Rischer Gemeinderat muss nach Nein zur Binzmühle-Sanierung über die Bücher

Der historische Hof, der sich in Gemeindebesitz befindet, kann nicht nach den Plänen des Gemeinderats für 9,2 Millionen Franken saniert werden. Die Vorlage für das Schulhaus 4 findet hingegen eine Mehrheit.

Raphael Biermayr
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Die Bevölkerung ist beim Binzmühle-Projekt stark einbezogen worden. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 22. September 2019)

Die Bevölkerung ist beim Binzmühle-Projekt stark einbezogen worden. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 22. September 2019)

1292 zu 1283 lautete das Stimmenverhältnis nach der gestrigen Auszählung der Stimmzettel in der Gemeinde Risch. Mit einer knappen Mehrheit setzten sich die Gegner des gemeinderätlichen Vorschlags zur Sanierung des Hofs Binzmühle durch. Die Stimmbeteiligung lag bei nicht einmal 40 Prozent. Der zuständige Gemeinderat Roland Zerr zeigte sich am Sonntag auf Anfrage unserer Zeitung gefasst. Erschrocken sei er nicht über das Abstimmungsergebnis, «aber es ist natürlich bedauerlich, dass unser Vorschlag abgelehnt wurde. Doch ich bin auf alles gefasst gewesen, denn solange das Abstimmungsresultat nicht vorliegt, bin ich immer vorsichtig».

Der FDP-Politiker führte in einer ersten Einschätzung die Ablehnung auf den «hohen Betrag» für die Sanierung von 9,2 Millionen Franken zurück. Jetzt gelte es, das Resultat innerhalb des Gemeinderates genau zu analysieren.

Das Nein-Komitee bietet Hand

Damit findet die mehrere Jahre andauernde Auseinandersetzung um die Zukunft des Hofs mit Haus, Mühlengebäude und Remise, welcher seit den 1960er-Jahren in Gemeindebesitz ist, eine Fortsetzung.

Der Gemeinderat sah zunächst ein grösseres Projekt mit Neubauten vor, das aber bei der Bevölkerung auch nicht auf Anklang stiess. Beim aktuellen Projekt hat er diese umso stärker einbezogen. Unter anderem wurde daraufhin ein öffentlicher Treffpunkt vorgesehen.

Gleichwohl machte sich im Vorfeld der Abstimmung ein Komitee für die Ablehnung stark. Den Mitgliedern stiess die Zahl von sieben Wohnungen und das damit verbundene Verkehrsaufkommen im Erholungsgebiet Binzmühle sauer auf.

Kurt Müller vom Nein-Komitee kommentierte den Abstimmungssieg folgendermassen: «Die Mehrheit der Stimmenden möchten weniger Wohnungen in der Binzi und eine sanftere Renovierung. Das Initiativ-Komitee wird konstruktiv mit dem Gemeinderat eine entsprechende Lösung erarbeiten.»

Die Aufstockung des Schulhauses 4 ist bewilligt

Für weniger Emotionen als die Sanierung des Binzmühle-Hofs sorgte im Vorfeld die beabsichtigte Sanierung und Aufstockung des Waldegg-Schulhauses 4 – obwohl sie mit voraussichtlich 15,6 Millionen Franken weit teurer ist. Die Stimmenden bewilligten den Baukredit mit einem Ja-Stimmen-Anteil von über 83 Prozent. Im neuen Stock werden fünf Klassen- und Fachzimmer, Gruppenräume sowie ein Zimmer für das Fach Textiles Gestalten entstehen. Diese Aufstockung ist die letzte Massnahme, mit denen bezüglich Unterrichtsräume auf das rasante Wachstum von Rotkreuz reagiert wird.

«Das Abstimmungsergebnis ist ein grosser Erfolg für unsere Jugend und damit die Zukunft. Es zeigt, dass die Umsetzung der Schulraumplanung 2014 von der Bevölkerung getragen wird. Die offene Kommunikation des Gemeinderats hat sich bewährt», sagte der Schulpräsident Markus Scheidegger (CVP).