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ALLENWINDEN: Elf Nachbarn sind abgeblitzt

Ein geplantes Mehrfamilienhaus im Gebiet Albisblick darf gebaut werden. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde abgewiesen. Die Kläger hatten der Vorinstanz Willkür vorgeworfen.
Urs-Peter Inderbitzin
Fast drei Jahre nach dem ersten Baugesuch dürften hier bald die Bagger auffahren. (Bild: Maria Schmid (Allenwinden, 31. Januar 2018))

Fast drei Jahre nach dem ersten Baugesuch dürften hier bald die Bagger auffahren. (Bild: Maria Schmid (Allenwinden, 31. Januar 2018))

Urs-Peter Inderbitzin

redaktion@zugerzeitung.ch

Eine Aktiengesellschaft will im Gebiet Albisblick in Allenwinden, Gemeinde Baar, ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen und einer Einstellhalle bauen. Gegen das im Juni 2015 eingereichte Baugesuch erhoben verschiedene Nachbarn Einsprache. Sie argumentierten, das geplante Haus sei viel zu wuchtig, und forderten deshalb, beim Neubau sei auf das Attikageschoss zu verzichten oder das Gebäude sei um zwei bis drei Meter tiefer zu setzen. Ihre Argumente fanden beim Gemeinderat Baar kein Gehör. Dieser bewilligte die umstrittene Baute unter Bedingungen und Auflagen und wies die Einsprachen ab.

Die Nachbarn gaben sich nicht geschlagen, blitzten aber sowohl beim Regierungsrat als auch beim Verwaltungsgericht des Kantons Zug ab. Das Letztgenannte kam in seinem Entscheid zum Schluss, das Bauvorhaben weise zwar einen grösseren Grundriss und ein grösseres Bauvolumen als die Häuser in der unmittelbaren Nachbarschaft auf. Diese von den Nachbarn als störend empfundene Differenz ergebe sich jedoch daraus, dass die geplante Baute die Begrenzungsnormen der Bauordnung praktisch vollständig ausnütze, was bei den Nachbarliegenschaften nicht der Fall sei.

Ein Gewerbe- oder ein Wohnhaus?

Kürzlich musste sich auch das Bundesgericht mit dem Streit befassen. Dort führten die Nachbarn erneut aus, das geplante Gebäude füge sich insbesondere bezüglich der Höhe, der Breite und der Länge nicht in das bestehende Gesamtbild ein; der Baukörper passe aufgrund seines massiven und blockartigen Charakters nicht ins Quartier hinein und schaffe zur Nachbarschaft einen stossenden Gegensatz. Dies umso mehr, als der geplante Baukörper im Vergleich zu den bestehenden Bauten wie ein Gewerbe- und nicht wie ein Wohnhaus aussehe und nicht wie quartierüblich drei, sondern acht Wohnungen umfasse.

All diese Einwände nützten nichts. Das Bundesgericht hat die Beschwerde abgewiesen und den Vorwurf, das Verwaltungsgericht habe willkürlich entschieden, nicht gelten lassen. Gemäss Paragraf 12 der Bauordnung der Gemeinde Baar müssen sich Bauten, Anlagen, Antennen, Reklamen et cetera insbesondere in Landschaften sowie Orts-, Quartier und Strassenbildern gut einordnen. Dabei steht den kommunalen Behörden ein gewisser Ermessensspielraum zu, der zu beachten ist.

Im konkreten Fall durfte das Verwaltungsgericht nach Meinung des Bundesgerichts von einer guten Einordnung der Baute ausgehen. Es musste deshalb entgegen der Auffassung der Nachbarn keine alternativen Baumöglichkeiten prüfen. Die insgesamt elf Anwohner müssen die Gerichtskosten von 4000 Franken bezahlen und der Bauherrin für das Verfahren vor Bundesgericht 3000 Franken überweisen.

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