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AKTION: Kunststiere für Kunst und Kultur

Bekannt ist Zug für den Stierenmarkt. An diesem entstand denn auch die Idee einer Aktion, die für Farbtupfer im ganzen Kanton sorgt. Aber nicht nur das.
Chantal Gisler
Im Rahmen der Zuger Stierparade werden Werke von Künstlern und Schulklassen gestaltet.

Im Rahmen der Zuger Stierparade werden Werke von Künstlern und Schulklassen gestaltet.

Seit diesem Monat grasen auf dem Areal des Golfparks Holzhäusern vier Stiere. Doch Angst muss man keine haben. Denn es sind keine echten Tiere, sondern bunte Kunstwerke: ein grosser rot-gelber, dessen Gestaltung an ein Ironman-Kostüm erinnert. Ein weiterer grosser Stier präsentiert auf seinem roten Körper eine Schadensskizze der Mobiliar. Auf einem kleinen blauen Stier wurden mit weisser Farbe Wahrzeichen des Kantons Zug aufgelistet, und ein weiterer steht zum Bemalen bereit.

Doch was hat es mit den gehörnten Kunstwerken auf sich? Dabei handelt es sich um die Zuger Stierparade, ein Projekt des Vereins Kreative Bewegung. «Die Stierparade verhilft dem lokalen Gewerbe zu einer sympathischen Werbeform und unterstützt Kunstschaffende und Vereine», erklärt Projektleiterin Fabienne Zürcher. Wie das? «Institutionen, Firmen und Privatpersonen können einen Stier aus Fiberglas kaufen und selber bemalen oder von Künstlern gestalten lassen», erläutert sie. «Die Kunstwerke sind zum Teil schon jetzt, aber spätestens im August im ganzen Kanton zu sehen, auf öffentlichem und privatem Grund.»

Stiere können über eine App bewertet werden

Auf jeder Bodenplatte hat es einen QR-Code, den man mittels einer speziell für die Stierparade entwickelten App einscannen kann. Durch das Verteilen von Likes und das Hochladen von Fotos können die Benutzer der App einzelne Stiere bewerten und ihnen zum Publikumspreis verhelfen. Der Besitzer des Gewinnerstiers erhält so 3000 Franken, und dem aktivsten User winkt ein Preis von 1000 Franken. Gleichzeitig nehmen die Kunstschaffenden mit ihren Werken an einem hochdotierten Wettbewerb teil. Anfang September werden die Stiere als ganze Herde am Zuger Stierenmarkt präsentiert und durch eine internationale Jury prämiert. Anschliessend gehen die Kunststiere zurück zu ihrem Käufer, oder sie werden versteigert. Der Erlös der Versteigerung kommt nachwuchsfördernden Projekten in den Bereichen Sport und Kultur zugute. Jeder Verein kann im Vorfeld sein Projekt einreichen.

Die ganze Aktion wurde am letztjährigen Stierenmarkt lanciert, denn Zug und der Stier – das passt. «Einerseits durch den EVZ, der dieses Jahr sein 50-Jahr-Jubiläum feiert und dessen Wappentier ein Stier ist. Andererseits steht der Stier in Zug mit über 125 Jahren Stierenmarkt für Tradition. Und durch das 2019 stattfindende eidgenössische Schwing- und Älplerfest ist der Stier auch in Zukunft in Zug allgegenwärtig», erklärt Fabienne Zürcher. Ähnliche Aktionen gab es bereits mit Kühen in Zürich und mit Fröschen in Luzern. «Es ist ein bestehendes Konzept, das wir aufgenommen und an Zug angepasst haben», so die Projektleiterin.

Königsklasse und Jungstiere

Kaufen kann man grosse und kleine Stierrohlinge. «Die grossen nennen wir Königsklasse, die kleinen sind die Jungstiere», erklärt Zürcher. Ein Königsklasse-Stier ist 2,65 Meter lang, 1,2 Meter breit, 1,45 Meter hoch, wiegt rund 40 Kilo und kostet 2950 Franken. Die kleinere Version ist 1,4 Meter lang, 47 Zentimeter breit, 80 Zentimeter hoch und nur halb so schwer und teuer wie der grosse Stier. «Um die Kunst nachhaltig zu gestalten, verwenden wir beständiges Fiberglas», erklärt Zürcher. Das Angebot ist jedoch limitiert: «Von den Königsklasse-Stieren gibt es 67 Stück, von den kleinen Jungstieren doppelt so viele», erklärt Zürcher. Die Kunstobjekte scheinen begehrt zu sein: Über die Hälfte der Königsklasse und rund 40 Prozent der Jungstiere haben einen Käufer gefunden. Dabei kommen die verrücktesten Ideen auf: «Ein Kunde wollte einen Königsklasse-Stier für seinen Garten», erzählt die Projektleiterin und schmunzelt. «Er habe schon eine Plastikkuh, und die soll nun einen Stier erhalten. Damit ist der Fortbestand der Spezies gewährleistet.»

Chantal Gisler

redaktion@zugerzeitung.ch

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