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ÄGERITAL: Mit Bildern in Pfadi-Erinnerungen schwelgen

Zum Jubiläum der Pfadi Morgarten werden alte und aktuelle Fotos ausgestellt. Sie auszuwählen, war mit grossem Aufwand verbunden.
Rahel Hug
Klaus Bilang, OK-Mitglied, Szenografin Nina Bilang und Helferin Claudia Henggeler (von links) bereiten gemeinsam die Ausstellung im Haus am See in Unterägeri vor. (Bild Maria Schmid)

Klaus Bilang, OK-Mitglied, Szenografin Nina Bilang und Helferin Claudia Henggeler (von links) bereiten gemeinsam die Ausstellung im Haus am See in Unterägeri vor. (Bild Maria Schmid)

Rahel Hug

Neun Kisten, gefüllt mit alten Abzeichen, Dokumenten und Fotos, sowie mehrere tausend Dias – wer Material in diesem Umfang sichten will, braucht viel Zeit und Energie. Klaus Bilang und seine Tochter Nina Bilang haben sich diese genommen und während vieler Stunden das in einer Unterägerer Garage aufbewahrte Archiv der Pfadi Morgarten gesichtet. Der Grund für ihre aufwendige Arbeit: Die Abteilung, in der zahlreiche Kinder aus dem Ägerital und vom Sattel ihre Freizeit verbringen, feiert heuer das 75-jährige Bestehen. Das Jubiläum wird am Wochenende von 26. bis 28. August gefeiert (siehe Box). Bereits 2012 hat sich eine Gruppe aus ehemaligen und aktiven Pfadern zusammengetan, um das grosse Fest zu planen. Nina Bilang ihrerseits, die bis im Jahr 2000 aktive Pfaderin war und den Namen Switch trägt, hat den Auftrag gefasst, eine Fotoausstellung auf die Beine zu stellen. Ihr Vater, Mitglied des 13-köpfigen Organisationskomitees und auf den Pfadinamen Zabbli getauft, hat ihr dabei geholfen. Die Ausstellung im Haus am See in Unterägeri wird bereits morgen Samstag eröffnet (siehe Hinweis).

Tradition des Flossfahrens

Als ausgebildete Szenografin war Nina Bilang genau die Richtige für die Konzeption der Ausstellung. Nachdem sie aus der Fülle an Bildern die besten Fotos ausgewählt hatte, machte sie sich daran, die Dias und Fotografien zu digitalisieren. Anschliessend hat die 33-Jährige vier Kategorien definiert. «Konstruieren und Bauen», «Wasser», «Querfeldein» und «Auf der Bühne» lauten die Themenbereiche, in die sie die Fotos unterteilt hat. «Das Flossfahren etwa hat in der Pfadi Morgarten eine grosse Tradition», erzählt Bilang. «Deshalb war für mich klar, dass das Wasser einen Schwerpunkt bilden wird.»

Die rund 35 grossen und zahlreichen kleinen Bilder, die Bilang auf Forex-Platten hat drucken lassen, sollen die Besucher in Erinnerungen schwelgen lassen. «Man vergisst mit der Zeit, was man in der Pfadi alles Tolles erlebt hat. Diese Geschichten möchte ich wieder aufleben lassen», sagt die Oberägererin, die heute mit ihrer Familie in Biel lebt. «Es ist eine Reise zurück in eine Zeit voller Freiheiten – eine Zeit in der Natur und ohne die Regeln der Erwachsenen», blickt Nina Bilang auf ihre eigenen Pfadierfahrungen zurück und berichtet vom Iglubauen, von Skirennen im Wildspitz-Gebiet, von Flosslagern auf dem See, Zirkusprojekten und vielem mehr. Dieser bunte Pfadialltag kommt auch auf den Fotos zum Ausdruck. Da sind etwa ein Swimmingpool aus Baumstämmen und einer Plastikblache zu sehen oder ein Hochbau, unter dem Schweine und Hühner gehalten werden, eine spektakuläre Seilbrücke oder eine Menschenpyramide, alte Uniformen und Krawatten, ein Lagerfeuer oder ein von Menschenhand gestauter Fluss. Und mittendrin viele zufriedene Gesichter. Ob auf Schwarz-Weiss- oder Farbbildern, ob auf Aufnahmen aus den 1950er- oder den 1980er-Jahren: Die Fotos machen richtig Lust auf Lagerleben.

Doch nicht nur das Auge kommt in der Jubiläumsausstellung auf seine Kosten. Mit Kopfhörern können die Besucher den Erzählungen von ehemaligen Pfadern lauschen. Vier Interviews mit Vertretern verschiedener Generationen hat Nina Bilang geführt. Darin berichten sie von ihrer Pfadizeit und schildern ihre Erlebnisse. «Mit diesen Erzählungen ist man noch viel näher dran», ist die Macherin der Ausstellung überzeugt. Ihr Mann, der beim Radio arbeitet, habe sie bei der Umsetzung tatkräftig unterstützt.

Filme und Fotoalben

Im Obergeschoss werden ausserdem Dias aus dem riesigen Fundus gezeigt. Für Fans von alten Filmen hat die Initiantin einen Super-8-Projektor eingerichtet. In diesem Minikino sind Filme aus dem Archiv zu sehen. Auch in alten Fotoalben kann der interessierte Besucher blättern. Die Auswahl der Bilder und deren Bearbeitung seien eine richtige «Büez» gewesen, blickt Nina Bilang auf die Umsetzungsphase zurück. Eine «Büez», die sich allemal gelohnt hat. «Es sind nämlich echte Trouvaillen darunter.»

75 Jahre

Die Pfadi Morgarten wurde im Jahr 1941 gegründet. 1946 fand das erste Pfadilager auf dem Gottschalkenberg statt. Die Gründung der Meitlipfadi geht auf das Jahr 1973 zurück. Mitte der 1990er-Jahre verschmolz die Meitli­pfadi mit der Pfadfinderabteilung Morgarten. Der erste Pfadiflohmarkt fand 1979 statt. 1981 wurde die Alt-Pfadfinder-Vereinigung gegründet. 1986 schliesslich wurde der Traum vom eigenen Pfadiheim in Unterägeri Realität. Das 75-Jahr-Jubiläum wird am Wochenende von 26. bis 28. August gefeiert.

Hinweis

Vernissage: morgen Samstag, 20. August, 11 bis 20 Uhr im Haus am See in Unterägeri. Die Ausstellung ist am 21. August, 14 bis 19 Uhr, am 24. August, 14 bis 17 Uhr, am 27. August, 14 bis 16 Uhr, am 28. August, 14 bis 17 Uhr, sowie am 31. August, 14 bis 17 Uhr, geöffnet. Die Finissage findet am Samstag, 3. September, 14 bis 20 Uhr, statt.

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