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Acht gemeindliche Naturschutzgebiete sollen zu kantonalen werden

Bis 2019/2020 sollen die Schutzpläne der bestehenden 111 kantonalen Naturschutzgebiete revidiert werden. Sie stammen aus den Jahren 1983 und 1993. Der erste Teil der Gesamtrevision liegt aktuell auf.
Vanessa Varisco
Auch der Wilersee fällt in die Gesamtrevision der Naturschutzgebiete. Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 1. Juli 2018)

Auch der Wilersee fällt in die Gesamtrevision der Naturschutzgebiete. Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 1. Juli 2018)

Die Unterschutzstellung wertvoller Riedwiesen, Gewässer und Waldlebensräume im Kanton Zug soll revidiert werden. Und das zum Wohle vieler seltener Tiere und Pflanzen. «Bekannt sind zum Beispiel Frösche und Kröten, die für ihre Fortpflanzung auf Gewässer angewiesen sind. Die Ansprüche reichen vom grosszügigen Weiher bis zur kleinen Pfütze», wie Baudirektor Urs Hürlimann erklärt. Kleine Pfützen werden etwa vor allem von der Gelbbauchunke geliebt. Diese erkennt man an ihrem knallig gelben Bauch und Unkenruf.

Die Gesamtrevision der Schutzpläne Teil 1 umfasst insgesamt 16 Gebiete in den Gemeinden Menzingen, Baar, Cham und Hünenberg. Dazu gehören in der Gemeinde Menzingen der Wilersee und die Gebiete um Nettenbach, Mülistock, Bruusthöchi und Mülistockwald. In Baar wird das Spitzmattli, das Deibüelried, Schwumeren, die Tännlimoosweid sowie die Lorzengabel in Betracht gezogen. In Cham werden die Untermüli, der Oberwilerwald und das Wasenbächli in die Gesamtrevision einfliessen und in Hünenberg das Gebiet Schachen Chamau, Mühlauerbrücke sowie Zollweid.

Schutzpläne setzt der Regierungsrat fest

Zehn der 16 Gebiete stehen bereits unter Naturschutz. «Die Bauern pflegen und unterhalten diese bereits heute», wie der Baudirektor berichtet. Die übrigen sechs Gebiete seien als ökologische Ausgleichsflächen von grösseren Bauprojekten entstanden. «Diese Gebiete werden nun zu kantonalen Naturschutzgebieten. Auch hier ändert sich nichts an der Nutzung», so Hürlimann. Mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet seien diese Flächen für den Naturschutz gesichert. Die Schutzpläne für die sechs neuen Naturschutzgebiete setze der Regierungsrat voraussichtlich diesen Dezember fest, wie Hürlimann ausführt.

Vom 2. November bis zum 3. Dezember liegen die Unterlagen in den Einwohnergemeinden Menzingen, Baar, Cham und Hünenberg sowie beim Amt für Raumplanung in Zug öffentlich auf. Ebenfalls liegt der Bericht nach Artikel 47 Raumplanungsverordnung auf, welcher die verschiedenen Anpassungen im Detail erläutert. Die zentralen Themen der Revision seien unter anderem die Aktualisierung der Zonenabgrenzungen und die Anpassung der Schutzzonen A und B. In der Schutzzone A liegen die zu schützenden Pflanzen und Tiere und die Zone B schützt A vor schädigenden Einflüssen; es handelt sich dabei also um eine Art Pufferzone.

Mit den Anpassungen sollen Zonen B ausgeschieden werden, wo sie bei A noch fehlen und aufgrund der Situation, wie beispielsweise einer Hangneigung oder angrenzender Nutzung, notwendig sind. Bei den zwei kantonalen Naturschutzgebieten aktualisiere der Kanton die Pläne, weil sie teils nicht mit der tatsächlichen Nutzung übereinstimmen würden, wie der Baudirektor erklärt. «Die acht gemeindlichen Naturschutzgebiete werden zu kantonalen und damit neu der Aufsicht und Betreuung durch den Kanton unterstellt.

Dies macht Sinn, liegen sie doch vollständig auf Kantonsparzellen», berichtet Hürlimann. Laut Planauflage entspräche die Übernahme einem Bedürfnis der betroffenen Gemeinden.

Bestimmungen sollen ergänzt werden

Alle Schutzpläne – auch die sechs ökologischen Ausgleichsflächen, die neu zu Naturschutzgebieten würden – sollen mit Bestimmungen ergänzt werden, welche die wichtigsten Festlegungen zum Zweck, zu den gesetzlichen Grundlagen sowie zur Abgrenzung enthalten. Auch sollen im Gegenzug dazu die Zonen B dort reduziert werden, wo sie zu gross angelegt wurden.

Es handle sich beim ersten Teil der Gesamtrevision grundsätzlich um einen Abtausch von Flächen oder die Bereinigung tatsächlicher Fehler. Die landwirtschaftliche Nutzung würde nicht beeinträchtigt. Ausserdem sei grundsätzlich eine Erweiterung der Zone B sehr erwünscht, doch könne nicht nur dadurch die Lebensraumvielfalt erweitert werden, sondern auch durch Biodiversitätsförderung auf landwirtschaftlichen Betrieben.

Baudirektor Urs Hürlimann führt weiter aus: «Ziel der Gesamtrevision bis 2019/2020 ist es, die Schutzpläne der bestehenden 111 kantonalen Naturschutzgebiete anzupassen. Sie stammen aus den Jahren 1982 und 1993.» Weitere neue Naturschutzgebiete seien im Zuge dessen nicht geplant. «Auf Wunsch eines Grundeigentümers prüft der Kanton auch Erweiterungen eines Naturschutzgebietes, sofern der entsprechende Naturwert vorliegt.»

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