Thomas Aeschi kontert Kritik zur Klimapolitik

Der Zuger SVP-Kantonalpräsident zum Vorwurf des zurückgetretenen Rischer Parteipräsidenten, der Klimawandel sei der SVP egal.

Zoe Gwerder
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«Es überrascht mich, dass sich ein Bauer von der SVP, die sich für die lokale inländische Produktion von Landwirtschaftsgütern einsetzt, abwendet.» Thomas Aeschi nimmt damit als Präsident der SVP des Kantons Zug Stellung zum Rücktritt und Parteiaustritt des ehemaligen Rischer Ortspartei-Präsidenten Franz Blaser. Dessen Vorwurf, der Klimaschutz sei der SVP im Prinzip egal, weist Aeschi energisch von sich. Er antwortet ganz auf Parteilinie: «Die SVP wehrt sich gegen die Erhöhung der Benzinpreise und das Verbot von Ölheizungen auf dem Buckel des Gewerbes und des Mittelstands.» Zudem sehe er die Auswirkungen der Zuwanderung auf die Umweltbelastung kritisch. «Die Zuwanderung von einer Million Menschen in nur 13 Jahren hat zu einer stärkeren Belastung der öffentlichen Infrastruktur wie zum Beispiel Strassen oder Schulen, sowie zu einem Mehrverbrauch von Ressourcen wie Wasser oder Strom geführt.»

Dass ein engagiertes Mitglied die Partei verlässt, ist auch für den Präsidenten der städtischen SVP, Philip C. Brunner, unverständlich und «unnötig», wie er sagt. Der Kantons- und Stadtparlamentarier ist bekannt dafür, sich mit seinen Anliegen und Vorstössen mitunter der Kritik aus den eigenen Reihen auszusetzen. «Nach meiner Erfahrung kann man auch als Mitglied unserer Partei sehr gut seine eigenen Ansichten vertreten», so Brunner. «Die müssen nicht immer der Parteilinie folgen, wenn sie unseren liberal-konservativen Werten entsprechen.»

Zur Frage, ob die SVP nun befürchte, dass weitere Mitglieder Blasers Beispiel folgen könnten und aufgrund der Stellung der SVP zur Klimapolitik austreten, nimmt Aeschi keine Stellung.

Zuger SVP gibt Zahlen zu Austritten nicht bekannt

Er erwähnt aber, dass die kantonale SVP in den vergangenen Monaten einige Neueintritte verzeichnen konnte. Zahlen zu Austritten und Neueintritten über das ganze Jahr hinweg wollte er jedoch nicht bekanntgeben. Auch die Fragen, weshalb die SVP mit der Bekanntgabe des Austritts Blasers bis nach den Wahlen im Oktober zuwartete, und wann er darüber informiert wurde, kommentierte Aeschi nicht.

Die SVP Risch-Rotkreuz hatte am 20. November an ihrer Versammlung über den Rücktritt und Austritt ihres Parteipräsidenten Blaser informiert. Dieser hatte der Partei bereits vor den Wahlen vom 20. Oktober seinen sofortigen Rücktritt und Austritt bekanntgegeben. Wie dem Protokoll der Versammlung im November zu entnehmen ist, hatte die Partei dies bewusst nicht kommuniziert, um vor den Wahlen keinen Staub aufzuwirbeln.