ABSTIMMUNG: Das SVP-Referendum hat keine Chancen

Das Ja zum Bebauungsplan Post fällt deutlich aus. Nun gelte es, ein Versprechen einzuhalten, sagt die Linke.

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Stadtpräsident Dolfi Müller auf dem Postplatz im Gespräch mit der Pächterin des Café Plaza. (Bild Patrik Pauli/Neue ZZ)

Stadtpräsident Dolfi Müller auf dem Postplatz im Gespräch mit der Pächterin des Café Plaza. (Bild Patrik Pauli/Neue ZZ)

Grosse Freude beim Stadtrat und bei (fast) allen Zuger Parteien. Mit einem Ja-Anteil von 65 Prozent haben die Stimmberechtigten der Stadt Zug am Sonntag den Bebauungsplan Post gutgeheissen. Und damit auch die Zonenplanänderung, den Kauf von 100 öffentlichen Parkplätzen für rund 9 Millionen Franken im neuen Parkhaus sowie den Baukredit für die Umgestaltung des oberen Postplatzes. Die Stimmbeteiligung lag bei 54,4 Prozent.

«Ausgewogenes Kochrezept»
Die SVP der Stadt Zug hatte gegen den Plan, der die Voraussetzung für zwei Neubauten mit einem unterirdischen Parkhaus rund um die Hauptpost sowie die Neugestaltung des ganzen Postplatzes bildet, das Referendum ergriffen. Die anderen Parteien im Grossen Gemeinderat (GGR) kämpften gemeinsam für ein Ja. Und damit auch dafür, dass im Gegenzug zu den neuen Parkplätzen im Parkhaus, das im Jahr 2012 eröffnet werden soll, 60 oberirdische Autoabstellplätze auf und rund um den Postplatz verschwinden.

«Das Ziel des Stadtrats war es, aus dem Postplatz wieder einen Platz zu machen, der diesen Namen verdient», sagte Stadtpräsident Dolfi Müller an der gestrigen Pressekonferenz im Burgbachsaal. Um dieses Ziel zu erreichen, sei «ein ausgewogenes Kochrezept zusammengestellt worden, das nun offensichtlich der Stimmbevölkerung gemundet hat.» Und: «Mit der Umgestaltung des Platzes findet Stadtentwicklung an einer Nahtstelle statt.»

Auch Sicherheitschef Andreas Bossard war zufrieden. «Die neue Verkehrsführung funktioniert», sagte er. Diese wurde im vergangenen Sommer eingeführt, um überhaupt eine Aufwertung des oberen Postplatzes zu ermöglichen. Und Finanzchef Hans Christen wies darauf hin, «dass die Parkplätze nicht mit Steuergeldern bezahlt werden, sondern aus dem Parkplatzfonds. Dieser wird mit Parkplatzgebühren geäufnet.»

Ein Versprechen
Astrid Estermann (Alternative) und Urs Bertschi (SP) freuten sich über das Resultat. «Endlich ist der erste Schritt gemacht. Der Postplatz wird zum Mittelpunkt einer lebendigen Innenstadt», so Estermann. Für Urs Bertschi war es wichtig, «dass der überparteiliche Kompromiss zum Erfolg führte». Im gleichen Atemzug appellierte er aber an die bürgerlichen Parteien, mit denen er für ein Ja eingestanden ist. «Sie haben sich für einen autofreien unteren Postplatz ausgesprochen.» Dieses Versprechen gelte es zu halten, wenn die Umgestaltung dieses Stadtteils im GGR diskutiert werde.

Yvonne Anliker

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Zuger Zeitung.