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Leserbrief

Alle Parteien vertreten den Wähler

Zu den Landtagswahlen in Thüringen und zu den Parteien

Robert Harris hat eine Satire über den Brexit geschrieben und betont in einem Gespräch: «Die Brexit-Debatte hat gezeigt, dass die Trennlinie in Grossbritannien nicht mehr zwischen rechts und links, sondern zwischen Nationalismus und Internationalismus verläuft.»

Dieser Satz ist meiner Ansicht nach nur bedingt richtig und das Wort Nationalismus hat hier nichts verloren, denn dieser Begriff ist zu einer Keule geworden gegen alle, die sich gegen übertriebenen Internationalismus wehren und letzte Reste an Souveränität und Tradition beibehalten wollen. Wer hierbei nicht davon ausgeht, dass seine Nation besser ist als die andere, ist kein Nationalist. Auch das Links-Rechts-Schema ist faktisch längst nicht überholt, den Links ist immer noch ein Synonym für den Versuch eine egalitäre Gesellschaft auf Basis der Grösse zu schaffen. Dass in einer solchen Gesellschaft Freiheit nichts zu suchen hat, wissen sie genau, sind aber froh, dass die Bevölkerung es erst merkt, wenn es zu spät ist.

Viele machen es sich viel zu einfach und vergessen, dass der Wähler sehr wohl zu unterscheiden vermag. Wer vergisst, sind die Politiker an der Spitze, so reklamieren die Grünen den Umweltschutz für sich, aber die ersten Grünen waren sehr rechts angesiedelt. Valentin Oehen verwendete genau die gleichen Warnungen wie Greta heute, aber er wurde von den Linken bekämpft, da seine Beweggründe ihnen nicht passten. Er warnte vor dem Zubetonieren der Landschaft. Aber sein Hintergrund war die Zuwanderung. Später übernahmen die Grünen seine Positionen ohne den fremdenfeindlichen Aspekt. Sie wurden zudem Links – ohne Wenn und Aber.

Wenn man heute Koalitionen mit anderen Parteien macht (Sei es hier die SVP oder in Deutschland die AFD), dann muss man bedenken, dass wir keine Volksparteien mehr sind, die beliebig bestimmen können, sondern unsere Gesellschaft fragmentiert ist. Nur wer seine eigene Geschichte kennt, hat die Freiheit aus dem Vollen zu schöpfen und wenn die Grünen ihre Ursprünge vergessen haben, sollten sie nicht mit Steinen werfen, sonst geht Glas in die Brüche. Das gilt für alle Parteien; eine FDP darf nur über Meinungsfreiheit reden, wenn sie sich von Ernst Cincera definitiv distanziert hat. Immer daran denken: Jeder hat Leichen im Keller. Wir haben die Pflicht, mit allen zusammen zu arbeiten und nur im Rahmen des strafrechtlich Relevanten, aber nicht im Rahmen des politisch Korrekten dürfen wir andere Meinungen verbieten.

Michel Ebinger, Rotkreuz

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