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Ärger im Zuger Schwinger-Paradies – Leiter Verkehr tritt überraschend zurück

Der Leiter der Abteilung Verkehr des eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes in Zug, Pirmin Andermatt, nimmt überraschend den Hut. Eine Sitzung zwischen ihm, der Stadt und der Zuger Polizei hat zu diesem Schritt geführt.
Laura Sibold

Im Kanton Zug stehen die Zeichen seit Monaten auf Schwingen. Vom 23. bis 25. August steht Zug dank des eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (Esaf) kopf – doch schon jetzt gibt es Ärger im Schwinger-Paradies. Pirmin Andermatt, Leiter der Abteilung Verkehr, hat per sofort den Rücktritt aus dem Organisationskomitee (OK) bekanntgegeben. Hintergrund ist eine Sitzung der Esaf-Abteilung Verkehr mit der Zuger Polizei und Vertretern der Stadt, die am 16. April stattgefunden hat. «Es gab sozusagen einen riesigen Knall», heisst es in einem anonymen Schreiben, das unserer Zeitung am Mittwoch zugestellt wurde und auf Andermatts Rücktritt Bezug nimmt.

OK-Präsident Heinz Tännler sind die Hintergründe zum Vorfall bekannt. Es habe verschiedene Koordinationssitzungen zwischen Stadt, Esaf und der Zuger Polizei gegeben. Bei der erwähnten Besprechung sei es um Bewilligungsfragen für das Verkehrskonzept gegangen.

«Unsere Organisation funktioniert bestens»

«Konkret wurden beispielsweise Strassensperrungen während des Schwingfestes thematisiert, um einen optimalen Ablauf des Grossanlasses zu gewährleisten», erläutert Tännler. Vonseiten der Zuger Polizei wurden dabei einige Punkte eingebracht, die nochmals überarbeitet werden müssen. Diese Ausführungen seien beim Leiter der Abteilung Verkehr möglicherweise subjektiv falsch – nämlich als Angriff auf die eigene Person – aufgefasst worden, was nicht so gemeint gewesen sei, fährt der OK-Präsident fort. Entsprechend habe Pirmin Andermatt das Esaf-OK wenige Tage nach der Sitzung mit einem Schreiben über seinen Austritt informiert.

Unfrieden im Schwingfest-OK, in einer Stadt, wo schon länger ein Bus in Schwingerhosen durch die Gassen kurvt und wo ein Countdown auf dem Kreisel an der Nordstrasse zwischen Zug und Baar auf die verbleibende Zeit bis zum Grossanlass hinweist? Nach generellen Problemen im Esaf-OK gefragt, verneint Heinz Tännler. «Die Organisation des Eidgenössischen in Zug funktioniert bestens. Der aktuelle Vorfall ist kein Thema unserer Organisation, sondern eines zwischen einer Privatperson mit Funktion am Esaf und einer Behörde. Wir werden das in den Griff bekommen.» Gewisse Nachbearbeitungen seien bei Anlässen in dieser Grössenordnung des Weiteren nichts Aussergewöhnliches, entsprechend habe es auch schon bei den Schwing- und Älplerfesten in Estavayer-le-Lac und Burgdorf Rücktritte aus dem OK gegeben.

Andermatt widerspricht Tännler vehement

Der Rücktritt hätte vom Zeitpunkt her allerdings kaum ungünstiger sein können. Sowohl Verkehrskonzept als auch Bewilligungen sollen laut Tännler noch vor dem Sommer in trockenen Tüchern sein. Es sei eine Herausforderung, Verzögerungen würden sich wegen des Vorfalls aber keine ergeben. Am Donnerstagmorgen früh fand bereits eine weitere Sitzung des Esaf-OK statt, wo die weitere Organisation der Abteilung Verkehr besprochen wurde. Tännler verriet gegenüber unserer Zeitung bereits am Mittwoch, dass er die Verantwortung für die Abteilung Verkehr bis zum Schwingfest selber übernehmen werde. «Dieser Entscheid wird Ende April auch noch im Präsidialausschuss des Schwingfests bestätigt. Eine anderweitige Alternative steht nicht zur Diskussion, weil die entsprechenden Dispositionen schon getroffen wurden.»

Der zurückgetretene Pirmin Andermatt widerspricht den Ausführungen von Heinz Tännler, welcher nicht persönlich mit ihm über den Vorfall gesprochen habe. «Es handelt sich definitiv nicht nur um ein Thema zwischen einer Privatperson und einer Behörde, sondern um den Umstand, wie die Bewilligungsbehörden der Stadt und der Zuger Polizei mit dem OK umgehen», schreibt Andermatt in einer Stellungnahme. Dies werde auch durch seinen Stellvertreter, Thomas Imbach, der auch an der Sitzung anwesend war, bestätigt. Die Organisation eines Festes dieser Grössenordnung gehe stark an die Kompetenzgrenzen verschiedener Bereiche. «Nach Absprachen gab es zwei Schritte vor, um dann beim nächsten Mal wieder aufgrund neuer Auflagen einen oder gar beide Schritte zurückgehen zu müssen», so Andermatt. Er hoffe, dass mit seinem Rücktritt das Bewilligungsverfahren beschleunigt wird und wieder über Sachthemen und nicht Personen diskutiert werden könne.

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