ÄGERITAL: Vereinspräsident Bossard: «Für das Tal ist es ein Meilenstein»

Künftig wollen Unterägeri, Oberägeri und Sattel als gemeinsame Tourismusregion auftreten. Dazu ist ein neuer Verein gegründet worden. Das war ein langer Weg. Präsident Fridolin Bossard erklärt, wieso der Zeitpunkt jetzt gekommen ist.

Carmen Rogenmoser
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Das Tal soll zusammenrücken: Der Blick geht von der Schneitstrasse in Oberägeri Richtung Sattel. (Bild: Stefan Kaiser (30. Januar 2017))

Das Tal soll zusammenrücken: Der Blick geht von der Schneitstrasse in Oberägeri Richtung Sattel. (Bild: Stefan Kaiser (30. Januar 2017))

Interview: Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Jahrelang ist die Forderung im Raum gestanden: Die Gemeinden Unterägeri, Oberägeri und Sattel sollen im Bereich Tourismus zusammenspannen und das Gebiet gemeinsam vermarkten. So weit ist es nicht gekommen. Bis jetzt, denn seit letzter Woche gibt es den Verein Ägerital-Sattel Tourismus (siehe Box). Präsidiert wird er von Fridolin Bossard, FDP-Gemeinderat in Unterägeri.

Fridolin Bossard, was genau ist die Aufgabe des Vereins Ägerital-Sattel Tourismus?

Einfach gesagt: die Vermarktung der Gesamtregion. Es geht darum, eine Gesamtsicht über die touristischen Leistungen anbieten zu können. Besonders erfreulich ist die Kooperation über die Kantonsgrenze hinaus. Für das Tal ist es ein Meilenstein.

Bis zu diesem Schritt hat es lange gedauert.

Touristisch sind wir eine Region. Die Gründung eines gemeinsamen Vereins war ein jahrelanger Prozess der Gemeinden und der Tourismusvereine.

Was gab jetzt den Ausschlag?

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder kleine Schritte, etwa den Aufbau einer Marketinggruppe. Der Verein war die logische Weiterentwicklung.

Hatte die gross aufgezogene 700-Jahre-Morgarten-Feier im letzten Jahr einen Einfluss?

Auf jeden Fall. Dank den Feierlichkeiten sind wir auf dem ersten Platz im Rankingbericht «Performance der Schweizer Ausflugsdestinationen» des Forschungsinstituts BAK Basel Economics gelandet. Wir fangen also nicht bei null an. Zudem haben wir erkannt, dass ein grosser Anlass gemeinsam gestemmt werden kann.

Welche Aufgaben kommen auf den Vorstand zu?

Es geht nun darum, die Aufbauarbeiten der Marketinggruppe weiter zu verfolgen. In den ersten Monaten werden wir die konzeptionellen Grundlagen, das heisst eine Marketingstrategie, erarbeiten. In diesen Prozess wollen wir möglichst früh die touristischen Leistungserbringer in der Region mit einbeziehen. Gleichzeitig werden die Strukturen professionalisiert.

Wie soll das erreicht werden?

Der Verein wird künftig einen Geschäftsleiter in einem Teilzeitpensum beschäftigen. Der Aufbau, die Weiterentwicklung und die operative Umsetzung der Vermarktungsstrategie bedeuten viel Arbeit.

Wie funktioniert die Finanzierung?

Vor allem durch die Beherbergungstaxe. Diese wird weiterhin von den drei Verkehrsvereinen eingezogen. Ein Teil fliesst in die Kasse des neuen Vereins. Das Budget ist knapp. Deshalb ist die enge Zusammenarbeit mit den Verkehrsvereinen sehr wichtig.

Die traditionellen Verkehrsvereine bleiben also bestehen.

Genau. Sie haben ein verändertes Aufgabenfeld. In Unterägeri beispielsweise ist der Kur- und Verkehrsverein unter anderem für Bänkli und die Minigolfanlage zuständig. Die Vereine sind mit je einem Vorstandsmitglied in der neuen Organisation vertreten.

Was hat die Region Ägerital-Sattel denn zu bieten?

Es ist ein wunderschönes Tal mit grossem Potenzial, auch historisch. Dank der guten Erreichbarkeit gibt es ein grosses Einzugsgebiet. Das soll genutzt werden.

Projekte wie das Ägeribad und ein Kinderhotel in Unterägeri oder die Sattel-Hochstuckli AG schaden nicht?

Für den Verein ist es ein guter Moment, die Arbeit aufzunehmen. Es geht aber auch darum, dem Tal etwas zurückzugeben. Das Gewerbe soll vom Tourismus profitieren. Jetzt geht die Hauptarbeit los. Es wird eine tolle Sache.