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ABBAU: Abfuhr aus Bern empört die Stadtzuger

Die Post schliesst in der Stadt Zug zwei Poststellen. Dagegen wehren sich diverse Gruppierungen und auch Parlamentarier. Vergebens.
Charly Keiser
Die Poststelle in Oberwil soll schliessen. Das hat der Gelbe Riese nun in einem Brief bekräftigt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Poststelle in Oberwil soll schliessen. Das hat der Gelbe Riese nun in einem Brief bekräftigt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Charly Keiser

Beim Wort Post kochen in der Stadt Zug momentan die Gemüter. Der Grund: Die Post AG hat im Mai bekannt gegeben, dass sie in der Stadt zwei weitere Poststellen schliessen will. Gleich zwei Petitionen sind gegen das Ende der Poststelle in Oberwil und deren Ersatz durch eine Agentur lanciert und übergeben worden. Und auch das Aus für die Hauptpost am Postplatz wird von acht städtischen Nachbarschaften bekämpft. Der Stadtrat hat der Post ausserdem den Segen zu den Schliessungen versagt. Sprich: Er hat die Einverständniserklärung nicht unterschrieben.

Gestern hat das Komitee Kundenfreundliche Zuger Post aus Bern vernichtende Post bekommen. «Ich habe Verständnis dafür, dass Sie die Veränderungen bei den Poststellen Oberwil und in der Stadt Zug bedauern und schätze Ihre Kundentreue», schreibt Franz Huber, Leiter Poststellen und Verkauf. Leider habe die Entwicklung auch vor diesen Standorten nicht Halt gemacht, sagt Huber weiter und ergänzt: «Wir sind überzeugt, dass die neuen Lösungen in Oberwil und in der Stadt Zug für unsere Kunden viele Vorteile bieten und zukunftsorientierte Lösungen darstellen. Wir halten daher an unseren Entscheiden fest, verschliessen uns jedoch nicht dem Dialog und wollen vor Ort an einem Informationsabend auf offene Fragen zum Postangebot und zur Strategie eingehen.»

Entscheide werden bestätigt

Auf Nachfrage unserer Zeitung doppelt Roger Roggensinger, Kommunikation Netzentwicklung, nach: «Die Entscheide Oberwil und Zug werden bestätigt und aufrechterhalten.» Er präzisiert zudem: «Die öffentlichen Informationsveranstaltungen in Oberwil und Zug zu den neuen Lösungen sowie zur Strategie der Post finden voraussichtlich diesen Herbst statt.»

«Sturheit pur»

«Sturheit pur.» So bezeichnet Rudolf Balsiger vom Komitee Kundenfreundliche Zuger Post besagten Brief. Er konstatiert: «Wir nähern uns immer mehr einem totalitären Staat.»

Auch alt Gemeinderat Adrian Moos ist der Frust deutlich anzumerken: «Es ist offensichtlich, dass sich die Post auf eine Diskussion über Nutzen, Service public und unnötige Gewinnmaximierung nicht einlässt», sagt er. Denn Moos hat erst am letzten Donnerstag Franz Huber und Matthias Dietrich, Leiter Politik und Internationales bei der Post, die Petition der Nachbarschaft Oberwil-Gimenen mit ihren 1238 Unterschriften übergeben, die um das Überdenken der Entscheide bat. Genützt hat das Engagement nun aber offenbar nichts.

«Wir sind über diese Antwort der Post sehr enttäuscht», sagt wiederum Fredy Weller, Präsident der Nachbarschaft Münz. Denn in der Innenstadt werde tüchtig gebaut, und immer mehr Leute würden rund um den Postplatz wohnen. «Die sogenannte Lösung der Post ist vor allem für ältere Leute katastrophal», betont Weller. Und er fügt an: «Noch haben wir zu der von uns geforderten Unterredung mit der Postspitze keine Antwort erhalten. Wir lassen aber nicht locker und werden weiter für unsere Post kämpfen.»

«Das ist der Zeitgeist»

Der Stadtrat sei konsterniert, sagt Stadtrats-Vizepräsident André Wicki. «Zielführend wäre es gewesen, von Anfang an eine Gesamtauslegung aller Poststellen für den ganzen Kanton aktiv zu besprechen und alle Beteiligten einzuladen. Da die Entschiede bis anhin aber scheibchenweise reingekommen sind, wird man den Verdacht der Salamitaktik nicht los. Wir sind enttäuscht.»

Das sieht Stadtpräsident Dolfi Müller ganz ähnlich: «Das ist der Zeitgeist: Ökonomie geht der Historie leider vor – auch bei der Post.»

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