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ÄGERITAL: Grenzfluss ist jetzt gesichert

Sechs Jahre wurde am Lutisbach gebaut. Das Hochwasserschutzprojekt ist abgeschlossen, und die beiden Gemeinden sind in diesem Gebiet vor grossen Unwetterschäden hoffentlich geschützt.
Carmen Rogenmoser
Beim Sammelbecken des Lutisbachs an der Erlibergstrasse wird das Geschiebe künftig aufgehalten. (Bild: Stefan Kaiser (Ägeri, 26. Juni 2017))

Beim Sammelbecken des Lutisbachs an der Erlibergstrasse wird das Geschiebe künftig aufgehalten. (Bild: Stefan Kaiser (Ägeri, 26. Juni 2017))

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Majestätisch ragen zwei hohe Betonmauern links und rechts beim Lutisbach im Ägerer Erliberg in die Höhe. Ein geschlossenes Stahltor bestärkt den Eindruck der Unzerstörbarkeit. Zwischen den beiden Mauerteilen stehen hohe Pfähle, durch die das gegenwärtig friedliche Bächlein plätschert. Doch der Eindruck des Gewässers täuscht: Bei starken Gewittern und Unwettern schwillt der Lutisbach stark an und bringt eine Menge Geschiebe, bestehend aus Holz, Gestein und Schlamm, mit.

In der Vergangenheit führte das immer wieder zu schweren Schäden, auch im Siedlungsgebiet. Zum letzten Mal vor sechs Jahren. Nach dem damaligen gewaltigen Gewitterregen wurde der Lutisbach zu einem reissenden Bach. Häuser, Gärten, Keller und auch Gemeinde- sowie Kantonsstrassen wurden überschwemmt. «Das heftige Schadenereignis vom Juni 2011 war der Tropfen, welcher das Fass buchstäblich zum Überlaufen brachte», sagte Frau Landammann Manuela Weichelt-Picard bei der gestrigen offiziellen Einweihung des Projekts.

Damals entschlossen sich die beiden Gemeinden Ober- und Unterägeri, deren Grenzfluss der Lutisbach ist, sowie der Kanton, einen Hochwasserschutz zu bauen. In insgesamt sechs Etappen wurde der Bach vom See bis auf die Höhe der Erlibergstrasse verbaut. Gut 5 Millionen Franken hat das Projekt gekostet. Mit der Inbetriebnahme des Geschiebesammlers ist das Projekt nun abgeschlossen. Nach der Eröffnung durch Manuela Weichelt sagten auch die beiden Gemeindepräsidenten Josef Ribary (Unterägeri) und Pius Meier (Oberägeri) einige Worte.

Bachbereich mit natürlichem Lebensraum

Zur Sprache kam vor allem die gute Zusammenarbeit der drei Parteien. Bereits bei dem Spatenstich für den Sammler vor fast einem Jahr waren die Vertreter anwesend – und genauso wie gestern strahlte die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel. «Heute kann man sich die Macht des Baches fast nicht vorstellen», sagte Pius Meier gestern und ergänzte: «Bei solchen Bauten hofft man ja eigentlich immer, dass man sie nicht braucht. Aber wenn wieder einmal ein Unwetter über das Ägerital zieht, sind wir alle über die grosse Investition froh.»

Durch den Ausbau des Bachbettes und die Vergrösserung der Abflusskapazität lassen sich Unwetterschäden bei Extremhochwasser in Zukunft verhindern, erklärte Projektleiter vom Amt für Wald und Wild Peter Steinegger. Ausgerichtet sind die Massnahmen auf ein Unwetter, wie es alle 50 Jahre stattfindet. Daher das markante Bauwerk mit den Stahlpfählen, die «fast wie moderne Kunst aussehen», wie Manuela Weichelt treffend bemerkte. Auch die Natur kam nicht zu kurz. So wurde der natürliche Lebensraum im Bachbereich aufgewertet. Damit wird auch sichergestellt, dass Fische weiterhin im Bach leben können. Diese Vorgabe verlangt das Gewässerschutzgesetz. Zudem wurde die Böschung abgeflacht, um so Tieren den Zugang zum Wasser zu ermöglichen.

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