Alkohol beschert Polizei und Rettungsdienst Arbeit

Drucken
Teilen

Sicherheit Die Fasnachtstage bedeuten für einige auch viel Arbeit. Polizei und Rettungsdienste haben während dieser Zeit viel um die Ohren. Die Zuger Polizei freue sich trotzdem auf die Fasnacht, und sie wolle der Zuger Bevölkerung unbeschwerte und sichere Tage ermöglichen. «Sie wird deshalb präsent sein», sagt Judith Aklin, Mediensprecherin der Zuger Strafverfolgungsbehörden. Die Fasnachtsveranstaltungen werden von der Polizei im Rahmen der üblichen Patrouillentätigkeiten besucht. Es gehe darum, beim Publikum und den Anwohnern ein gutes Sicherheitsgefühl zu erzeugen und vorbeugend allfällige Störer oder mutmassliche Taschendiebe zu erkennen. Wie viele Personen während dieser Tage im Einsatz stehen, kann Aklin nicht sagen. «Über Personalstärken bei polizeilichen Einsätzen geben wir keine Auskunft.» Grundsätzlich gehe es während der Fasnacht darum, in Absprache mit den Auftraggebern – den Gemeinden – sichtbare Präsenz an neuralgischen Punkten zu zeigen. «Es wird auch aktiv das Gespräch mit Fasnächtlern gesucht», führt Aklin aus. In den vergangenen Jahren habe es neben einigen angeheiterten Besuchern und einzelnen Meldungen wegen Ruhestörung kaum nennenswerte Zwischenfälle gegeben.

Da an der Fasnacht auch der Alkohol oft in Strömen fliesst, greift die Zuger Polizei das Thema auf. In diesen Tagen läuft die Aktion: «Wer fährt, trinkt nicht». Sie soll Besucher von Fasnachtsanlässen davon abhalten, sich alkoholisiert ans Steuer zu setzen. Wie Aklin sagt, ist auch mit vermehrten Kontrollen im Bereich von Fasnachtsveranstaltungen zu rechnen. Die Zuger Polizei rät darum, das Fahrzeug zu Hause zu lassen und die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

Kräfte werden schlecht eingeteilt

Auch für den Rettungsdienst Zug (RDZ) ist der Alkohol ein Thema. «An Fasnachtsveranstaltungen treten die gleichen Erkrankungen wie sonst auf: Kreislaufprobleme, Herzinfarkt oder Hirnschlag. Dazu kommen Stürze und in den Nächten eben Alkohol», sagt Andreas Müller, Leiter des RDZ. Die Fasnacht birgt für den RDZ noch andere Herausforderungen. Man müsse die speziellen Verkehrsanordnungen aus den Gemeinden jederzeit kennen. Die Informationen der Umzugsrouten und der damit verbundenen Strassensperrungen werden zusammengetragen und bei Schichtbeginn besprochen. «Hinzu kommt, dass es am Einsatzort sehr laut, eng und dunkel sein kann», sagt Müller. Im Umfeld treffe man auf verkleidete und ausgelassene Personen. «Sie mischen sich ein und erschweren die Hilfe. Patientinnen und Patienten können unterkühlt oder alkoholisiert sein. Dadurch sind sie schwierig einzuschätzen», führt Müller weiter aus. Der RDZ sei in dieser Zeit mit zwei Rettungswagen bereit. «Das entspricht der gewohnten Einsatzstärke von fünf Personen pro Schicht», so Müller.

Wie streng die Fasnachtstage für den RDZ werden, sei schwer einzuschätzen. Die Fasnachtsjahrgänge würden sich stark unterscheiden. «2015 lagen alle Fasnachtstage über dem Durchschnitt. 2016 war das nur beim Sonntag der Fall», sagt Müller. Grundsätzlich gibt es aber laut Müller zwei Trends: «Häufig teilen einzelne Personen ihre Kräfte schlecht ein. Sie benötigen zum Beispiel schon in den frühesten Stunden des Schmutzigen Donnerstags Hilfe. Am Fasnachtssonntag, respektive in der Nacht davor, fallen zudem viele Einsätze an.» (st)