Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ABSTIMMUNG: Oberägeri verkauft das Alte Bahnhöfli an eine Firma

Das Gemeindevermögen von Oberägeri wird um einen Millionenbetrag anwachsen. Die Stimmbevölkerung hat sich deutlich für den Verkauf der Liegenschaft an bester Lage ausgesprochen.
Das Alte Bahnhöfli in Oberägeri (Bild: Maria Schmid (Oberägeri, 1. Februar 2018))

Das Alte Bahnhöfli in Oberägeri (Bild: Maria Schmid (Oberägeri, 1. Februar 2018))

Raphael Biermayr
raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Die Steel Construction Technology AG (SCT), die heute in Unterägeri ansässig ist, darf das Grundstück mit dem Alten Bahnhöfli kaufen. 1576 Stimmbürger haben sich gestern dafür ausgesprochen, 534 dagegen. Die Stimmbeteiligung liegt bei fast 59 Prozent.

Die Höhe des Kaufpreises steht allerdings noch aus. Dies, weil der Denkmalschutz das Alte Bahnhöfli unter Schutz stellen will, wogegen die Gemeinde eine Verwaltungsbeschwerde eingereicht hat. Sie wird dabei von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt, wie eine Konsultativabstimmung im Jahr 2016 gezeigt hat: Die Gemeindeversammlung sprach sich mit 157 zu 6 Stimmen gegen die Unterschutzstellung aus.

Sollte sich der Denkmalschutz durchsetzen, was als wahrscheinlich gilt, würde die SCT 2,35 Millionen Franken bezahlen, ohne Unterschutzstellung 3,87 Millionen Franken. Die Firma gehört Claude Pirson, der seit längerem in Oberägeri wohnt und seit 2015 Gemeindebürger ist. Seine Firma hat bereits die angrenzende Parzelle an der Morgartenstrasse 2 gekauft.

Eine Kunstgalerie ist Teil der Planung

Das Unternehmen plant, das historische Haus zu sanieren und ausserdem ein neues Gebäude zu errichten. Beide Gebäude will die SCT vorwiegend selbst nutzen, schreibt die Gemeinde Oberägeri in einer Medienmitteilung. Es ist vorgesehen, alle Schweizer Gesellschaften der übergeordneten Firmengruppe neu unter einem Dach in Oberägeri zu konzentrieren. Dadurch würden 22 Arbeitsplätze in die gewerbearme Berggemeinde verlegt werden.

Darüber hinaus will die SCT Räumlichkeiten für geschäftliche und private Nutzungen vermieten. In einem der beiden Gebäude soll eine öffentlich zugängliche Kunstgalerie mit wechselnden Ausstellungen entstehen.

Der Kaufvertrag wird nach dem Entscheid des Verwaltungsgerichts unterschrieben werden, sagt der Gemeindepräsident Pius Meier (FDP). Der Gemeinderat sichert sich darin ab: einerseits durch eine Strafzahlung im Falle einer Vertragsverletzung, andererseits durch ein befristetes Vorkaufsrecht am Grundstück.

Den Erlös aus dem Verkauf des Grundstücks muss die Gemeinde gemäss einem früheren Entscheid der Gemeindeversammlung für Landerwerb einsetzen. Wie Meier sagt, soll ein Grundstück für zusätzlichen Schulraum gekauft werden. Wo dieser entstehen soll, ist noch nicht spruchreif. «Die Gespräche sind im Gang», hält sich der Gemeindepräsident bedeckt.

Ein Gewinn für die Gemeinde

Das Alte Bahnhöfli wurde seinem Namen entsprechend als Station der Strassenbahn von Zug verwendet. Nach der Einstellung der Bahn 1955 wurde es privat genutzt und ist mittlerweile
verkommen. Im Juni 2017 entschied die Gemeindeversammlung, das Bahnhöfli-Grundstück mitsamt dem Gebäude zu verkaufen. Es wurden verbindliche Vertragskriterien festgelegt, dabei ist die Schaffung von Arbeitsplätzen vordringlich.

Die Gemeinde kaufte die Parzelle im Jahr 2011 für 1,02 Millionen Franken vom Kanton. Heute wird sie in der Bilanz mit einem Wert von 1,53 Millionen Franken geführt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.