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Fischbestand geht zurück: Ägerer Hobbyfischer sind besorgt

Der Fischbestand im Ägerisee gehe seit Jahren zurück, sagen Fischer. Sie fordern strengere Regeln.
Rahel Hug
Das Amt für Wald und Wild untersuchte im August 2018 die Fischfauna im Ägerisee. Hier entfernen gerade Fachleute Fische vom Netz und vermessen sie. (Bild: Werner Schelbert, 28. August 2018)

Das Amt für Wald und Wild untersuchte im August 2018 die Fischfauna im Ägerisee. Hier entfernen gerade Fachleute Fische vom Netz und vermessen sie. (Bild: Werner Schelbert, 28. August 2018)

Mit einer gross angelegten Untersuchung hat der Kanton Zug erhoben, wie es den Fischen im Ägerisee geht. Kürzlich hat das Amt für Wald und Wild die Ergebnisse publiziert. Das Resultat, kurz gesagt: Der Ägerisee als Fischhabitat befindet sich insgesamt in einem positiven Zustand. Ungewöhnlich ist aber, dass ab einer Tiefe von 30 Metern keine Fische nachgewiesen wurden, obwohl dort genügend Sauerstoff vorhanden wäre.

Eddie Zwahlen ist Hobbyfischer aus Unterägeri. Als er den Bericht über die Studienergebnisse in der Zeitung gelesen hat, staunte er nicht schlecht. Denn Zwahlen, der seit 30 Jahren auf dem Ägerisee fischt, hat einen ganz anderen Eindruck. Aus der Sicht von Zwahlen ist die Situation keineswegs in Ordnung, sondern prekär. «Dieses Gewässer ist überfischt», steht für ihn fest. «Wenn es so weitergeht, gibt es bald gar keine fangmassigen Fische mehr im Ägerisee.»

Weniger Seesaiblinge 
und Hechte

Sein Ertrag sei in den letzten Jahren stark rückläufig gewesen, hält der Hobbyfischer fest, und dies höre er auch von anderen Fischern. Konkret fange er kaum mehr Seesaiblinge, auch der Hechtbestand habe sich stark reduziert. Wenn die kantonale Stelle im Rahmen der Untersuchung zwar feststelle, dass es in einer Tiefe ab 30 Metern keine Fische mehr gebe, die Ursachen dafür aber nicht weiter abklären wolle, verschliesse man die Augen vor dem Problem, führt Zwahlen aus. «Es stellt sich die Frage, ob die fischereiliche Nutzung des Ägerisees nachhaltig ist.»

Die Hauptursache des Problems liegt laut dem Unterägerer bei der Netzfischerei. «Der Anteil der Netze im See muss beschränkt und die Fangzeiten müssen eingeschränkt werden», fordert Zwahlen. Ausserdem müssten die Maschenweiten der Netze korrigiert werden, damit kleinere Fische überleben und sich fortpflanzen können. Der Hobbyfischer kommt zum Schluss: «Alle Beteiligten müssen an einen Tisch sitzen und Rahmenbedingungen schaffen, die zur Lösung des Problems beitragen.»

«Es wurden immer 
grössere Netze bewilligt»

Auch der Fischerverein Ägerisee beschäftigt sich mit dem Thema. Vizepräsident Karl Roth bestätigt, was Eddie Zwahlen ebenfalls festgestellt hat: «Der Fischbestand ist seit Jahren rückläufig.» Da die Statistik über den Fischfang lediglich das Durchschnittsgewicht ausweise, werde oft übersehen, dass viel kleinere Fische als früher gefangen werden. «Diese müssten eigentlich freigelassen werden, um sich fortzupflanzen», erklärt Roth. Er macht ein Beispiel: Normale Egli seien früher etwa 25 Zentimeter lang gewesen, heute bestenfalls noch 20 Zentimeter. Beim Kanton seien in den 1990er-Jahren Fehler passiert: «Es wurden immer grössere Netze bewilligt und die Schonmasse für Felchen und Egli herabgesetzt.»

Von den rund 130 Vereinsmitgliedern erhalte er viele Rückmeldungen zur Problematik, so Roth. Beim letzten Vereinsfischen hätten die 21 teilnehmenden Fischer insgesamt lediglich 7 Kilogramm gefangen. «Das ist sehr wenig, im Vergleich zu früher.» Für Karl Roth steht fest: Es muss etwas gehen. Er wird gemeinsam mit dem Vorstand den kürzlich publizierten Bericht zu den Erhebungen genau durchgehen und sich anschliessend per Brief direkt an die Zuger Regierung wenden. «Wir fordern strengere Verordnungen, damit sich unser See erholt», so der Hobbyfischer.

Intensive Angel- und 
Berufsfischerei

Hanspeter Merz, der einzige Berufsfischer auf dem Ägerisee, weilt in den Ferien und war deshalb für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Priska Müller, Leiterin des Amts für Wald und Wild, sagt zu den Bedenken der Hobbyfischer aus dem Ägerital: «Sowohl die Angel- als auch die Berufsfischerei wird im Ägerisee intensiv betrieben.» Der Ertrag sei in den letzten Jahren immer etwa auf dem gleichen Niveau geblieben: «Das ist ein Zeichen für eine nachhaltige Fischerei.»

Es gebe aber aufgrund der Untersuchung auch Anzeichen für eine andere Entwicklung, etwa die erwähnte Untervertretung von grösser gewachsenen Fischen. Müller betont: «Mit dem vorliegenden Bericht haben wir eine Bestandesaufnahme vorgenommen. Diese bleibt nun nicht einfach in einer Schublade liegen, die Regelungen werden überprüft. Wir verfolgen das Thema weiter.»

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