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AKTION: Säulen im gestrickten Strampler

Gemäss ihrem Motto 2017 «Wir machen die Welt schöner - make-up!» kleideten die Frauen Menzingen die Säulen des Vereinshauses mit Strickwerk ein. Das Guerilla-Knitting-Werk wurde am Donnerstag enthüllt.
Cornelia Bisch
Die beiden Projektverantwortlichen Sandra Zgraggen (links) und Matthia Diener (rechts) enthüllen gemeinsam mit Vereinspräsidentin Yvonne Stadelmann das Strick-Kunstwerk an den Säulen des Vereinshauses. (Bild: Werner Schelbert (Menzingen, 22. Februar 2018))

Die beiden Projektverantwortlichen Sandra Zgraggen (links) und Matthia Diener (rechts) enthüllen gemeinsam mit Vereinspräsidentin Yvonne Stadelmann das Strick-Kunstwerk an den Säulen des Vereinshauses. (Bild: Werner Schelbert (Menzingen, 22. Februar 2018))

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

Das gesamte Vereinsjahr 2017 der Frauen Menzingen stand im Zeichen der Verschönerung. Deshalb fanden unter anderem diverse Kreativ-Kurse statt. «Auf der Suche nach einem Verschönerungsprojekt für die ganze Gemeinde ist der Vorstand der Frauen Menzingen auf das sogenannte ‹Guerilla knitting› gestossen», erzählt Projektverantwortliche und Vorstandsmitglied Matthia Diener. «Die Idee war geboren. Also einigten wir uns darauf, das Vereinshaus, das einen grossen Stellenwert im Menzinger Vereins-, Kirchen- und Kulturleben einnimmt, zu verschönern. Wir beschlossen, die Säulen des Gebäudes einzustricken.» Auch der Sakristan Cyrill Elsener liess sich von der Idee begeistern und war spontan bereit, Hand zu bieten.

An der letzten Generalversammlung im März 2017 wurde den Mitgliedern das Projekt vorgestellt. Kurze Zeit später nahm man es gemeinsam in Angriff.

Über 500 Strickstücke

Wer Lust und Zeit hatte, fand sich zum gemeinschaftlichen Stricken im Vereinshaus ein. Auch zu Hause arbeiteten die Frauen das ganze Jahr über fleissig mit Nadeln und Wolle. Drei verschiedene Viereckformate waren vorgegeben. «Wir wurden überschwemmt von mehr als 500 Strickstücken», berichtet Diener. «Die Fülle an verschiedenen Farbkombinationen und Mustern war unglaublich. Unsere Erwartungen wurden in jeder Hinsicht weit übertroffen.»

Im Vorfeld hatten die Projektverantwortlichen Wollreste im Bekanntenkreis gesammelt und waren auch dabei auf breite Unterstützung gestossen. Die Strickerinnen durften sich aus einem grossen Korb mit Wolle und Stricknadeln bedienen. Die meisten Arbeiten entstanden in Menzinger Stuben, aber auch eine Dame aus der Gemeinde Baar strickte mit. «Sie wurde wohl über unsere Facebook-Seite aufmerksam auf das Projekt und entschied sich spontan dazu, mitzuwirken, was uns sehr freute», so Diener.

Die Hälfte wird verschenkt

Etwa die Hälfte der abgegebenen Strickstücke wurde für die Einkleidung der Säulen von Hand zusammengenäht. «Die andere Hälfte dürfen wir unserem Pflegezentrum Luegeten schenken», erzählt Diener. Daraus basteln die Bewohner ihrerseits Dekorationen oder nähen die Stücke zu Decken zusammen. «Wir freuen uns sehr, dass all unsere Arbeiten im Dorf bleiben werden.» Diese Schenkung besänftigt denn auch kritische Stimmen, welche das Einkleidungsprojekt als wenig sinnvoll bezeichnet hatten. «Sinnstiftendes ist wichtig. Aber zwischendurch sollte man auch etwas Sichtbares für das Gemeinschaftsgefühl tun», ist Diener überzeugt. «Ausserdem hat Kunst, die gemeinsam entstanden ist, unserer Meinung nach durchaus etwas Sinnstiftendes.»

Kritiker hatten vorgeschlagen, beispielsweise Decken für Flüchtlinge zu stricken. «Wir klärten das im Vorfeld ab und erkannten, dass gestrickte Wolldecken für diesen Verwendungszweck nicht so praktisch sind, da nasse Wolle sehr schwer wird und nur langsam trocknet.» Die Anregungen der Kritiker wurden ernst genommen, weshalb schliesslich entschieden wurde, dem Pflegeheim das übrige Strickwerk zu überlassen.

Die Kunstinstallation ist nun vollendet. Am Donnerstagabend wurde sie vor der Generalversammlung der Frauen Menzingen in deren Beisein offiziell enthüllt. «Wir hoffen, dass die Säulen unseres Vereinshauses lange eingekleidet bleiben als sichtbares Zeichen für das kreative Miteinander», betont Matthia Diener.

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