ABSTIMMUNG: Der TCS-Vorstand ist für Zuger Stadttunnel

Die Mitteilung, dass die Leitung des TCS die Finanzierung des Stadttunnel-Projektes nicht gut findet, sorgt für Aufsehen. Auf Parolen haben die Mitglieder gestern trotzdem verzichtet.

Drucken
Teilen
Die Wogen gehen hoch, wenn es um den Zuger Stadttunnel geht. Abgestimmt wird am 14. Juni. (Bild: Visualisierung PD)

Die Wogen gehen hoch, wenn es um den Zuger Stadttunnel geht. Abgestimmt wird am 14. Juni. (Bild: Visualisierung PD)

Einfahrt in den Stadttunnel von Arth Goldau kommend. (Bild: PD)
29 Bilder
Stadttunnel-Ausfahrt Richtung Ägeri. (Bild: PD)
Stadttunnel in Richtung Gotthardstrasse. (Bild: PD)
So könnte der Stadttunnel Zug dereinst funktionieren. (Bild: Grafik: Janina Noser)
Verkehrsberuhigte Neugasse
mit Trassee für Bus und Zubringerdienst (Bild: PD)
Fussgängerzone Metalli - Neustadt
mit Trassee für Bus und Zubringerdienst (Bild: PD)
Verkehrsberuhigte Alpenstrasse
mit Stadtpark im Dreispitz (Bild: PD)
Fussgängerzone Postplatz
mit Trassee für Bus und Zubringerdienst (Bild: PD)
Gubel Ost (Bild: PD)
Bundesplatz in der Zukunft (Bild: PD)
Bundesplatz heute (Bild: Neue ZZ)
Vorstadt geplant. (Bild: PD)
Vorstadt heute (Bild: Neue ZZ)
Gubel West geplant (Bild: PD)
Gubelloch heute (Bild: Neue ZZ)
Baarerstrasse geplant (Bild: PD)
Baarerstrasse heute (Bild: Neue ZZ)
Stadttunnel Zug: Das ist geplant. (Bild: PD)
Altstadt mit Kolinplatz. (Bild: PD)
Gubelstrasse (Bild: PD)
Bundesplatz mit Alpenstrasse (Bild: PD)
Bundesplatz mit Viadukt der SBB. (Bild: PD)
Baarerstrasse beim Neustadtcenter. (Bild: PD)
Baarerstrasse bei der Metalli. (Bild: PD)
Neugasse (Bild: PD)
Postplatz. (Bild: PD)
Vorstadt. (Bild: PD)
So könnte der Anschluss Gotthardstrasse dereinst aussehen. (Bild: PD)
So könnte der Anschluss Gotthardstrasse dereinst aussehen. (Bild: PD)

Einfahrt in den Stadttunnel von Arth Goldau kommend. (Bild: PD)

Generalversammlungen der TCS-Sektion Zug sind in erster Linie gesellschaftliche Ereignisse. Die Traktanden werden jeweils im Rekordtempo abgearbeitet, um sich dann einem feinen Essen und dem Meinungsaustausch widmen zu können. Gestern, im Saal Heinrich von Hünenberg, war dies bei den rund 400 Anwesenden ein bisschen anders. Da stand während einiger Minuten ganz unüblich die Politik im Mittelpunkt. Genauer gesagt die negative Haltung des TCS-Vorstandes zur Finanzierung des Stadttunnels. Damit hat er sich vor einigen Wochen Ungemach eingehandelt und bekam das nochmals zu spüren.

«Finanzierung zu einseitig»

Die ausgedachte Finanzierung des 890-Millionen-Projektes sorgte im TCS-Vorstand nämlich für rote Köpfe. Bereits im November 2014, als dann der Kantonsrat mit der Beratung des Generationenprojektes begann, meldete TCS-Präsident Thomas Ulrich Vorbehalte an. Von der Regierung vorgeschlagen und danach vom Kantonsrat auch gutgeheissen wurde die Idee, dass der Individualverkehr an die Gesamtkosten rund 300 Millionen Franken beisteuern muss. Dafür wird die Motorfahrzeugsteuer in den nächsten rund 30 Jahren um 25 Prozent erhöht. «Das kostet den Automobilisten im Jahr aber lediglich rund eine Tankfüllung Benzin», wie Ruedi Balsiger gestern erklärte. Der Zuger Tunnel müsse dies doch den Zugern wert sein. Nicht dem Vorstand. Dass die Zuger Autofahrer quasi für einen Drittel der Kosten aufkommen müssten, ist so Thomas Ulrich – nicht zumutbar. «Die ganze Finanzierung ist uns zu einseitig. Es wird zu viel auf dem Buckel der Automobilisten ausgetragen», betonte Ulrich gestern nochmals. Sie würden «massiv zur Kasse gebeten». Der TCS-Vorstand sei nicht gegen Strassenprojekte. «Wir sind auch nicht gegen den Stadttunnel», erklärte Ulrich. Aber ja, der Finanzierung könne er nichts Gutes abgewinnen. Die Erhöhung der Motorfahrzeugsteuer lehne man ab. Und dann verwies er noch auf den Bericht des Bundes, der auch nichts an den Stadttunnel bezahle, weil das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht stimme.

In dieser Frage musste er sich allerdings von Ständerat Joachim Eder sagen lassen, dass der Bund in seinem Bericht dem Projekt 11 von 12 Punkten gebe. «Und dies ist, wenn man es in Noten ausdrücken will, ein ‹gut› bis ‹sehr gut›.» Der Bund bezahle keinen Beitrag, weil es sich bei diesem Projekt um keine Nationalstrasse, sondern um eine Kantonsstrasse handle. Ganz abgesehen davon, dass der Bund generell kein Grossprojekt unterstütze, weil ihm das Geld dafür fehle. Wenn die Zuger aber die Stadt für die Zukunft vom Verkehr entlasten wollten, dann müssten sie den Tunnel mit Zentrum Plus bauen.

Verwunderung bei den Mitgliedern

Die negative Haltung des TCS-Vorstandes sorgte in den letzten Wochen für eine gewisse Verwunderung. Viele Mitglieder zeigten sich überrascht darob und vor allem auch über das Vorgehen des Vorstandes. Man vertrat die Meinung, bevor er sich hätte äussern dürfen, hätte man die Mitglieder befragen müssen. Doch Thomas Ulrich verteidigte sich. «Der TCS-Vorstand hat keine Parole bekannt gegeben. Er hat einzig die Finanzierung kritisiert.» Der Club habe noch nie eine Parole gefasst, und wenn es nach dem Vorstand gehe, werde er dies auch jetzt nicht tun. Doch genau dies wollte Rudolf Balsiger. Er stellte den Antrag, die Vereinsversammlung habe in einer offenen Abstimmung «Beschluss zu fassen über die Abstimmungsparole der TCS-Sektion Zug zur Volksabstimmung über den Stadttunnel». Einem TCS-Mitglied müsse es doch wichtig sein, dass der Verkehr rolle, dass es genügend Parkplätze habe und dass Strassen gebaut würden. «Es ist angebracht, eine Parole zu fassen und eine Meinung kundzutun», sagte Balsiger. Die Mitglieder erwiesen ihm den Gefallen nicht und schwiegen.

Freddy Trütsch