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Binzmühle-Projekt: Abstimmung soll am 24. November stattfinden

Zurzeit wird das Bauprojekt für die historische Anlage in Rotkreuz ausgearbeitet. Es ist der zweite Anlauf.
Rahel Hug
Blick auf das Mühle- und das Hauptgebäude sowie die Remise (rechts im Bild). Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 3. Juli 2019)

Blick auf das Mühle- und das Hauptgebäude sowie die Remise (rechts im Bild). Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 3. Juli 2019)

Es ist nicht optimal genutzt und in einem schlechten Zustand: Die Rede ist vom Gehöft Binzmühle am Rande von Rotkreuz. Dem Gemeinderat ist das Problem bekannt und er arbeitet bereits seit mehreren Jahren an einer Lösung. Nachdem ein Grossprojekt, bestehend aus verschiedenen Paketen, wegen mangelnden Rückhalts wieder aufgeschnürt worden war, stimmte die Gemeindeversammlung im Herbst 2016 einem ersten Kredit für die
Sanierung zu.

Inzwischen hat sich einiges getan. Die Sanierungsstrategie sowie das Nutzungskonzept mussten definitiv bestimmt werden, wie der Gemeindeschreiber Ivo Krummenacher Auskunft gibt. Und die Machbarkeit wurde mit diversen kantonalen Stellen besprochen und verifiziert. «Weiter hat man beschlossen, eine halböffentliche Mitwirkung durchzuführen, um zu sehen, ob das Sanierungskonzept tragfähig ist. Die zusätzliche Zeit war somit weitgehend für den Meinungsbildungsprozess und vertiefte Abklärungen nötig», sagt Krummenacher auf die Frage, was sich seit dem Herbst 2016 getan habe. Auf Rückmeldungen der Anwohner hin seien die Erschliessung und die Frage des Verkehrs vertieft überprüft worden. «Die Ausarbeitung der Lösungen erfolgt über den Sommer.»

«Sanfte Belebung» 
des Areals als Ziel

Nun liegt das ausgearbeitete Vorprojekt vor und es wird aktuell am Bauprojekt gearbeitet. Es steht inzwischen auch fest, dass die Bevölkerung voraussichtlich am 24. November über einen Objektkredit für die Sanierung der Binzmühle abstimmen wird. Die Sanierung umfasst laut Ivo Krummenacher das Mühle- und Hauptgebäude sowie die Remise, die Erstellung einer Lärmschutzwand und die Instandsetzung der näheren Umgebung. Der Kredit wird gut 10 Millionen Franken betragen.

Und so sieht die Nutzung der historischen Gebäude aus: Primär sind Wohnungen vorgesehen in den beiden Altbauten (Mühle- und Hauptgebäude). Auch der sogenannte Binzi-Treff wird im bestehenden Altbau eingerichtet – im Erdgeschoss des südlichen Mühlegebäudes. «Es soll ein hofseitiger Aussenraum und Treffpunkt für die Bevölkerung, Vereine, aber auch für Kinder, Senioren oder naturinteressierte Schulklassen entstehen», so Krummenacher. Damit soll eine «sanfte Belebung» der Binzmühle erreicht werden.

Das Untergeschoss wird für Ateliers als disponibel nutzbares Geschoss ausgebildet. Aktuell arbeitet eine Gruppe von Interessierten daran, einen Verein zu gründen, der den Binzi-Treff betreiben wird. «Das Treff-Konzept ist darauf ausgerichtet, ein Minimum an motorisiertem Verkehr zu erzeugen», sagt der Gemeindeschreiber. Die Remise wird für Lagerräume für Vereine, für die Parkierung (Einstellplätze für Autos) und im Obergeschoss als Fauna-Refugium, beispielsweise für Fledermäuse, dienen.

Parteien skeptisch 
gegenüber hohen Kosten

Die Parteien wurden im Frühjahr informiert. Wie eine Umfrage zeigt, befürworten sie das Projekt mehrheitlich, stehen aber den hohen Kosten skeptisch gegenüber. Die SVP stellt sich als einzige Ortspartei gegen das Vorhaben. Die Diskussion an der Parteiversammlung habe ergeben, dass man eine Museumsnutzung, wie zum Beispiel beim Ziegeleimuseum in Hagendorn, bevorzugen würde. Präsident Franz Blaser sagt: «Wider besseren Wissens wurde ein Projekt vorgeschlagen, bei dem weder das Verkehrsproblem noch jenes der Nutzung des Binzi-Treffs gelöst wurde.»

Auch bei der CVP weist man auf das Thema Verkehr hin: «Wichtig ist, dass das Betriebskonzept, das momentan von einer Kommission erarbeitet wird, für die öffentlichen Räume breit abgestützt ist und keine wesentliche Erhöhung des Verkehrs mitbringt», so Präsident Andreas Battiston. Das gelte auch für die entstehenden Wohnungen und Lagermöglichkeiten für Vereine. Die SP fordert, dem Kosten-Nutzen-Aspekt besondere Beachtung zu schenken. «Es muss sichergestellt werden, dass sich die hohen Sanierungskosten lohnen und einen echten Mehrwert für alle generieren», erklärt Jirina Copine für die Partei.

Hanni Schriber-Neiger, Präsidentin der Grünen Risch-Rotkreuz, sagt, man stehe der Sanierung grundsätzlich positiv gegenüber, werde aber erst eine genaue Stellungnahme abgeben, wenn die Abstimmungsvorlage vorliege. Innerhalb des Vorstandes der FDP gibt es laut Präsident Rolf Brandenberger verschiedene Meinungen zu den Kosten, zur Nutzung ganz allgemein und zu den geplanten Wohnungen. Brandenberger sagt aber: «Das Projekt ist schon so lange in der Pipeline, dass es jetzt wohl besser ist, etwas zu tun, als noch weitere Meinungs- und Ideenrunden zu drehen. Die Bausubstanz wird nicht besser und erfordert Massnahmen.»

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