ABSAGE: Doch keine junge Kultur im alten Kantonsspital

Die ehemalige medizinische Notaufnahme im ehemalige Zuger Kantonsspital kann nicht für kulturelle Zwecke verwendet werden. Das löst bei den Kulturschaffenden Befremden aus.

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Das alte Kantonsspital Zug. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Das alte Kantonsspital Zug. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Der Betrieb wäre als Zwischennutzung konzipiert gewesen, also bis zum Abriss des Gebäudes oder eines konkreten Bauprojekts auf dem Areal. Als Gründe für das Nichtzustandekommen werden in einer Medienmitteilung von der Direktion für Bildung und Kultur die Lärmbelastung der nachbarschaftlichen Wohngebiete und der zu kurze Zeitraum als Zwischennutzung bis zu einer definitiven Lösung genannt. Die Hoffnung einer Gruppe junger Kulturschaffender, in der Notaufnahme ein attraktives Programm zu realisieren, habe sich damit zerschlagen.

Prüfung des Theilerhauses
Die Zuger Regierung habe in den letzten Monaten «intensiv» nach kantonseigenen Räumlichkeiten gesucht und auch geprüft, so ausser dem Kantonsspital auch unter anderem das Theilerhaus an der Hofstrasse in Zug. Dort verhindern allerdings gravierende bauliche Mängel eine Nutzung mit grossem Publikumsaufmarsch. Zudem sei eine Möglichkeit in Baar vertrieft geprüft, jedoch auch hier aus planungsrechtlichen Gründen verworfen worden. Damit seien die Möglichkeiten in Liegenschaften des Kantons erschöpft.

Man sei jedoch bereit, weitere Optionen zu prüfen. Sollte die Gruppe geeignete Räumlichkeiten finden, wäre die Regierung denn auch bereit, eine befristete Pilotphase von zwei Jahren finanziell zu unterstützen.

Von der Regierung enttäuscht
Beim «Verein Notfall», der sich für ein Veranstaltungslokal in Zug einsetzt, versteht man die Welt nicht mehr – «denn es war der Regierungsrat selbst, der uns ins alte Kantonsspital verwies», wie es in einem gleichentags versandten Communiqué heisst. Nachdem man während des ganzen Sommers nichts gehört habe und nun vor vollendete Tatsachen gestellt werde, liege der Verdacht nahe, dass die Zonenplanung, welche ein solches Projekt scheinbar nicht zulasse, wie es von Seiten der Behörden heisse, nur ein vorgeschobener Grund sei und das Problem an einem anderen Ort liege: «Anstatt dass man sich darum bemüht, den Worten Taten folgen zu lassen und leer stehende Liegenschaften tatsächlich zu vermitteln, setzt die Regierung auf Repression.»

Man habe nun ein Dossier mit leer stehenden Liegenschaften erstellt, dieses am Bildungs- und Kulturdepartement zur Überprüfung übergeben und hoffe nun doch noch, dass es noch zu einer Lösung kommen konne. Gemäss der Regierung stehe man mit dem Verein Notfall in Kontakt: Zum einen stehen zurzeit rund fünf Objekte zur Diskussion, und zum andern werden gemeinsam Alternativen mit bestehenden Kulturveranstaltenden geprüft, so beispielsweise eine mögliche Zusammenarbeit der jungen Zuger Kultur mit der bereits bestehenden Galvanik. Weiter sind auch die Gemeinden gefordert, wie es weiter heisst – diese seien für die Jugendkultur verantwortlich.

scd