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ABSTIMMUNG: Stadtzuger sagen deutlich Ja zum Hochhausreglement

Die Stadtzuger haben mit 56,43 Prozent ja gesagt zu einem neuen Instrument für die Erstellung von Hochhäusern. Für die Befürworter wird damit eine Gesetzeslücke geschlossen. Die Gegner hingegen sehen nun die Politik in der Pflicht.
Entlang der Baarerstrasse können künftig Hochhäuser bis maximal 80 Meter gebaut werden. (Bild: Stefan Kaiser (11. Juli 2014))

Entlang der Baarerstrasse können künftig Hochhäuser bis maximal 80 Meter gebaut werden. (Bild: Stefan Kaiser (11. Juli 2014))

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

«Die Stadt Zug hat sich für die Zukunft entschieden». Mit diesen Worten kommentierte der Stadtzuger Bauchef André Wicki (SVP) an der sonntäglichen Pressekonferenz das Abstimmungsresultat zum Hochhausreglement. Das Ergebnis fiel ziemlich deutlich aus. Mit 56,43 Prozent Ja- zu 43,57 Prozent Nein-Stimmen haben die Stadtzugerinnen und Stadtzuger dem Reglement zugestimmt. Die Stimmbeteiligung lag bei knapp 44 Prozent.

Mit diesem Enscheid erhält die Stadt Zug ein Reglement, das definiert, wo künftig Hochhäuser gebaut werden dürfen. Bisher gibt es keine vorgeschriebenen Zonen. Erstellt werden können gemäss dem Reglement Hochbauten im Bereich der Baarerstrasse, auf dem L&G-Areal sowie auf der gegenüberliegenden Seite der Gleise, in Teilen des Gebiets der V-Zug im Bereich Industriestrasse sowie in der äusseren Lorzenallmend. Diese Gebiete sind ausserdem in drei Zonen mit maximalen Gebäudehöhen eingeteilt. Zone I lässt Hochhäuser bis 60 Meter und «ausnahmsweise» bis 80 Meter zu (Baarerstrasse und Teile des L&G-Areals); in Zone II können 60-Meter-Gebäude errichtet werden (Teile des L&G-Areals und gegenüber entlang der Gleise); in Zone III beträgt die maximale Gebäudehöhe 50 Meter (Industriestrasse und äussere Lorzenallmend). Bisher wurde beim Erstellen von Hochhäusern das Hochhausleitbild als Grundlage hinzugezogen. Dieses war zwar behörden- jedoch im Gegensatz zum neuen Hochhausreglement nicht eigentümerverbindlich.

«Eine Gesetzeslücke wurde geschlossen»

Das bisher gültige Leitbild sei mit Hilfe versierter Leute in ein Reglement gegossen worden. «Nun verfügen wir über ein Hochhausreglement, das speziell auf die Stadt Zug und nicht auf Zürich oder Basel oder irgendeine andere Stadt zugeschnitten ist», führte Wicki weiter aus. Er wertet die Zustimmung der Zuger als ein klares Zeichen für das, was man wolle und das, was man eben nicht wolle. Dabei gehe es in erster Linie um Voraussicht. «Wir müssen vorausschauend sein in Bezug auf das Bevölkerungswachstum, in Bezug auf eine umsichtige und intelligente Stadtentwicklung und in Bezug auf die Gestaltung unserer Stadt», so der Bauchef weiter. Mit dem Hochhausreglement werde dies nun möglich, denn es definiere «am richtigen Ort die richtige und zukunftsweisende Entwicklung» für die Stadt Zug.

Mindestens so zufrieden wie der Bauchef mit dem Abstimmungsergebnis waren auch die Befürworter und Mitglieder des überparteilichen Komitees. Vertreten wurden sie an der Pressekonferenz durch den SVP-Gemeinderat Gregor Bruhin. Es sei für die Entwicklung der Stadt Zug richtig und wichtig, dass Hochhäuser nur noch in klar begrenzten Zonen erstellt werden könnten. «Ein Hochhauswildwuchs wird so verhindert.» Beim vorliegenden Reglement handle es sich um eine «ausgewogene und vernünftige» Lösung. «Es stellt ausserdem ein zentrales Planungsinstrument für die Stadt Zug dar und bietet sowohl für die Stadt wie auch für Bauherrschaften Planungs- und Rechtssicherheit. Eine Gesetzeslücke wurde mit diesem Ja geschlossen», so Bruhin weiter.

Klare Forderungen an die Politik

Als wichtige Weichenstellung für die künftige Bautätigkeit in der Stadt Zug wertete der parteilose Gemeinderat Willi Vollenweider im Namen der Gegner an der Pressekonferenz das Resultat. «Die Stadtzuger haben sich für den Bauwachstumskurs entschieden. Diesen müssen wir und die gesamte Bevölkerung nun in Zukunft erdulden», führte Vollenweider aus. Er bedauerte, dass im Vorfeld der Abstimmung nie untersucht worden sei, welche Auswirkungen dieses Wachstum auf die öffentliche Infrastruktur der Stadt haben werde. «Wir werden neue Schulen, Spitäler oder Strassen brauchen. Wer bezahlt das? Am Ende der Steuerzahler», sagte Vollenweider. Er forderte den Stadtrat auf, Konzepte zu erarbeiten, die sich mit den Herausforderungen beschäftigen, die sich aufgrund des künftigen Wachstums ergeben könnten. Vollenweider vertrat vor allem jene Gegner, die sich gegen das Reglement aussprachen, weil sie grundsätzlich kritisch sind gegenüber dem Wachstum der Stadt Zug.

Auf der anderen Seite standen all jene, denen das vorgelegte Hochhausreglement zu «zahnlos» war und zu wenig weit ging. Sie kritisierten unter anderem die Ausdehnung der 80-Meter-Zone. Zu ihnen zählt der SP-Gemeinderat und Präsident der Bau- und Planungskommission Urs Bertschi. Er betonte, man sei nie grundsätzlich gegen ein Reglement gewesen seien. «Vielmehr wollten wir ein massvolleres Reglement in dem passende Massstäblichkeiten für die Stadt Zug festgelegt werden.» Nun sei die Politik gefordert, die Versprechen aus dem Abstimmungskampf auch einzulösen. «Es wäre falsch, wenn die Stadt Zug jetzt mit 80-Meter-Häusern überzogen würde. Diese Zone muss massvoll ausgeschöpft werden.»

Parteien nehmen Stellung

Im Verlauf des Nachmittags haben sich auch mehrere Parteien zum Abstimmungsergebnis geäussert. Gemeinderat Philip C. Brunner kommentierte das Resultat im Namen der SVP als «gutes Signal und optimistisches Vorzeichen für die weitere Entwicklung der Stadt Zug».

Die CVP sieht in dem Ja und dem neuen Reglement einen Mehrwert für die Stadt. Es sei eine «vernünftige und zukunftsweisende Lösung» mit klaren Begrenzungen, heisst es in einer Mitteilung der Partei.

Die Grünliberalen ihrerseits zeigen sich ebenfalls froh darüber, dass sich auch die Bevölkerung für «vernünftiges und geordnetes Bauen» einsetze.

Die Alternative-die Grünen sind hingegen der Meinung, dass die Stadt Zug auf ein «massvolles Wachstum» achten müsse. Auch das zeige das Abstimmungsresultat.

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