ABSTIMMUNG: Zuger erhalten ein neues Eisstadion

Die Stadt Zug hat das Projekt für den Bau eines neuen Eisstadions mit rund 55 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Damit kann am 3. März mit den Bauarbeiten für das Stadion und die dazugehörenden Wohn- und Gewerbeflächen begonnen werden.

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Visualisierung des geplanten neuen Eisstadions in Zug, in suedlicher Richtung mit Blick auf den Zugersee und die Rigi. (Bild Keystone/Baudepartement Stadt Zug)

Visualisierung des geplanten neuen Eisstadions in Zug, in suedlicher Richtung mit Blick auf den Zugersee und die Rigi. (Bild Keystone/Baudepartement Stadt Zug)

Für das Bauprojekt, das ein Stadion mit über 7000 Plätzen, ein Ausseineisfeld, einen öffentlichen Platz, ein Parkhaus und ein Hochhaus mit 170 Wohnungen vorsieht, liegt die Baubewilligung bereits vor. Nun hat auch noch das Stimmvolk mit 5742 Ja- zu 4596 Nein-Stimmen dem Vorhaben zugestimmt, das die Stadt unter dem Strich 22,5 Millionen Franken kostet.

Insgesamt kostet die neue Eishalle Herti, deren Bau auch der Kanton Zug und einige Gemeinden mit Beiträgen unterstützen, 61 Millionen Franken. Die Stadt verkauft zur Finanzierung der Halle für 34,25 Millionen Franken Bauland an einen Totalunternehmer. Dieser erstellt die gesamte Überbauung mitsamt den öffentlichen Anlagen und übergibt sie schlüsselfertig der Stadt.

Hohe Stimmbeteiligung
Die Vorlage war in Zug alles andere als unbestritten, was auch die hohe Stimmbeteiligung von 62,7 Prozent erklärt. Zwar hatte nur eine Partei die Ablehnung der Vorlage empfohlen, dennoch stimmte mehr als jeder vierte Zuger gegen das Eisstadion.

Kritisiert wurden im Vorfeld der Abstimmung vor allem die Dimensionen des 18-geschössigen Hochhauses, welches der Totalunternehmer auf den von der Stadt veräusserten Landparzellen erstellen wird. Als weitere Argumente gegen das Projekt wurden die hohen Kosten und deren ungleiche Verteilung zwischen der Stadt und dem Kanton genannt.

Erleichtert, aber nicht euphorisch
Der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller zeigte sich "erleichtert, aber nicht euphorisch" über den Ausgang des "sehr emotional geführten Abstimmungskampfs". Offensichtlich gebe es Abwehrreflexe gegen Projekte, sobald diese wie das gläserne Hochhaus aus dem Durchschnitt herausragen, wird Müller in einem Communiqué zitiert. Jedoch gebe es für ein Projekt kein besseres Gütezeichen als dessen Annahme durch das Volk.

Die Gegner des Komitees waren am Sonntag nicht überrascht über das Ja zum Herti-Stadion. Angesichts einer noch nie dagewesenen politischen Kampagne und einer völlig einseitigen Medienberichterstattung wäre ein Nein einer Sensation gleichgekommen, schrieb die Alternative Stadt Zug in einer Mitteilung. Die Partei, die als einzige die Nein-Parole herausgab, will nun darauf hinwirken, dass der Kanton sich stärker an den Baukosten beteiligt.

sda