ÄGERISEE/ROSSBERG: Tiefgründige Funde in dunklen Tiefen

Die beiden Ägeri haben «Seeputzete» gemacht. Es wurde so manch Geheimnis aus dem See gefischt. Genau so, wie auf dem Berg.

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70 Freiwillige fischten kiloweise Material aus dem Ägerisee. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

70 Freiwillige fischten kiloweise Material aus dem Ägerisee. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Es weht eine frische Brise über den Ägerisee, und trotz strahlender Sonne sieht das Wasser noch kälter aus, als die Luft sich anfühlt. Nicht zu beneiden sind also die 18 Taucher, die hier gerade den Grund nach Müll absuchen, einen Bierflaschenwurf vom Ufer. Andererseits: «16 Grad hat das Wasser, das ist für uns warm. In den Tiefen, die wir sonst betauchen, ist es meistens 5 Grad kalt», sagt Marco Gresser aus Thalwil.

Neben den Tauchern vom Scubashop Kappel und der Tauchschule Mantamarin sind zwei Flosse der Badebetriebe Unter- und Oberägeri im Einsatz, flankiert von je zwei Booten des Fischereivereins Ägerisee. Die in Wollpullis eingepackten Fischer stehen auf den Flossen und nehmen den Tauchern die muschelbefallenen Dinge ab, die sie zu Tage fördern: Diverse Autoreifen, ein Velo, viele Flaschen, eine Kasse, leider ohne Schatz, ein fast vollständig vom Rost zerfressener Kanonenofen und ein paar Videokassetten.

Währenddessen fahren weitere Fischer mit ihren Booten um den See und sammeln Treibholz und anderen ans Ufer gespülten Unrat.

70 freiwillige Helfer putzen den See 
Initiiert hat das samstägliche Seeputzen die Kommission für Umweltschutz Oberägeri, vertreten durch Rolf Birchler.  Die beiden Seegemeinden führten das mittlerweile vierte Seeputzen zusammen durch, und bezahlten auch zusammen die Kosten von 5000 Franken. Das letzte Mal ist schon sieben Jahre her, der Aufwand lohnt sich. «Da stehen alle dahinter, die Gemeinderäte und Vereine», so Birchler. Und die freiwilligen Helfer: «Es sind ungefähr 70 Leute im Einsatz, die Motivation ist sehr gut.»

Am Mittag ist der See geräumt, die Helfer sammeln sich auf Festbänken und warten aufs wärmende Mittagessen. Vor einer der beiden gefüllten Mulden stehen noch einige Fischer und unterhalten sich in Ermangelung gefangener Fische über die Grösse des zahlreich gefundenen Seeguts. Ein altes Mühlrad ist der eindeutige Gewinner.

Falco Meyer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Zuger Zeitung.