern. So ist es möglich, 20 Meter von der Gemeindegrenze von Steinhausen eine Antenne aufzustellen, die auf dem Gemeindeboden von Baar steht, aber zu zwei Dritteln das Gebiet von Steinhausen bestrahlt. Die Ausschreibung der Antenne geschieht aber nur in Baar, sodass die betroffenen Personen in Steinhausen gar nichts davon mitbekommen. Es liegt noch viel im Argen bezüglich Mobilfunkanlagen. Wenn Sie vom Ersteller technische Details einer Antenne wollen, die gemäss Baugesuch beabsichtigt ist, zu installieren, dann werden Sie hingehalten oder mit falschen Angaben versorgt. Diese Geheimniskrämerei der Mobilfunkbetreiber zeugt von einem schlechten Gewissen. Ansonsten könnten sie doch offener mit ihren Kunden kommunizieren.

Josef Wüest, IG Mobilfunk Steinhausen