ÄGERITAL: Ein Erinnerungsstück an die alte Badi

Mit dem Spatenstich für das Ägeribad ist ein weiterer Meilenstein geschafft. Nicht alles Alte soll für das neue Projekt verschwinden.

Carmen Desax
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Die Bauarbeiten zum Ägeribad wurden gestern offiziell aufgenommen. (Bild Stefan Kaiser)

Die Bauarbeiten zum Ägeribad wurden gestern offiziell aufgenommen. (Bild Stefan Kaiser)

Carmen Desax

Aufgespannte Sonnenschirme, eine wunderbare Aussicht auf den See und Schwyzerörgeli-Klänge im Hintergrund. Das Ambiente auf der Terrasse der alten Badi in Oberägeri war gestern richtig sommerlich. Eingefunden haben sich zahlreiche Gäste, um den Spatenstich für das Ägeribad zu feiern. Er fand unter perfekten Bedingungen statt und dementsprechend gut gelaunt waren die beiden Gemeindepräsidenten Pius Meier und Josef Ribary. Sie vertraten die Bauherrschaft. Doch die restlichen Gemeinderatsmitglieder waren im Publikum ebenfalls anwesend. Niemand wollte sich dieses Ereignis entgehen lassen.

Pius Meier, der auch Verwaltungsratspräsident der Ägeribad AG ist, eröffnete den Anlass feierlich. «Mit dem Spatenstich erreichen wir einen weiteren Meilenstein dieses Projekts», sagte er und erinnerte an den 22. Juni 2014, als sich beide Gemeinden für das Bäderprojekt aussprachen. «Über 70 Prozent der Bevölkerung sagte dazu Ja», erinnerte Meier. In der Zwischenzeit aber ist einiges gegangen. Immer wieder gab es auch negative Stimmen: Zu gross und zu luxuriös sei das Projekt. Zuletzt stand die Finanzierung des 36,3 Millionen teuren Bades im Fokus.

Bereits die Eröffnung vor Augen

An den beiden Gemeindeversammlungen im letzten Winter wurde der Plan, dass die Gemeinden die benötigten Kredite für die Ägeribad AG aufnehmen, gutgeheissen. Oberägeri finanziert 16 Millionen Franken, Unterägeri gut 10 Millionen Franken. Hinzu kommt die von Anfang an geplante Beteiligung der beiden Gemeinden mit 10 Millionen Franken (Oberägeri 6 Millionen, Unterägeri 4 Millionen Franken).

Die Finanzierung ist geklärt. Nun wird vorwärts geschaut. Das war in den Ansprachen der beiden Gemeindepräsidenten nicht zu überhören. «Dem Spatenstich sind viele Prozesse vorangegangen», erinnerte sich Josef Ribary und fügte gleich an: «Auch wenn es für die Bevölkerung vielleicht nicht immer nachvollziehbar war, wurde sehr gute Arbeit geleistet.» Jetzt habe er die Eröffnung des Ägeribads vor Augen, «aber noch liegt viel Arbeit vor uns». Viele positive Schritte würden noch auf die Bauherrschaft und auf die Bevölkerung zukommen, aber auch das Gegenteil werde der Fall sein. «Unser Fokus ist klar: Die Kosten wollen wir im Griff haben.» Wichtig sei, dass schlussendlich alle stolz auf das Endergebnis sein können.

Zu Wort kam auch Christoph Stäubli, Projektleiter der Generalunternehmung Priora. Diese hat den Zuschlag erhalten und kümmert sich nun um den Bau des Ägeribads. «Bald sind die Erinnerungen an die alte Oberägerer Badi tatsächlich nur noch Erinnerungen», sagt er. Denn mit dem Abbruch in den nächsten Tagen verschwinden auch die übrig gebliebenen Gebäude. «Wir haben lange überlegt, was wir von der Badi behalten wollen und ins neue Bad integrieren können», so Stäubli. Entschieden hat man sich, etwas unerwartet, aber durchaus originell für zwei Duschbrausen, was bei den Anwesenden für Erheiterung sorgte. Noch vor dem Spatenstich wurden diese in zwei Kisten betoniert. «Wo sie anschliessend wieder auftauchen werden, ist noch nicht definiert», so der Projektleiter. «Wir sind gut im Zeitplan», meint er weiter. Im Herbst 2016 sollen der Aushub und die Pfählungsarbeiten abgeschlossen sein. «Im Frühling 2017 wollen wir das Bäumchen zur Aufrichte stellen und im Sommer 2018 soll das Bad der Bauherrschaft übergeben werden.» Freudige Aussichten sind das also für alle. Josef Ribary schliesst den offiziellen Teil des Anlasses denn auch mit den treffenden Worten: «Prost auf das gemeinsame Projekt.» Das lassen sich die anwesenden Gäste nicht zweimal sagen.

Seezugang gewährleistet

Doch wie sieht es eigentlich in diesem Sommer aus? Die Bagger sind bereits auf der Badiwiese aufgefahren, bald wird vom Rasen nicht mehr viel zu sehen sein. Zudem wurde vor kurzer Zeit der neu gestaltete Seeplatz in Oberägeri eröffnet. Badegäste haben dort das Nachsehen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Oberägerer diesen Sommer vollkommen auf ein Bad im See verzichten müssen. Auf einem rund 20 Meter langen Streifen ist der Zugang zum See auf der Badiwiese gewährleistet. Die Einwohnergemeinde stellt mobile Toiletten und Abfallbehälter zur Verfügung. Es wird aber keinen Kiosk und keine Aufsicht geben.