AARGAU/ZUG: Behörden hielten Rottweiler für ungefährlich

Der Rottweiler-Rüde, der am letzten Sonntag in Schaffhausen einen vierjährigen Knaben am Kopf durch Bisse schwer verletzte, wurde von den Aargauer Hundespezialisten in einem Test als ungefährlich beurteilt.

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Ein Rottweiler - ohne Bezug zum Ereignis. (Symbolbild Adrian Stähli/Neue LZ)

Ein Rottweiler - ohne Bezug zum Ereignis. (Symbolbild Adrian Stähli/Neue LZ)

Dies zeigen Recherchen von «10vor10» des Schweizer Fernsehens. Durchgeführt wurde die Abklärung in einem Aargauer Tierheim. Dorthin kam der Hund, nachdem sein Besitzer im Zusammenhang mit einem Tötungsdelikt in Haft genommen worden war.

Um zu prüfen, ob die Mutter des Inhaftierten dessen zwei Hunde in ihre Obhut nehmen konnte, klärten die Hundespezialisten die beiden Rottweiler ab. «Wir sahen trotz dreitägiger Prüfung keine Anzeichen für eine Gefährlichkeit des Hundes», sagt Thomas Rosskamp, Geschäftsführer des Tierheims Au in Brugg AG, gegenüber «10vor10».

«Zudem kränkelte einer der beiden Hunde am Tag, als die beiden zu uns kamen. Auch dem behandelnden Tierarzt fiel damals nichts Aussergewöhnliches auf», erklärt Rosskamp.

Bisher kein Gesetz für entsprechende Platzierung
Aufgrund dieser Analyse sah auch die Kantonstierärztin des Kantons Aargau, Erika Wunderlin, keinen Grund, den fraglichen Hund nicht zur Mutter des Inhaftierten nach Schaffhausen zu geben. Der Kanton Aargau kennt auch keine besonderen Auflagen für eine solche Platzierung eines Hundes. Dies dürfte sich jedoch in nächster Zeit ändern.

Im Kanton Aargau ist ein neues Hundegesetz in Planung, das bei Platzierungen von gefährlichen Rassen – wozu auch Rottweiler gehören sollen – neu eine spezielle Prüfung für die temporären Halterinnen und Halter vorsieht.

get

Der Beitrag in «10vor10»: