ABSTIMMUNG: «Die Einwanderung zu regulieren wäre eine Katastrophe»

Menschen aus 127 Nationen leben im Kanton Zug und machen 25 Prozent der Bevölkerung aus. Die SVP will nun die Einwanderung schweizweit regulieren. Was würde dies für Zug bedeuten?

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Ohne Ausländer läuft auf dem Bau gar nichts mehr. (Archivbild Werner Schelbert)

Ohne Ausländer läuft auf dem Bau gar nichts mehr. (Archivbild Werner Schelbert)

wh. Gibts im Kanton Zug Fälle von Schweizern, die von Ausländern auf dem Arbeitsmarkt verdrängt werden? Eine Frage, die nicht absolut beantwortet werden kann – weil nicht alle Einzelfälle von Arbeitnehmern respektive Arbeitslosen bekannt sind. Trotzdem sind Zuger Experten überzeugt, dass sich die Masseneinwanderungsinitiative der SVP, über die das Volk am 9. Februar abstimmt, in Zug negativ auswirken würde.

Beispiel Baugewerbe. Heinz Ineichen, Bauunternehmer in Baar, findet: «Das wäre eine Katastrophe. Denn die ausländischen Mitarbeiter auf dem Bau sind absolut matchentscheidend.» Rund 50 Prozent der Bauarbeiter – Portugiesen, Italiener, Staatsangehörige aus Ländern des ehemaligen Jugoslawien – seien Ausländer. «Schweizerische Bewerber für den Bau bekommen wir so gut wie nicht mehr», versichert der Baarer Bauunternehmer, der auch Mitglied im Baumeisterverband Zug ist.

Grund dafür sei weniger der Lohn: «Der ist nämlich gar nicht so schlecht, Berufsanfänger erhalten nach der Ausbildung über 5000 Franken», sagt Ineichen. Ausschlaggebend sei vielmehr, dass der Beruf des Bauarbeiters «eben streng ist – und draussen stattfindet. Und viele Junge sind sich das nicht mehr gewöhnt und können nicht mehr so beissen.» Die ausländischen Bauarbeiter seien sehr anständig und sehr tüchtig.