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Alle Jahre wieder kommt das Anliegen der GSoA

Zur Abstimmung über die Wehrpflicht vom 22. September

Alle Jahre wieder – in einer schnelllebigen Welt empfinde ich die ewige Zwängerei der GSoA zur Abschaffung der Armee mittlerweile als etwas stetig Wiederkehrendes wie Weihnachten, nur als nicht so erbaulich.

Und weil sie mit offenem Visier – wenn sie also klipp und klar die Abschaffung der Armee forderte – bisher stets nur Schüsse abfeuerte, die nach hinten losgingen, wechselt sie vom bisherigen Kampf- scheinheilig-harmlos in den Ausgangsanzug, um im militärischen Bild zu bleiben. Dabei wäre für sie auch eine Armee aus Freiwilligen nur ein Etappenziel auf dem Weg zur aus ihrer Sicht besten aller Schweizer Welten, nämlich einer ohne Armee.

Dagegen gilt es sich zu wehren, auch das ist eine Bürgerpflicht, eine zivile. Mindestens für jene, die die Schweiz nicht als gottgegebenes Schlaraffenland missverstehen, aus dem sich jeder nach persönlichem Gusto und à la carte aus jeder Verantwortung oder der Pflicht stehlen und sie diffus «den anderen» überlassen kann. Mit Trägheit, Gleichgültigkeit und abstinenter Freiwilligkeit ist in einer globalisierten Welt kein Blumentopf zu gewinnen. Die Entwicklung seit der Zeitenwende von 1989/90 ist nun einmal nicht so, dass das edle Bild des Menschen, das der GSoA vorschwebt, Armeen hier und jetzt und überall überflüssig gemacht hätte. Schön wärs.

Die Anzahl der seitherigen Konflikte und ihrer Ausprägungen sind Legion. Nüchternen Menschen mit einem gewissen Bezug zur Wirklichkeit ist klar, dass es – solange es diesen Planeten und seine Bewohner gibt – kriegerische Auseinandersetzungen zum Alltag gehören. Das ist weder zynisch noch resignativ, sondern die Erfahrung aus der Menschheitsgeschichte. Zu glauben, dass die GSoA mit dem Erreichen ihres Ziels daran auch nur geringfügig etwas ändern kann, wäre gleichermassen naiv und fahrlässig.

Es ist nicht zu viel verlangt und absolut verhältnismässig, jungen Männern weiterhin die selbstverständliche Pflicht aufzuerlegen, etwas von dem, was sie an Vorteilen von diesem Land bereits empfangen und erfahren haben und wovon sie weiter profitieren werden, unter anderem auf dem Weg des obligatorischen Militärdienstes zurückzugeben. Kein vernunftbegabter, solidarischer Bürger dieses Landes kann gegen diese Pflicht ernsthaft etwas ins Feld führen, denn die Sicherheit und die Stabilität der Schweiz gehören zu jenen Pfeilern, die zu ihrem Erfolg beitragen und sie stützen.

Die Kosten einer Freiwilligenarmee wären exorbitant und kaum zu schultern, ergo wäre ihre Abschaffung tatsächlich nur noch eine Frage der Zeit. Sie wäre mir aber auch sonst suspekt: Frauen melden sich in aller Regel aus sehr ehrenwerten Motiven freiwillig zur Armee – bei «freiwilligen Männern» wäre ich mir da nicht bei allen so sicher. Die Armee eignet sich aber nicht auch noch als ein weites Feld für irgendwelche sozio- und andere -logischen Experimente an den Motiven und Eignungen all der Freiwilligen, die künftig dann für die Sicherheit der Schweiz sorgen sollten.

Möge also das GSoA-Herbstmanöver Ausgabe 2013 wiederum als kräftiger Rohrkrepierer enden, auf dass sich die Stimmenden ein Quartal später auf das andere alljährlich Wiederkehrende freuen können – Weihnachten 2013!

Werner Gerber, Zug

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