AKTION: Die Zuger Jugendkultur als komatöser Patient

Für Verwirrung sorgt am Freitag an den Casino-Feierlichkeiten in Zug eine unangekündigte Aktion des Vereins Notfall. Dieser setzt sich für mehr Freiraum für die Jugendkultur ein.

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Szene der Protestaktion. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Szene der Protestaktion. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Kurz bevor die offizielle Eröffnungsfeier beginnt, tritt eine Gruppe junger Erwachsener ins Casino verkleidet als Spitalteam. Auf dem Krankenbett liegt ein Patient symbolisch für die Jugendkultur im Koma. «Den zu behandeln lohnt sich doch kaum», meint der Arzt. «Aber wir sollten doch», erwidert sein Arztgehilfe. Das Spitalteam wendet sich ab. Zurück bleibt nach ein paar Minuten der Patient und ein Plakat, auf dem – auch im Design angelehnt an das umstrittene Atheisten-Plakat – steht: «Da ist wahrscheinlich kein Platz für Jugendkultur. Also freut euch nicht und bleibt zu Hause.»

Die Aktion findet Anklang, auch bei jenen, an deren Adresse die Kritik gerichtet war. «Ich bin begeistert», sagt Bildungsdirektor Patrick Cotti. «Sie haben den richtigen Ton gefunden und auf sympathische Art ein wichtiges Zeichen gesetzt.» Stadtpräsident Dolfi Müller pflichtet bei: «Es ist ein berechtigtes Anliegen. Und sie haben das auf originelle Weise gezeigt.»

Andreas Oppliger

Den ausführlichen Artikel und mehr zum Casino-Jubiläum lesen Sie am Samstag in der Neuen Zuger Zeitung.