ABFÄLLE IN DER REGION: Diese Sauberkeit ist hart erarbeitet

Schönes Wetter sorgt für unschöne Berge. Und darum muss der Werkhof sogar Extraschichten schieben.

Drucken
Teilen
Spürnasen sind auf dem Dorfplatz in Steinhausen regelmässig auf der Suche nach achtlos weggeworfenen Abfällen. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Spürnasen sind auf dem Dorfplatz in Steinhausen regelmässig auf der Suche nach achtlos weggeworfenen Abfällen. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

«Flaschen, Tetrapacks, Papier. Neben bereitstehenden Abfalltonnen, einfach auf den Boden geworfen. Das stresst schon», ärgert sich Margrit Nussbaumer, Leiterin Polizeiwesen der Gemeinde Steinhausen. Mit der Güselproblematik schlage sich die Gemeinde fast täglich herum. Nussbaumer lokalisiert immer wieder die gleichen Problemplätze: die Feuerstellen beim Waldsee, den Dorfplatz, die Schulhausanlagen, aber auch private Plätze.

«Gerade Privatpersonen machen ihrem Ärger regelmässig Luft bei uns. Denn die müssen den Abfall selbst entsorgen.» Der Dorfplatz dagegen wird vom Hauswart Rathaus oder vom Werkhof gereinigt. Gerade jetzt bei schönem Wetter ist der Abfallberg grösser.

Für «Littering» kann nur bestraft werden, wer erwischt wird
Der Sicherheitsdienst der Gemeinde ermahne immer wieder, leider nicht immer mit Erfolg, so Nussbaumer. «Jugendliche sollen nicht vertrieben werden. Aber sie sollen sich an die Regeln halten.» Das würde viel zum gegenseitigen Verständnis beitragen. Im Fachjargon wird das Wegwerfen von Gegenständen und die wilde Müllentsorgung «littering» genannt. Bestraft werden kann nur, wer direkt erwischt wird. Oder dem etwas nachgewiesen werden kann.

Auch in Unterägeri ist «littering» ein Problem. Das schöne Wetter lockt zum Grillieren im Freien: Das Birkenwäldchen wird zum Abfallplatz. Am Samstagmorgen und Sonntag ist auch deshalb extra eine zwei Mann starke Putzequipe unterwegs. «Es gibt viele Kübel dort. Doch der Abfall wird auf dem Boden entsorgt. Das ist frustrierend», erzählt Beat Bürgi, Leiter Bau und Unterhalt.

«Wir haben die Abfallsünder im Blick»
«Wir haben nicht so grosse Probleme mit wildem Abfall», so die Aussage von Peter Haab. Dem Umweltbeauftragten der Gemeinde Oberägeri sind viel mehr die Autofahrer ein Dorn im Auge. Die Ratenstrasse, einer der Hauptverkehrsachsen, werde immer wieder zum grossen Abfalleimer. «Die Fahrer entsorgen Gegenstände während der Fahrt einfach durch das Fenster.» In Cham, Baar, Risch-Rotkreuz und Neuheim der gleiche Tenor: kein übermässiges Problem mit Dreckspatzen, die öffentliche Plätze zumüllen.

Die Stadt Zug hingegen kennt das Problem «littering» hingegen bestens. Rössliwiese, Quaianlage oder Bahnhof: Das seien die typischen Abfallproblemorte, so Bruno Trüssel, Zugs Stadtökologe. Plakate bei der Seebucht machten darauf aufmerksam, nichts auf den Boden zu schmeissen. «Wir machen uns keine Illusionen, das Problem so in den Griff zu kriegen», so Trüssel, «aber wir zeigen damit, dass wir die Abfallsünder im Blick haben. Das sollen diese merken.»

Luc Müller

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung.