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80 Prozent der Lehrstellen im Kanton Zug sind schon besetzt

Über 700 Schulabgänger haben schon eine Lehrstelle oder einen Platz an einer Mittelschule gefunden, die sie im August beginnen. Offene Lehrstellen gibt es vor allem noch in Bauberufen oder im Gastgewerbe.
Laura Sibold
Für angehende Elektroinstallateure gibt es noch einige offene Stellen. (Bild: Gaetan Bally/Keystone ()

Für angehende Elektroinstallateure gibt es noch einige offene Stellen. (Bild: Gaetan Bally/Keystone ()

Auf den ersten Blick wirken die Zahlen alarmierend: Insgesamt 1182 Lehrstellen wurden dem Berufsinformationszentrum (BIZ) Zug per Mitte April gemeldet – das sind rund 200 weniger als in den vergangenen drei Jahren. Entsprechend hat es zurzeit auch weniger offene Lehrstellen als noch vor einem Jahr. 259 Lehrstellen sind per Mitte April noch zu haben – in den Vorjahren waren es jeweils 150 mehr.

Urs Brütsch, Amtsleiter des BIZ Zug, weiss die Zahlen allerdings zu relativieren. Es sei zwar möglich, dass gewisse Betriebe ihr Lehrstellen-Angebot verkleinert haben. Den Hauptgrund für die Unterschiede sieht Brütsch jedoch im angepassten Meldesystem. «Dieses Jahr haben wir die Firmen erstmals nur per Mail befragt, weshalb der Rücklauf kleiner war als in den Vorjahren.»

Fachperson Gesundheit ist besonders beliebt

Zuverlässiger sind dafür die Zahlen zu den Lehrverträgen, welche das Amt für Berufsbildung erfasst. Per Ende Januar lagen bereits 565 Lehrverträge vor, was laut Urs Brütsch sogar etwas mehr sei als in den Vorjahren. Von allen gemeldeten Lehrstellen sind also bereits knapp 80 Prozent vergeben. Analog dazu haben 86 Prozent aller Zuger Sekundarschüler und 68 Prozent der Realschüler eine definitive Anschlusslösung nach der Oberstufe gefunden. Dies zeigt eine aktuelle Befragung, die das Berufsinformationszentrum jährlich bei den Abschlussklassen im Kanton Zug durchführt. Weitere 133 Jugendliche haben eine Lösung in Sicht, also entweder bereits eine realistische Aussicht auf eine Lehrstelle oder einen Platz in einem Brückenangebot.

«Es zeichnet sich ein gewisser Trend ab, dass Zusagen zu Lehrstellen immer früher erfolgen – teilweise mehr als ein Jahr vor Schulabschluss», weiss der Amtsleiter. Dennoch gibt es gemäss Befragung noch immer rund 80 Jugendliche, die noch nicht wissen, wie es im Sommer weitergeht. Für sie bietet das BIZ eine Informationsveranstaltung an.

Kein Anschluss nach Schulschluss – was kann man tun?

Für Jugendliche, die bisher noch keine Anschlusslösung haben, führt das Berufsinformationszentrum (BIZ) Zug am Montag, 3. Juni, von 10 bis 11.45 Uhr im BIZ an der Baarerstrasse 21 in Zug eine Informationsveranstaltung durch. Sie richtet sich an Jugendliche, die keine Lehrstelle finden konnten, keine weiterführende Schule besuchen, nicht in ein Brückenangebot aufgenommen wurden oder auch nach einem Brückenangebot keine Lehrstelle finden konnten. Die Schüler erhalten Informationen zu privaten Brückenangeboten, Lehrmöglichkeiten auf schulischem Weg, Fremdsprachenaufenthalten und zum Programm Einstieg in die Berufswelt. Weitere Infos zu Lehrstellen liefern die BIZ-App sowie die Websites www.berufsberatung.ch und www.yousty.ch. (ls)

Wer noch sucht, hat die Qual der Wahl. Vom Automatikmonteur, über Dachdecker oder Floristin bis hin zu Maurer, Tierpflegerin oder Zeichnerin – die Berufspalette ist gross und hat sich laut BIZ-Amtsleiter Urs Brütsch nicht gross verändert. Besonders beliebt sind im aktuellen Jahr die Berufe Kauffrau/Kaufmann sowie Fachfrau/Fachmann Gesundheit. «Per August wählten bereits 43 Zuger Jugendliche einen Ausbildungsplatz als Fachfrau/Fachmann Gesundheit. Das sind so viele wie noch nie», so Urs Brütsch.

Zuger Lehrlingsmarkt ist etwas ausgetrocknet

Derweil gibt es auch Berufsfelder, die grosse Mühe haben, ihre Lehrstellen zu besetzen. Besonders im Baugewerbe, etwa Elektroinstallateure oder Montage-Elektriker, sowie im Gastgewerbe sind noch viele Stellen offen – hier entspricht der Kanton Zug dem nationalen Trend. Doch es gebe auch noch viele offene Coiffeure-Lehrstellen in Zug.

Über die letzten Jahre betrachtet, sei der Lehrlingsmarkt im Kanton Zug schon etwas ausgetrocknet, weiss Brütsch. «Die Firmen haben es inzwischen schwerer, geeignete Lehrlinge zu rekrutieren. Während die Anzahl Lehrstellen etwa gleich bleibt, ist die Schülerzahl Jahr für Jahr etwas gesunken.» Alarmierend sei dieser Trend zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht. Und die Trendwende ist aufgrund der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren absehbar.

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