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ÄGERI: Ganz gegen den Trend: In Oberägeri hat Carsharing nicht funktioniert

Der Mobility-Standort Oberägeri ist aufgehoben. Das Carsharing-Angebot wurde nicht ausreichend genutzt. Die Kunden der Zuger Berggemeinde müssen nun nach Unterägeri ausweichen.
Carmen Rogenmoser
Standorte, die zentraler gelegen sind, laufen besser als jene in den ländlichen Gebieten. (Bild: Maria Schmid (Zug, 18. September 2017))

Standorte, die zentraler gelegen sind, laufen besser als jene in den ländlichen Gebieten. (Bild: Maria Schmid (Zug, 18. September 2017))

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Jahrelang gehörte das charakteristische rote Auto der Mobility auf dem Parkplatz Maienmatt zum Bild. Seit kurzem aber ist es zusammen mit dem dafür reservierten Parkfeld verschwunden. «Die Mobility-Gesellschaft hat entschieden: in Oberägeri gibt es ab Mitte September keinen Standort mehr», heisst es auf der Website der Gemeinde. Der Grund: Das Auto wurde zu wenig genutzt. «Der Standort war in den letzten zweieinhalb Jahren stark defi­zitär», bestätigt Patrick Eigenmann, Verantwortlicher Kommunikation der Mobility-Genossenschaft. Genaue Zahlen werden keine bekannt gegeben.

Damit schwimmt Oberägeri gegen den Strom. Denn erst im März dieses Jahres präsentierte die Carsharing-Genossenschaft positive Zahlen. So konnte der Umsatz 2016 um 2,7 Prozent auf 76 Millionen Franken gesteigert werden. 4400 Neukunden wurden gewonnen, was insgesamt rund 132000 Mitglieder ergibt. Nur ein Bruchteil davon kommt aus Oberägeri. Und diese müssen jetzt bis nach Unterägeri, um an ein Mobility-Auto zu ­kommen. Dort befindet sich der nächste Standort.

Genossenschaftliche Gerechtigkeit

«Generell lässt sich sagen, dass in ländlichen Regionen, vor allem in Gemeinden mit unter 5000 Einwohnern, oft die Nachfrage fehlt, um Mobility-Fahrzeuge ­genügend auszulasten», erklärt Eigenmann. Das Auto habe in diesen Gebieten weiterhin einen hohen Stellenwert, da es die nötige Alltagsmobilität sicherstelle. Zudem sei die Verkehrsbelastung weniger stark und die Taktfrequenz des ÖV weniger hoch als in den Städten. Grundsätzlich ist die Genossenschaft mit der Auslastung im Kanton Zug sehr zufrieden. «Es sind derzeit keine weiteren Schliessungen geplant», sagt der Mediensprecher. Jene in Oberägeri sei aber unumgänglich gewesen. «Auch im Sinne der genossenschaftlichen Gerechtigkeit», so Eigenmann. Es könne nicht sein, dass gut laufende Standorte die Verluste anderer ausgleichen müssen.

Kampflos aufgegeben hat man den Platz in Oberägeri nicht. So wurden die Nutzer des Standorts bereits im Sommer 2016 angeschrieben und um Unterstützung gebeten. «Ebenfalls haben wir uns direkt mit der Gemeindeverwaltung um eine Lösung bemüht.» Diese hätte mit «Mobility-Flex» die Möglichkeit, die minimale Selbstkostendeckung eines Standorts zu garantieren und diese zu erhalten. So weit kam es offenbar nicht. Die Gemeindeverwaltung selber war mit drei Abos ebenfalls Mobility-Nutzer. «Die Mitarbeitenden haben Mobility für Geschäftsfahrten genutzt», sagt Gemeinderat Peter Staub (CVP). Die Gründe zu eruieren, weshalb das An­gebot nicht funktionierte, sei schwierig. «Wir gehen davon aus, dass das Einzugsgebiet, bedingt durch die Gemeindetopografie, auf einen relativ kleinen Radius beschränkt war.»

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